Konferenz 30.10.2009, 19:43 Uhr

Ende des Wachstums ist der Anfang  

Beim „Future-Dialogue“ in Berlin trafen sich am Montag auf Einladung der Max-Planck-Gesellschaft und des Siemens-Konzerns 400 Wissenschaftler, Politiker und Manager, um Antworten auf drängende globale Probleme zu finden: Klimawandel, Gesundheitsvorsorge und Verstädterung. Fazit: Ein Diskussionstag rettet nicht die Welt, bietet aber Impulse. VDI nachrichten, Düsseldorf, 30. 10. 09, cha

Es ging provokant los: US-Wissenschaftler Dennis Meadows, der mit seinem Buch „Die Grenzen des Wachstums“ für Furore gesorgt hat, konfrontierte die Besucher gleich mit einer unangenehmen Einsicht: Die Menschheit lebt nach Ansicht von Wissenschaftlern so, als könnte sie auf die Ressourcen von 1,5 Planeten Erde zurückgreifen. Kann sie aber nicht, und deshalb rief Meadows dazu auf, das Verhalten zu verändern und auf nachhaltiges Wirtschaften umzustellen.

Meadows hatte allerdings schon in den 70er-Jahren vor den Gefahren eines allzu starken Wachstums gewarnt und zur Verlangsamung aufgerufen, blieb aber mit seinem Ansatz eher ein einsamer Rufer in der Wüste. „Wir werden in den nächsten 20 Jahren so fundamentale Veränderungen erleben, wie in den letzten 100 Jahren nicht“, warnte Meadows. Die Finanzkrise sei nur der Anfang, und niemand solle glauben, dass es ein „back to normal“ gebe. Die Krise markiere den Beginn einer Kette von Diskontinuitäten. Meadows zeigte sich allerdings pessimistisch, was den Veränderungswillen der Menschheit betrifft: Sie werde erst umsteuern, wenn die Serie weitergeht. Die Themen, mit denen sich die Bevölkerung jetzt auseinandersetzen müsse, seien nur die Symptome, diese zu kurieren, reiche nicht aus. Bei dem nötigen Veränderungsprozess in Wirtschaft und Gesellschaft könne Technologie helfen, aber sie könne niemals die Lösung sein, betonte Meadows. Wie es gelingen kann, die Gewohnheiten aufzubrechen, darauf wusste auch Meadows keine Antwort.

Siemens-Chef Peter Löscher hob hervor, dass Technologie eine besondere Bedeutung zukommt. Prognosen gehen von einer Bevölkerungsgröße von 9 Mrd. Menschen im Jahr 2050 aus. Löschers Zauberformel: RDDD (research, development, demonstration, diffusion).

Es sei zwingend notwendig, übergreifend an technischen Lösungen zu arbeiten und Leuchtturmprojekte zu installieren. Dafür müsse von der Politik der Rahmen geschaffen werden. Er nannte Clean-Coal-Demonstrations-Anlagen und auch Desertec, das geplante Solar-Gemeinschaftsprojekt in Nordafrika. Es sei zudem erforderlich, dass Ergebnisse der Grundlagenforschung in höherem Maße in der Industrie Eingang finden (diffusion).

Schon jetzt setzt Siemens laut Löscher rund 19 Mrd. € mit grüner Technologie um, mehr als 100 000 Menschen arbeiten dort in der Green Technology. „Und wir werden weiter wachsen, weltweit, im zweistelligen Bereich“, sagte der Konzernchef. „Deutschland ist führend in diesem Technologie-Sektor, wir müssen diese Position verteidigen“, so Löscher. 95 % der Siemens-Innovationen würden in Kooperationen mit Institutionen und Forschern entwickelt, weit über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg.

Dass es schon helfen würde, wenn es ein weltweites Handelssystem für CO2-Emissionen geben würde, davon zeigte sich Frieder Meyer-Krahmer überzeugt. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung äußerte desillusioniert: „Mein Vertrauen in die politischen Führer ist allerdings nicht von Optimismus geprägt, sagte er. Im Vorfeld der Klimakonferenz in Kopenhagen macht das nicht viel Mut. Doch der Klimawandel-Experte Lord Laurence Stern erinnerte sich auch daran, dass im Vorfeld des G8-Treffens in Gleneagles im Jahr 2005 viele Länderlenker dem Thema der Konferenz, der Klimaveränderung, ablehnend gegenüberstanden. „Wir sind einen langen Weg gegangen“, so Stern. „Es hat sich schon viel bewegt.“ Vor allem die USA müssten sich verstärkt der CO2-Bekämpfung verpflichten, andere Länder hätten schon viel geleistet. C. HANTROP

Von C. Hantrop

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