Forschung 07.12.2007, 19:32 Uhr

Forschung im Dialog mit dem Markt  

Die Zahl deutscher Forscher, die sich aus dem eigenen Elfenbeinturm kaum hinausbewegen, wird immer überschaubarer.

Dzwonnek: Beeindruckt hat mich vor allem die hohe Qualität und die gute Kultur der Arbeit in der Geschäftsstelle der DFG. Auch mit dem Ablauf der Exzellenzinitiative bin ich zufrieden. Wir haben es geschafft, ein gutes, wissenschaftsgeleitetes Ergebnis zu erzielen, das die Forschung an den Universitäten stärken wird.

VDI nachrichten: Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Arbeit gesteckt?

Dzwonnek: Wir wollen der Nachwuchsförderung besondere Aufmerksamkeit schenken. Außerdem versuchen wir, unsere mittlerweile über 40 Förderformen transparenter zu gestalten und zu vereinfachen. Das ist ein Feld, das ich energisch betreuen werde. VDI nachrichten: Kann ein Ergebnis sein, dass ein Förderinstrument abgeschafft wird?

Dzwonnek: Wir unterziehen das gesamte Förderspektrum einem Monitoring. Wir wollen auch überprüfen, ob kleine, ältere Programme wirksam sind oder ob sie in ein größeres Förderverfahren eingegliedert werden können.

VDI nachrichten: Sie wollen sich um Nachwuchswissenschaftler kümmern. Werden neue Fördermaßnahmen etabliert?

Dzwonnek: Neue Programme gibt es noch nicht. Aber wir überlegen, das sehr gute Emmy Noether-Programm, das die frühe Selbstständigkeit der Wissenschaftler in der Postdoc-Phase fördert, weiter zu verbessern.

VDI nachrichten: Was müssen Ingenieurwissenschaftler tun, um noch mehr DFG-Fördermittel abzurufen?

Dzwonnek: Unsere Bewilligungszahlen zeigen zunächst, dass wir eine ausgewogene Verteilung auf die verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen haben. Die Ingenieure haben einen Anteil von etwa 22 % an den Förderverfahren, ungefähr so viel wie die Naturwissenschaftler. Insofern gibt es auch keinen Grund zur Klage. Einige Bereiche haben sich als besonders leistungsfähig herauskristallisiert. Den Bereich „Elektrotechnik, Informatik und Systemtechnik“ etwa, der in Deutschland auch ein sehr innovativer Markt für Neugründungen ist, fördern wir mit mehr als 100 Mio. € im Jahr.

VDI nachrichten: Wie will die DFG den Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft weiter voranbringen?

Dzwonnek: Die DFG unterstützt schon jetzt in allen Förderverfahren die Zusammenarbeit unserer universitären Grundlagenforscher mit innovativen Partnern in der Industrie. Von den ingenieurwissenschaftlichen Fächern werden besonders die Transferbereiche gut angenommen. In ihnen können die Projekte, die aus den Sonderforschungsbereichen in eine anwendungsbezogene Richtung gehen, mit einem Industriepartner weitergeführt und von uns gefördert werden.

VDI nachrichten: Der Wissenstransfer spielt auch in den beiden Exzellenz-Akademien der DFG eine Rolle. Planen Sie weitere Akademien?

Dzwonnek: Die Exzellenz-Akademie ist ein neues Förderinstrument. Wir identifizieren besonders gute Nachwuchswissenschaftler, regen sie zur eigenständigen Forschung an und organisieren für sie einen systematischen Dialog mit den Anbietern auf dem Markt. Die Erfahrungen mit der ersten Exzellenz-Akademie „Medizintechnik“ waren so gut, dass wir Ende Oktober eine zweite zum Thema „Materialwissenschaft und Werkstofftechnik“ gestartet haben. Hier sollen junge Forscher aus ingenieur- und naturwissenschaftlichen Bereichen möglichst frühzeitig für interdisziplinäre Forschungsansätze gewonnen werden. Sie können sich jetzt bewerben.

VDI nachrichten: In den Ingenieurwissenschaften gibt es immer noch zu wenige Wissenschaftlerinnen. Was gedenken Sie zu tun?

Dzwonnek: Wir denken derzeit über eine Selbstbindung der Universitäten nach. Wir haben ein ähnliches Verfahren in den 90er-Jahren zum Thema „Wissenschaftliches Fehlverhalten“ mit den Universitäten erarbeitet. Nur wenn eine Hochschule ein geregeltes Verfahren für den Umgang mit solchem Fehlverhalten eingerichtet hatte, blieb sie bei uns antragsberechtigt. Wir wollen mit den Universitäten beraten, ob eine ähnliche Selbstverpflichtung mit der Frauenförderung denkbar ist. Ich nenne das „integriertes Qualitätsmanagement“.

VDI nachrichten: Inwiefern müssen Forscher aus universitären und außeruniversitären Einrichtungen noch zur Zusammenarbeit aufgefordert werden?

Dzwonnek: Die meisten Forscher haben bereits eingesehen, wie wichtig diese Zusammenarbeit ist, und denken auch über die Grenzen der Förderorganisationen hinweg. Ich glaube, es gab keinen Antrag in der zweiten Förderrichtlinie der Exzellenzinitiative, in dem nicht auch außeruniversitäre Partner eingebunden waren. In allen DFG-Förderverfahren ist es möglich, einen Anteil der Fördersumme an einen außeruniversitären Forscher zu vergeben. Ferner beraten die großen deutschen Wissenschaftsorganisationen ständig darüber, wie wir noch bestehende Barrieren abbauen können. C. KRÜGER

Von C. Krüger

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