Unternehmen 09.12.2011, 12:03 Uhr

Forschung und Entwicklung trotzen der Krise

Die meisten deutschen Unternehmen haben auch in den Jahren der Krise ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben nicht zurückgefahren – was sich als eine wesentliche Voraussetzung für ihren wirtschaftlichen Erfolg erwies. Auch die Dienstleister legen in Sachen Forschung zu.

Im Jahr 2010 hat die deutsche Wirtschaft 46,9 Mrd. € an interner Forschung und Entwicklung (FuE) – solche, die im eigenen Haus durchgeführt wird – ausgegeben. Das sind 3,7 % mehr als im Vorjahr und entspricht 1,89 % vom Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Gemeinsam mit den Ausgaben von Bund und Ländern (rd. 23 Mrd. €) lagen die deutschen Ausgaben für FuE damit bei 2,82 % des BIP. Diese Zahlen stellte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft diese Woche in Berlin vor.

Zu den internen FuE-Ausgaben kommen noch einmal gut 10,9 Mrd. €, die die Unternehmen als Forschungsaufträge an Hochschulen, Forschungseinrichtungen, aber auch an andere Unternehmen, vergaben.

Zuwachs auch bei den Beschäftigten in Forschung und Entwicklung

Zuwachs gab es auch bei den in FuE Beschäftigten. Insgesamt arbeiteten 2010 in der deutschen Wirtschaft gut 337 200 Menschen (Vollzeitäquivalente) in Forschung- und Entwicklung, ein Zuwachs von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr.

Das Verhalten der Unternehmen in den Jahren während und nach der Krise 2008/2009 zeigt deutlich, dass sie aus vorhergegangenen Krisen gelernt haben. Wurden früher in Krisen prozyklisch FuE-Ausgaben und FuE-Personal reduziert, ist das nach 2008 kaum, und wenn dann nur in geringem Maße, geschehen – zu groß offenbar die Sorge, dass bei dem nächsten Aufschwung geeignete Fachkräfte fehlen könnten.

Regional konzentriert sich die Industrieforschung auf Länder wie Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein Westfalen. Von den Branchen her dominieren Kfz-Bau, Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie und Pharmazie. Auf sie entfallen über 70 % der FuE-Ausgaben der Industrie.

Forschung und Entwicklung vor allem in der Automobilindustrie

Der absolute Platzhirsch schon seit Jahren ist der Kfz-Bau: Über 30 % aller FuE-Ausgaben fließen in diesen Sektor, gut 30 % des FuE-Personals arbeiten dort.

Für die deutsche Forschungslandschaft kommt dem Kfz-Bau so eine Schlüsselrolle zu. „Die Automobilbranche ist ein wichtiger Innovationstreiber geworden“, so Gero Stenke, Leiter der Wissenschaftsstatistik GmbH beim Stifterverband. Gerade der Wandel der Branche in Richtung E-Mobility führe dazu, dass die Automobilindustrie „weit über die Grenzen ihrer eigenen Branche“ Forschung stimuliere – von der Werkstofftechnik über die Chemie bis hin zur Elektrotechnik.

Zugelegt in Deutschland haben auch die FuE-Ausgaben der Dienstleister. So gaben die Dienstleister des Informations- und Kommunikationssektors 2010 gut 2,7 Mrd. € für FuE aus, industrienahe Dienstleister gut 3 Mrd. €. Der Dienstleistungssektor, so Stenke, entwickle sich damit zu „einem weiteren Standbein für FuE im Wirtschaftssektor“.

An ein altes Anliegen der Industrie erinnerte der Präsident des Stifterverbandes, Arend Oetker: die auch von der Bundesregierung versprochene Einführung der steuerlichen Forschungsförderung. Die allerdings ist angesichts europäischer Finanzkrise, rigoroser Sparvorgaben und der ungeklärten Frage der Gegenfinanzierung politisch derzeit kaum durchsetzbar.

Trotz Krise: Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden 2011 um 5 % ansteigen

Dennoch scheint die Wirtschaft zuversichtlich in die Zukunft zu schauen: Nach Erhebungen des Stifterverbandes sollen die internen FuE-Aufwendungen der Industrie in diesem Jahr um gut 5 % auf 49,34 Mrd. € ansteigen, im Jahr 2012 sogar auf 49,9 Mrd. €.

Von Wolfgang Mock

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