Forschung 10.07.2009, 19:42 Uhr

Doktoranden entwickelnTechnik nah am Menschen  

Interdisziplinär zusammengestellte Doktoranden-Teams arbeiten im neuen Innovationszentrum Human-Centric Communication (H-C3) der Technischen Universität Berlin (TUB) an barrierefreien Kommunikationstechnologien – und an ihrer eigenen Karriere. VDI nachrichten, Berlin, 10. 7. 09, Fr

Ihre wissenschaftlichen Kernkompetenzen organisiert die Technische Universität Berlin (TUB) seit jeher in interdisziplinären Verbünden. So unterstreicht die Alma Mater an der Straße des 17. Juni ihre Stärken als Forschungsuniversität. In den sieben wissenschaftlichen Zukunftsfeldern, denen sich die TUB wegen deren großer Bedeutung für Gesellschaft und Wirtschaft in jüngster Zeit besonders intensiv widmet, ist überfachliche Zusammenarbeit vollständig unverzichtbar. Nur so machen die eigens gegründeten Innovationszentren für jeden einzelnen der Forschungsschwerpunkte Energie, Gestaltung von Lebensräumen, Gesundheit und Ernährung, Mobilität und Verkehr, Wasser, Wissensmanagement sowie Information und Kommunikation wirklich Sinn.

Fakultätsübergreifend und im Verbund mit externen Partnern zusammengearbeitet wird selbstverständlich auch im Innovationszentrum Human-Centric Communication (H-C3). Darin unterscheidet sich das jüngste, erst im vergangenen Herbst gegründete Innovationszentrum nicht von den sechs anderen Zentren, die ebenfalls 2006 aus der Exzellenzinitiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hervorgegangen sind und ebenfalls von diversen Forschungsinstituten der Universität sowie der Fraunhofer Gesellschaft unterstützt werden. Das Besondere am noch blutjungen H-C3-Innovationszentrum „Human-Centric Communication“ ist das von den Akteuren vorgelegte Entscheidungs- und Arbeitstempo.

Bereits zwei Projekte wurden abgeschlossen: Das Projekt „Trust Models for Communication Spaces“ (Projektpartner: Fachgebiet Theorie Verteilter Systeme, Prof. Dr. Uwe Nestmann, sowie Fachgebiet Entwurf und Testen von Telekommunikationssystemen, Prof. Dr. Ina Schieferdecker) erforscht die Vertrauenswürdigkeit von netzwerkbasierten Angeboten wie dem Online-Kauf, das Projekt „Navigation im virtuellen sozialen Raum“ (Projektpartner: Fachgebiet Neuronale Informationsverarbeitung, Prof. Dr. Klaus Obermayer, sowie Zentrum Technik und Gesellschaft, Prof. Dr. Werner Rammert) beschäftigt sich mit der inhaltsbasierten Navigation in nutzergenerierten 3D-Welten wie beispielsweise Second Life.

Zwei weitere Projekte sind Ende Mai an den Start gegangen und werden in den kommenden sechs Monaten über das HC-3-Zentrum gefördert. Von sieben interdisziplinären Antragsskizzen bekamen von der Gutachterkommission den Zuschlag: Das Projekt „User-Driven Data Control in Communication Spaces“ (Projektpartner: Fachgebiet Theorie Verteilter Systeme, Prof. Dr. Uwe Nestmann, sowie Fachgebiet Entwurf und Testen von Telekommunikationssystemen, Prof. Dr. Ina Schieferdecker) und das Vorhaben „Localized Image Browsing“ (Projektpartner: Fachgebiet Computergrafik, Prof. Dr. Marc Alexa, sowie Fachgebiet komplexe und verteilte IT-Systeme, Prof. Dr. Odej Kao).

Von einem so breiten Korridor für Forschungsthemen können junge Wissenschaftler an anderen Orten oft nicht einmal träumen. „Das Spektrum ist bewusst sehr breit angelegt“, sagt Irina Piens, Leiterin der H-C3-Geschäftsstelle, und erläutert: „Wir wollen Technologien für eine auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Menschen ausgerichtete Kommunikation entwickeln.“ Mit dieser Sicht weiß sich die Geschäftsstellen-Leiterin ganz auf der Linie von Prof. Dr.-Ing. Adam Wolisz. Der Koordinator und Sprecher des Innovationszentrums H-C3 ist überzeugt: „Kommunikation spielt für die Gesellschaft eine ähnliche Rolle wie das Nervensystem für den Menschen.“ Ziel der Forschungsinitiative sei es, Menschen, egal aus welcher Bildungs- oder sozialen Schicht, einen intuitiven Zugang und Umgang mit Informationen zu ermöglichen. Deshalb gelte bei allen Projekten der Grundsatz: „Der Mensch steht im Mittelpunkt der Kommunikation, nicht die Technik.“

Gefördert werden im „Human-Centric Communication“ deshalb Vorhaben, die eine „flexible und intuitive Unterstützung beim Zugang zu situationsabhängigen Informationen“ und beim Austausch von Informationen gewährleisten. So sollen beispielsweise innovative Mensch-Maschine-Schnittstellen, „die automatisch die Situation der Nutzer erkennen“, künftig die Bedienungsfreundlichkeit von Diensten erhöhen. Zu den Visionen der H-C3-Verantwortlichen gehört auch „eine hochqualitative, sichere und flexible Inhaltsübertragung, die unabhängig von dem Aufenthaltsort der Kommunikationspartner ist und die den Schutz der Privatsphäre erlaubt“.

Die Voraussetzung dafür, dass diese Visionen einmal Wirklichkeit werden, schafft sich das Innovationszentrum selbst. Integraler Bestandteil des H-C3 ist nämlich ein Graduiertenprogramm. Es besteht aus einem zweijährigen Master- und einem dreijährigen Doktorandenstudium, deren Teilnehmer mit jährlich bis zu 25 000 € gefördert werden. Im ersten Jahrgang 2007 wurden sechs, im Herbst 2008 acht Studierende zugelassen.

Das Programm soll in diesem Jahr fortgesetzt werden. „Die ersten Anfragen liegen bereits vor“, sagt Geschäftsstellenleiterin Irina Piens, „aber wir suchen noch nach weiteren Mittelgebern, beispielsweise Unternehmen aus der Telekommunikation, Software und Informatik oder aus der Elektro- und Sicherheitstechnik.“ Für die Sponsoren lohnt sich das Engagement. Sie erhalten auf diese Weise Einblicke in die breite Palette der Forschungsergebnisse und gewinnen so den direkten Zugang zum Know-how.

Zielgruppe des Graduiertenprogramms sind Studierende mit einem Bachelor-Abschluss in Informatik, Technischer Informatik, Elektrotechnik oder angrenzenden Fachgebieten wie Physik, Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, die während des Master-Studiums als Studentische Hilfskraft beschäftigt werden. Für die Beteiligung am Promotionsprogramm werden Stipendien in Aussicht gestellt. Über die Vergabe entscheidet ein Auswahlkomitee, ebenso wie über den Zugang zum integrierten Graduiertenprogramm. Das zweisprachige Studium (deutsch/englisch) ist auf fünf Jahre ausgelegt. Es bietet an der Thematik interessierten Studentinnen und Studenten bereits während ihres Studiums zum Master die Möglichkeit, sich zielgerichtet an relevanten Forschungsprojekten zu beteiligen und ihre anschließende Promotion vorzubereiten. REGINA-C. HENKEL

www.h-c3.org

Von Regina-C. Henkel

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