Iranerin Maryam Mirzakhani 14.08.2014, 08:00 Uhr

Fields-Medaille geht erstmals an eine Mathematikerin

Zum ersten Mal in der Geschichte der Fields-Medaille geht die Auszeichnung an eine Frau: Maryam Mirzakhani begeisterte die Jury der Internationalen Mathematischen Union mit ihren Leistungen in der Geometrie. Mit diesem Triumph will die 36-jährige Iranerin Wissenschaftlerinnen auf der ganzen Welt bestärken. 

Die iranische Professorin Maryam Mirzakhani arbeitet hauptsächlich im Bereich der sogenannten nichteuklidschen Geometrie. Ihren Doktortitel erlangte die 36-Jährige in Harvard, heute lehrt sie an der Universität Stanford. 

Die iranische Professorin Maryam Mirzakhani arbeitet hauptsächlich im Bereich der sogenannten nichteuklidschen Geometrie. Ihren Doktortitel erlangte die 36-Jährige in Harvard, heute lehrt sie an der Universität Stanford. 

Foto: dpa

Die Preisträgerin Maryam Mirzakhani erhielt die Fields-Medaille für ihre Arbeiten an der Dynamik und Geometrie der Riemannschen Flächen. „Ihre Arbeiten haben Methoden verschiedener Gebiete wie algebraische Geometrie, Topologie und Wahrscheinlichkeitsrechnung zusammengebracht“, urteilte die Jury.

Mirzakhani gilt als Expertin für Geometrie. Laien jedoch können kaum nachvollziehen, woran die Mathematikerin forscht. Die iranische Professorin arbeitet hauptsächlich im Bereich der sogenannten nichteuklidschen Geometrie. Sie hat unter anderem am Beispiel der geschlossenen Kurven die hyperbolischen Flächen untersucht, deren Länge sich nicht ändert, auch wenn man sie verformt.

Ermutigung für andere Wissenschaftlerinnen

Als große Ehre bezeichnete Mirzakhani die Auszeichnung. Sie möchte junge Mathematikerinnen und andere Wissenschaftlerinnen bestärken, damit künftig viele Frauen Preise dieser Art erhalten werden, erklärte die Forscherin.

Ihren Doktortitel erlangte die Mathematikerin an der US-amerikanischen Eliteuniversität Harvard. Seit 2008 lehrt sie an der Universität im kalifornischen Stanford, wo sie auch mit ihrem Mann und ihrer dreijährigen Tochter lebt. Bereits als Teenager gewann die 36-Jährige Goldmedaillen bei internationalen Mathematik-Olympiaden.

Eröffnung der Internationalen Mathematikerkongresses 2014 im südkoreanischen Seoul. Maryam Mirzakhani (Sechste von rechts) steht rechts neben der südkoreanischen Präsidenten Park Geun-hye. 

Eröffnung der Internationalen Mathematikerkongresses 2014 im südkoreanischen Seoul. Maryam Mirzakhani (Sechste von rechts) steht rechts neben der südkoreanischen Präsidenten Park Geun-hye. 

Quelle: dpa

Die Fields-Medaille wird alle vier Jahre von der Internationalen Mathematischen Union an bis zu vier Mathematiker vergeben, die das Alter von 40 Jahren nicht übersteigen dürfen. Das Preisgeld ist mit 15.000 kanadischen Dollar zwar relativ gering, dafür ist die Bedeutung dieser Auszeichnung umso größer: So gilt die Fields-Medaille als eine Art Nobelpreis der Mathematik. Alfred Nobel hielt die Mathematik damals nicht für wichtig genug, um ihr einen eigenen Preis zukommen zu lassen.

Neben Mirzakhani erhielten drei weitere Mathematiker die Fields-Medaille

Der 1979 geborene Brasilianer Arthur Avilla erhielt die Auszeichnung für seine Arbeiten an der Theorie dynamischer Systeme. Avilla arbeitete mit chaotischen Systemen, um das Entstehen von Chaos besser zu verstehen. Zudem forschte der Brasilianer auch an sogenannten Schrödinger-Operatoren. Dabei handelt es sich um Gleichungen, mit denen quantenmechanische Systeme beschrieben werden.

Manjul Bhargavawurde, 1974 in Kanada geboren, wuchs in den USA auf und verbrachte immer wieder viel Zeit in Indien. Die Auszeichnung erhielt Bhargava für seine intensive und erfolgreiche Arbeit mit der Zahlentheorie. Sein Doktorvater Andrew Wiles gelang Ende der Neunzigerjahre der Beweis für das ungelöste Problem aus der Zahlentheorie – der Große Satz von Fermat.  

Für die Forschung in seinem Spezialgebiet der partiellen Differentialgleichungen erhielt zudem der 1975 geborene Martin Hairer aus Österreich die Fields-Medaille. Die Gleichung wird für die Simulation des Klimas auf der Erde verwendet. Hairer arbeitet jedoch auch an Differentialgleichungen, in denen Zufallsterme auftauchen, die beispielsweise das Rauschen an den Aktienmärkten abbilden.

Von Petra Funk

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