Kleine Sensation 23.11.2015, 11:19 Uhr

Forscher verfolgen Geburt eines Planeten

Freudiges Ereignis im Weltall: Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, einen Planeten beim Wachsen zuzusehen. Es ist das erste Mal, dass Menschen so eine Planetengeburt quasi live beobachten. 

Künstlerische Darstellung von der Geburt eines Planeten. 

Künstlerische Darstellung von der Geburt eines Planeten. 

Foto: NASA/JPL-Caltech

Ihrem Baby gaben Astronomen von der Universität von Arizona in Tucson die Katalognummer LkCa 15b. Und dokumentierten, wie der Planet Materie aus seiner Umgebung aufsaugt. Er ist der innerste von drei Planeten, die um den Stern LkCa 15 kreisen. Der Himmelskörper befindet sich in einer Molekülwolke im Sternbild Stier und ist 450 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das internationale Team um Stephanie Sallum hat seine Langzeitergebnisse im britischen Fachblatt „Nature“ veröffentlicht. Um den Prozess in einem Video zu zeigen, wurden Originalaufnahmen und Illustrationen zusammengefügt.

Materie fällt auf den Planeten

Von den drei Protoplaneten ließ sich der LkCa15b am besten sehen. Mit Infrarot und Hydrogen-alpha-Teleskopen in Chile und den USA haben die Forscher erstmals die charakteristische Strahlung von 9700 °C heißem Wasserstoffgas sowie das Leuchten von glühend heißem Staub beobachtet: Gas und Staub fallen auf LkCa 15b und lassen das Baby wachsen. Unklar ist noch, ob die Materie gleichmäßig auf den Planeten fällt. Die Stärke der Strahlung legt nahe, dass LkCa 15b ein erheblich stärkeres Magnetfeld besitzt als Jupiter in unserem Sonnensystem.

Wolke aus Gas und Staub erschwert Beobachtungen

Normalerweise ist nur lückenhaft sichtbar, was sich im Inneren abspielt, wenn ein Stern entsteht. Eine riesige Gas- und Staubscheibe um das ganze System versperrt die freie Sicht  Zahlreiche Versuche den Entstehungsprozess von Planeten direkt abzubilden, waren bisher erfolglos.

Das System mit der Lücke im Staubgürtel und dem nun nachgewiesenen jungen Exoplaneten rechts unten. 

Das System mit der Lücke im Staubgürtel und dem nun nachgewiesenen jungen Exoplaneten rechts unten. 

Foto: Stephanie Sallum/University of Arizona

Jetzt konnten die Forscher aber sehen, dass in der Mitte des jungen Sterns LkCa15 eine Lücke mit einem Durchmesser von rund 100 Astronomischen Einheiten klafft – das ist das 100-fache des Abstands Erde-Sonne. Den inneren Bereich aus Gas und Staub haben die Planeten gewissermaßen bereits leergeräumt.

Stern LkCa 15 noch sehr jung

Der Stern LkCa 15 ähnelt unserer Sonne und wurde 2011 entdeckt. In kosmischen Dimensionen gedacht ist dieser Himmelskörper mit erst zwei Millionen Jahren noch sehr jung. Er bildet gerade ein Planetensystem. Nur um das Alter besser einordnen zu können: Unser Sonnensystem ist etwa 4,6 Milliarden Jahre alt.

Von den knapp 2000 entdeckten Exoplaneten konnte bisher keiner in seiner aktiven Phase entdeckt werden. Die aktuellen Beobachtungen aus dem „Kindesalter“ von LkCa 15b könnten helfen, andere Prozesse im Weltraum zu erhellen. Dazu trägt  auch die Entwicklung immer wieder neuer Teleskope bei.

Einen Überblick über die größten Teleskope der Welt finden Sie hier.

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