Forschung 29.06.2007, 19:28 Uhr

Deutschland ist Europas Innovationsmotor  

durch akuten Mangel an Arbeitskräften und die fehlende steuerliche Forschungsförderung.

Deutschlands Industrie wartet mit einem Spitzenwert von 72,9 % als Innovationsmotor Europas auf. Im Jahre 2005 brachten damit nahezu drei Viertel der deutschen Unternehmen neue oder deutlich verbesserte Produkte auf den Markt. Es folgen Irland und Belgien mit Innovationswerten von 60,9 % beziehungsweise 58,1 %. Für die gesamte erweiterte Europäischen Union (EU27) beträgt der Durchschnittswert 35,9 %. Die Schlusslichter im internationalen Innovationswettlauf bilden Ungarn (21,1 %), Bulgarien (18,0 %) und Litauen (17,4 %).

Dies geht aus den jüngsten Innovationsstatistiken des EU-Statistikamtes Eurostat hervor. Referenzjahr ist hier 2005.

Auch bei den Dienstleistungen führt Deutschland die Innovationsskala an. Mit 57,5 % der Unternehmen hat jeder zweite Dienstleister wesentliche Neuerungen (Referenzjahr 2004) auf den Weg gebracht. Im Dienstleistungssektor waren allerdings nur in drei Mitgliedstaaten mehr als die Hälfte aller Dienstleistungsunternehmen innovativ: Luxemburg (53,2 %), Island (51,4 %) und Estland (50,7 %).

Diese hohe Innovationsorientierung ist auch, so der jüngst erschienene Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit (TLF) Deutschlands, ein maßgeblicher Grund für die anhaltenden Exporterfolge der deutschen Wirtschaft.

Unter den großen EU-Staaten liegen Großbritannien wie Frankreich und Italien in ihrer Innovationsleistung sowohl im industriellen als auch im Dienstleistungsbereich deutlich hinter der Bundesrepublik zurück. Während in Großbritannien 44,4 % der Industrieunternehmen und 41,8 % der Dienstleister als innovativ gelten, waren es in Frankreich 42,6 % in der Industrie beziehungsweise 33,6 % bei den Dienstleistern. Italien kam auf Werte von 32,0 % und 28,6 % bei den Dienstleistern.

Allerdings ist auch die deutsche Position in Gefahr, warnt der TLF-Bericht. So bedrohe ein akuter Personalmangel die Innovationsfähigkeit des Landes. Zugleich, so der TLF-Bericht, kann die Unternehmenssteuerreform die Innovationsbereitschaft solcher Unternehmen dämpfen, die Innovationen mit hohen Risiken planen. Vor allem aber, so der TLF-Bericht, sollte Deutschland wieder die steuerliche Förderung von FuE einführen. So ließen sich am besten die Innovationsanstrengungen des Mittelstandes gezielt fördern.

Denn die Innovationsleistungen der Unternehmen sind vor allem von den Betriebsgrößen abhängig. Grundsätzlich zählen noch immer Betriebe von 250 und mehr Beschäftigten zu den innovationsfreudigsten. Ausnahmen bilden Bulgarien, Estland, Luxemburg, Ungarn, Österreich und Schweden. In diesen Ländern zählen die Kleinunternehmen von 50 bis 249 Beschäftigten zu den innovativsten.

Doch insgesamt gesehen stellten große Unternehmen in der EU27 sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor den höchsten Anteil an Unternehmen mit neuen oder verbesserten Produkten. In der Industrie war dies in 22 und im Dienstleistungssektor in 21 EU-Mitgliedstaaten der Fall.

Je innovativer die Unternehmen, desto umsatzstärker: Diese Faustregel lässt sich sehr deutlich aus den Zahlen von Eurostat herauslesen. Der Anteil am Gesamtumsatz durch Marktneuheiten lag im Jahre 2004 in der Industrie EU-weit bei 8,6 %. Deutschland kommt hier auf einen Wert von 8,5 %, Großbritannien 8,7 % und Frankreich 9,0 %. Den größten Umsatz mit innovativen Industrieneuheiten verbuchten Bulgarien und die slowakische Republik mit 24,5 % beziehungsweise 21,1 %. Schlusslichter bilden in der EU Portugal (6,5 %), die Niederlande (6,3 %) und Spanien (6,0 %).

In der EU-Innovationserhebung wurden die Unternehmen auch nach den produktorientierten und prozessorientierten Innovationen befragt. Die am häufigsten genannten Innovationen waren produktorientiert. 37,8 % der Unternehmen führten an, dass Innovationen die Qualität der Waren und Dienstleistungen deutlich verbessere.

Die zweitwichtigste Auswirkung der Innovation war nach Angaben der Unternehmen die Erweiterung der Produkt- oder Dienstleistungspalette. Auf Ebene der EU27 war dies für ein Drittel aller innovativen Unternehmen eine sehr wichtige Auswirkung. In sieben Mitgliedstaaten war dies sogar die wichtigste Auswirkung und zwar in der Tschechischen Republik (40,6 % aller Unternehmen), Deutschland (38,0 %) und Irland (40,7 %). Lettland (77,3 %) und Frankreich (58,6 %) waren die einzigen Länder, in denen die Unternehmen die Erschließung neuer Märkte oder die Erhöhung des Marktanteils als die wichtigste Stoßrichtung ihrer Innovationen erachteten.

Nur wenig Auswirkungen schienen die Innovationen hinsichtlich einer Kostensenkung bei Material- und Energieverbrauch bei den europäischen Unternehmen auszumachen. Wichtiger waren Innovationen für die Senkung der Arbeitskosten bei immerhin 15,6 % der Unternehmen. Die Senkung der Umweltbelastung oder die Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit wurde in Lettland mit 45,5 % besonders hoch gesehen. TAF/moc

Von Thomas A. Friedrich/Wolfgang Mock

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