TU Chemnitz 02.12.2011, 12:03 Uhr

Heliatek gewinnt Transferpreis

Wird man von Sachsen demnächst als „Organic Saxony“, von der Region Dresden als „Organic Valley“ sprechen? Die Gründer der jungen Heliatek haben solches schon gehört. Jetzt erhielten sie den Transferpreis der TU Chemnitz für das erfolgreiche Umsetzen von Know-how der Forscher am IAPP der TU Dresden in die Produktion von flexiblen Solarzellen aus Kunststoffen.

Rund 1000 Arbeitsplätze könnten in der Region um Dresden dank Entwicklung und Produktion von organischen Pin-Bauelementen entstehen. Der Mitgründer und heutige Chief Technical Officer von Heliatek, Martin Pfeiffer, ist jedenfalls von dieser Entwicklung überzeugt, wie er bei der Preisverleihung am 24. November betonte.

Der mit 20 000 € dotierte Technologietransferpreis der TU Chemnitz prämiert den erfolgreichen Know-how-Transfer aus der Forschung in kleine und mittlere Unternehmen.

„Heliatek kann die Zukunft nachhaltig verändern“

Harald R. Pfab, Vorstandsvorsitzender des Sponsors Sachsen Bank, betonte in seiner Laudatio auf den Preisträger: „Heliatek kann die Zukunft nachhaltig verändern, verfügt über ein Patentportfolio und hat hochkarätige Industrie- und Finanzpartner gefunden.“ In dem Dresdner Unternehmen sind bislang 70 Arbeitsplätze entstanden. Außerdem ist Heliatek dabei, einen serienmäßigen Produktionsprozess zu entwickeln.

Weitere Sponsoren des dieses Jahr zum vierten Mal verliehenen Transferpreises waren die Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH und die Komsa Kommunikation Sachsen AG.“

Die Pin-Solarzellen bestehen – vereinfacht ausgedrückt – aus drei Kunststoffschichten (organische Werkstoffe). Eine der beiden äußeren Schichten, die n-Schicht, zeigt einen Elektronenüberschuss (negativ leitend), die andere einen Elektronenmangel (p-Schicht). Die dazwischenliegende Schicht (intrincic) sorgt bei Lichteinfall für Bewegung von Ladungsträgern, die dann zu einer der beiden äußeren Schichten streben.

Fensterscheibe spendet
Schatten und produziert Strom

Organische Photvoltaik der Heliatek am Übergang zum Produktionsstadium

Derzeit befindet sich die Entwicklung am Übergang vom Labor- ins Produktionsstadium. Dann sollen flexible organische Solarzellen in einem Rolle-zu-Rolle-Prozess hergestellt werden. Die Solarzellen sind dünn, leicht und biegsam sowie farblich fast unbegrenzt variabel herstellbar. Aus nur 1 g organischem Material soll sich 1 m2 organische Solarzellen herstellen lassen. Die Schichten der Zelle sind weniger als 100 nm dick und könnten somit, da halbtransparent, stromerzeugende und Schatten spendende Fensterscheiben bilden.

Erste Produkte der Heliatek sollen nach Angaben des Unternehmens im zweiten Halbjahr 2012 erhältlich sein.

Die Bewerbung des Dresdner Transfer-Teams basierte auf Arbeiten der Forschergruppe „Organische Pin-Bauelemente“, die am Institut für Angewandte Photophysik (IAPP) angesiedelt ist, das mit der Heliatek den Preis erhielt.

Erste Produkte der Heliatek im zweiten Halbjahr 2012 erhältlich

„Aufgrund der hohen Qualität der Bewerbungen war es für die Jury des deutschlandweit ausgeschriebenen Preises dieses Jahr besonders schwer, nur einen Preisträger auszuwählen“, sagte Prof. Cornelia Zanger, kommissarische Rektorin der TU Chemnitz. „Nur gut, dass zwei weitere Preise von Förderern zu vergeben waren.“

Einer davon war der vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ausgelobte Sonderpreis für einen herausragenden Technologietransfer mit besonderem Entwicklungspotenzial. Mit diesem Preis, der mit 5000 € dotiert ist, wurde die erfolgreiche Kooperation zwischen dem Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung e.V. und der SciDre Scientific Instruments Dresden GmbH geehrt. Deren Gründer haben als Marktlücke den Bau und die Vermarktung wissenschaftlicher Anlagen an Forscher entdeckt.

Zum zweiten Mal vergeben wurde der Preis der Unternehmensberatung Rödl & Partner für besonderes Wachstum. Er ging an die Professur Datenverwaltungssysteme der TU Chemnitz, Prof. Wolfgang Benn, und die TU-Ausgründung Dimensio Informatics GmbH. Ausgezeichnet wurden die Partner, die künstliche Intelligenz in Datenbanken einprogrammieren, für eine kontinuierliche Personalübernahme und einen fortlaufenden Technologietransfer. Dimensio Informatics besteht derzeit aus neun fest angestellten sowie drei Teilzeit-Mitarbeitern. Das Unternehmen ist dabei, weitere und auch internationale Märkte zu erschließen.   

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