Serie zur Zukunft 10.02.2021, 09:38 Uhr

Fridays for Future: So stellt sich Aktivist Sebastian Grieme das Jahr 2050 vor

Der Traum vom Mars ist passé, die Landwirtschaft hat zu kämpfen – aber die Städte sind viel grüner als heute: Wie sich FFF-Sprecher Sebastian Grieme die Welt im Jahr 2050 vorstellt.

Wie sieht die Welt im Jahr 2050 aus? Fridays-for-Future-Sprecher Sebastian Grieme glaubt: Straßen werden zunehmen Parks weichen. Foto: panthermedia.net/Iakov

Wie sieht die Welt im Jahr 2050 aus? Fridays-for-Future-Sprecher Sebastian Grieme glaubt: Straßen werden zunehmen Parks weichen.

Foto: panthermedia.net/Iakov

2020 war so ein Jahr, in dem viele von uns sich in eine ferne Zukunft wünschten. Wie geht es weiter, wenn diese Krise erst einmal überstanden ist? Wird alles wieder so wie vorher oder sogar besser? Wie leben wir in 30 Jahren? Wir haben Menschen aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gefragt, wie sie sich das Jahr 2050 vorstellen. In unserer neuen Serie „So sieht die Welt 2050 aus“ verraten wir Ihnen ihre Antworten.

Diesmal hat sich Sebastian Grieme Gedanken über die Zukunft gemacht. Der Klimaaktivist ist einer der Sprecherinnen und Sprecher von Fridays for Future.

Frohes Neues Jahr, Herr Grieme! Die Silvesternacht ist vorbei, 2049 war gestern. Wir schreiben jetzt das Jahr 2050. Erzählen Sie uns, wie die Welt heute aussieht.

Im Jahr 2050 ist die Welt …

… immer noch lebenswert, weil wir die Klimakrise in den Griff bekommen und den Temperaturanstieg unter 1,5 Grad begrenzt haben. Deutschland ist schon seit 15 Jahren klimaneutral, weil Regierung, Zivilgesellschaft und Unternehmen mit voller Kraft daran gearbeitet haben, unsere Gesellschaft weg von fossilen Brennstoffen zu bewegen und ein besseres Leben in einer grünen Wirtschaft zu ermöglichen.

Sebastian Grieme studiert Physik an der Uni Potsdam. Der 20-Jährige Klimaaktivist ist Sprecher der Bewegung Fridays for Future. Der Foto: Privat

Sebastian Grieme studiert Physik an der Uni Potsdam. Der 20-Jährige Klimaaktivist ist Sprecher der Bewegung Fridays for Future. Der

Foto: Privat

Autos sind …

… aus den Stadtzentren verschwunden, stattdessen wurden Grünflächen, Radwege und Fußgängerwege angelegt. Die Stadtzentren sind dadurch lebenswerter geworden, die Menschen halten sich gerne dort auf.

Auch abseits der Stadtzentren ist der Autoverkehr stark zurückgegangen, was Millionen Menschen von Lärm und Abgasen entlastet. Die verbleibenden Autos werden batterieelektrisch angetrieben.

In meiner Stadt leben im Jahr 2050 …

… glücklichere Menschen, die auf ein hervorragend ausgebautes Netz an öffentlichem Nahverkehr und Hochgeschwindigkeitszügen zurückgreifen können.

Menschen in Einfamilienhäusern haben häufig keine ernstzunehmende Stromrechnung mehr, weil die PV-Anlagen auf ihren Dächern oft genug Strom produzieren. Wer in Apartments oder größeren Häusern wohnt, die ihren Strombedarf nicht mit eigener PV-Anlage decken können, wird ebenso wie die Industrie mit günstigem Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Auch die Heizkosten sind dank Sanierungen, Wärmepumpen und günstigem Wind- und Solarstrom gesunken.

Es ist ein großes Problem in diesem Jahr, dass …

… die Landwirtschaft unter Hitze, Dürren und Starkregen leidet. Auch 1,5 Grad Erwärmung haben schon massive Folgen, aber eine große Katastrophe konnte vermieden werden.

Jetzt weiß die Menschheit endlich, dass auf dem Mars …

… auch durch großskalige menschliche Eingriffe keine lebensfreundlichen Bedingungen geschaffen werden können. Aus der Traum! Hätte man sich ja kaum denken können, nachdem die großskaligen menschlichen Eingriffe auf der Erde bislang eher weniger zu lebensfreundlicheren Bedingungen führten…

Google ist inzwischen …

… durch demokratische Mechanismen reguliert.

Wenn ich etwas einkaufen will, brauche ich …

… mein Lastenfahrrad! Einkaufen ist viel schöner, wenn man den Weg zum Laden auf breiten Radwegen durch die neuen städtischen Parks zurücklegt.

Mein Arbeitsplatz ist …

… sinnbehaftet. Technologie ist toll, aber kein Selbstzweck. Technologien, die mehr Schaden anrichten, als sie Nutzen bringen, sollten nicht das Werk unseres Arbeitslebens sein. Unter anderem in erneuerbaren Energien, nachhaltigem Bauen, Sanieren und klimaneutraler Industrie finden Millionen Menschen eine sinnvolle Arbeit.

Wenn ich jetzt auf das Jahr 2020 zurückblicke, dann …

… erscheint mir noch unerklärlicher als vorher, warum wir die grüne Transformation nicht schon viel früher eingeleitet haben. Wer würde sich noch den Lärm, die Autoabgase, die Schadstoffe aus Kohle- und Erdgaskraftwerken, schlecht gedämmte Wohnungen und graufarbene Städte zurückwünschen?

Lesen Sie hier die vorherigen Teile der Serie:

Stationen auf dem Mars: So stellt sich SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil das Jahr 2050 vor

So sieht Bestsellerautor Thomas Ramge die Welt 2050

So sieht Erik Marquardt die Welt 2050

So stellt sich Wirtschaftsphilosoph Anders Indset die Welt im Jahr 2050 vor

So stellt sich Astrophysikerin Suzanna Randall die Welt im Jahr 2050 vor

„Google ist ein Top-Steuerzahler“ – So stellt sich Grünen-Landeschefin Mona Neubaur das Jahr 2050 vor

Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben ist Content Manager und verantwortlicher Redakteur für ingenieur.de. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs. Er schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen.

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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