Forschung 20.11.2009, 19:43 Uhr

Europäische Unternehmen legen bei FuE-Investitionen deutlich zu  

Weltweit sind trotz Wirtschaftskrise die Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen im Jahr 2008 um 6,9 % gestiegen. Treiber der Entwicklung sind vor allem Länder wie China und Indien, deren Industrieunternehmen ihre Forschungsanstrengungen massiv aufstockten. Aber auch europäische und amerikanische Unternehmen haben erheblich zugelegt. VDI nachrichten, Brüssel, 20. 11. 09, moc

Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise treten die europäischen Unternehmen bei Forschung und Entwicklung (FuE) nicht auf die Bremse: Unter den 1000 weltweit forschungsstärksten Industriefirmen überholten die europäischen Unternehmen – insgesamt genommen – mit einer FuE-Steigerung von 8,1 % im Jahr 2008 zum zweiten Mal nach 2007 die amerikanischen (5,7 %) und japanischen Konkurrenten (4,4 %).

Dies geht aus dem aktuellen „EU-Anzeiger für FuE-Investitionen der Industrie 2009“ hervor, den das JRC-Institut für prospektive Technologiestudien der EU-Forschungsstelle in Brüssel vorstellte.

Nimmt man die einzelnen Unternehmen, sieht das Bild etwas anders aus. Im Feld der weltweiten Top 10 verdrängt Toyota mit Forschungsausgaben von 7,61 Mrd. € erstmals den US-Elektronikkonzern Microsoft (6,48 Mrd. € von der bisherigen Pole Position.

Von Platz 14 gestartet, schiebt sich als shooting star der Wolfsburger Volkswagenkonzern erstmals auf Platz 3. Damit überflügelt der niedersächsische Autobauer mit Forschungsinvestitionen von 5,93 Mrd. € deutlich General Motors (5,76 Mrd. €), das von Platz zwei auf den fünften Rang zurückfällt und bremst ebenso Daimler aus, das aus den Top 10 nach fünf Jahren auf Platz 13 absteigt.

Unter den ersten zehn Spitzenreitern finden sich neben VW noch der Handykonzern Nokia auf Platz 8 (2007: Platz 5) und die Schweizer Pharmagruppe Novartis auf Platz 10 (2007: 14. Rang).

„Dass die EU-Unternehmen auch in Zeiten der Wirtschaftskrise ihre Forschungsinvestitionen 2008 weiter aufrechterhalten haben, ist die beste Strategie, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen“, betonte EU-Forschungskommissar Janez Potocnik bei der Vorstellung des Berichts.

Es komme darauf an, so der Forschungskommissar, die EU-Unternehmen mit Anreizen für den Ausbau forschungsintensiver Bereiche zu unterstützen.

Potocnik begrüßt hierbei besonders den Zuwachs der FuE-Investitionen im Bereich der kohlenstoffarmen Energietechnologien. Sie seien eine neue Quelle für Wachstum und Beschäftigung.

Den höchsten FuE-Zuwachs verzeichnen allen voran Unternehmen aus China mit einer Zunahme insgesamt von 40 %, gefolgt von Indien (27,3 %), Taiwan (25,1 %) und Brasilien (18,6 %).

Die Folgen der Krise schlagen sich bisher nicht bei den FuE-Investitionen, aber um so stärker bei den Betriebsgewinnen der Unternehmen nieder, die in der EU um 30,5 % und in den USA um 19,1 % zurückgegangen sind.

Biotechnologie, Pharmazie und Automobilsektor sind FuE- Spitzenreiter

Der Automobilsektor stellt weltweit mit 17,1 % die drittstärkste Branche nach der Pharmazeutischen Industrie und Biotechnologie mit knapp 19 % beziehungsweise 25 % dar. Volkswagen mit 20,4 %, Peugeot mit 14,4 % und Fiat mit 14,1 % legten in ihren Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen zweistellig zu, während Daimler (-9,1 %), BMW (-8,9 %) und General Motors (-1,2 %) als Schlusslichter rangieren.

Der FuE-Zuwachs in den USA wird von FuE-intensiven Sektoren wie Pharmaindustrie, Biotechnologie und Informationstechnik dominiert. In der EU verteilen sich die FuE-Leistungen hingegen gleichmäßiger auf alle Wirtschaftszweige.

Während US-Unternehmen ihre Führungsposition in den Sektoren mit hoher FuE-Intensität wie Bio-, Gen- und Pharmaindustrie ausbauen und ihre Investitionen über die letzten vier Jahre um 35 % steigern konnten, warten die EU-Unternehmen hier lediglich mit einem Wachstum von 13,6 % auf.

Führend sind EU-Unternehmen allerdings in Sektoren mit mittlerer und niedriger FuE-Intensität wie der Automobilbranche und deren Zulieferindustrie, im Elektro- und Elektronikgerätebau sowie der Chemieindustrie. Pharmaindustrie und Biotechnologiesektor konnten ihre Position als größte FuE-Investoren mit 18,9 % bzw. 25 % sowohl weltweit als auch in den USA ausbauen.

In der EU laufen wegen forschungsunfreundlicher Rahmenbedingungen, Biotech-Unternehmen ihren weltweiten Wettbewerbern weiter hinterher, so der Bericht. THOMAS A. FRIEDRICH

Von Thomas A. Friedrich

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