Forschung 15.10.2004, 18:34 Uhr

Forschen zum halben Preis

VDI nachrichten, Düsseldorf, 15. 10. 04 -Die dünne Kapitaldecke gerade junger Unternehmen macht umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte zum Wagnis. Ein bundesweites Förderprogramm hilft.

Die PDTec GmbH aus Karlsruhe hat eine gute Idee. Der IT-Dienstleister, gegründet von Informatikstudenten der Universität Karlsruhe, will Großunternehmen mit der wachsenden Anzahl ihrer Zulieferer vernetzen. Um den Datenfluss zwischen den Beteiligten schneller, sicherer und vor allem konsistenter zu machen, planen die 20 Mitarbeiter ein firmenübergreifendes Produktdatenmanagementsystem. „Noch läuft zwischen Auftraggeber und Entwickler viel auf Zuruf“, erklärt Geschäftsführer Günter Staub. „Weil der digitale Informationsfluss nicht richtig funktioniert, werden oft falsche oder nicht mehr aktuelle Produkte entwickelt.
Die Lösung: Sämtliche Auftragsdaten – also sowohl die kaufmännisch relevanten als auch die technischen – werden integriert und nur gemeinsam übermittelt. Der Auftrag existiert so immer nur in seiner aktuellsten Form. Änderungswünsche und Zwischenstände verschwinden nicht im elektronischen Nirwana. Was einfach klingt, ist aber schwer getan. Den anwendenden Ingenieurbüros fehlt das Geld für neue teure Programme. Basis des IT-Systems musste daher die übliche Softwarearchitektur sein. Eine Herausforderung an die Informatiker: Reisen doch eine Vielzahl digitaler produktbeschreibender Daten vom Auftraggeber zum Zulieferer und wieder zurück. „Mit einfachen technischen Zeichnungen ist es heute nicht mehr getan“, sagt Staub, „heute sind dreidimensionale CAD-Modelle samt der zugehörigen Struktur- und Metadaten üblich.“
Für die Arbeit an diesem Projekt hatte das Start-up nicht die passende Personaldecke. Als Glücksfall erwies sich daher das Konzept des Bundesforschungsministeriums „Forschung für die Produktion von morgen“. Dieses Förderprogramm finanziert die Hälfte der Forschungs- und Entwicklungskosten von Verbundprojekten. Für sein 2001 beantragtes Entwicklungsprojekt „Koeffizient“ holte sich Staub also Partner ins Boot: ZF Passau, eine Gießerei mit angeschlossenem Ingenieurbüro und den Lehrstuhl für Maschinenelemente der TU München. Als Projektträger fungierte das Forschungszentrum Karlsruhe.
Solche Kooperationen sind Voraussetzung für die Förderung. Das ist aber keine große Hürde: „Viele Teilnehmer arbeiten bereits entlang der Prozesskette zusammen“, erklärt Susanne Clobes, Leiterin des Referats „Produktionssysteme und -technologien“ im BMBF. Das kommt dem Ziel des Programms – Praxisnähe – entgegen. „Es geht nicht um Grundlagenforschung, sondern um die Förderung innovativer Ansätze in der anwendungsorientierten Forschung.“ Pro Jahr stehen etwa 58 Mio. € zur Verfügung. Insgesamt 170 Verbundforschungsprojekte sind seit Programmbeginn 1999 mit insgesamt 250 Mio. € gefördert worden. Jedes Jahr kommen rund 15 neue Projekte hinzu, rund zehn Mal mehr Anträge gehen ein.
Rund 12 % der geförderten Unternehmen sind jünger als fünf Jahre – und damit an einer wichtigen Schwelle der Unternehmensentwicklung. „Verbundprojekte erleichtern diesen jungen Firmen den Übergang von der Gründungsphase in die Konsolidierung“, erklärt Dr.-Ing. Arne Simon, Referent im BMBF. Besonders praktisch: Sie können sich in andere Projekte einklinken. „Meistens initiieren die Universitäten oder zum Beispiel Fraunhofer-Institute die Verbundprojekte und gehen auf Partnersuche. Aber selbstverständlich können auch die Unternehmen auf die Forschungsinstitute zugehen.“ Auch etablierte Firmen nutzen die Chancen: Dank staatlicher Entwicklungshilfe und der Verbundpartner schaffte es die Bremer Spinnbau GmbH, mit neuen Textilmaschinen 6 m breite Vliesstoffe herzustellen. Zuvor war die maximale Breite 4,5 m. „Das ist ein Produktivitätsfortschritt von rund 80 %“, freut sich der technische Leiter Hartmut Freund. T. GROSSER/sta

Von T. Grosser/Stefan Asche

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