Europa 07.12.2012, 20:10 Uhr

Deutschland bleibt wichtigste Forschungsnation

Innerhalb Europas hat sich Deutschland als wichtigste Forschungsnation etabliert. Unternehmen in Deutschland haben im vergangenen Jahr so viel für Forschung und Entwicklung ausgegeben wie in keinem Jahr zuvor. Auch für dieses Jahr wird mit einer deutlichen Zunahme gerechnet.

Forschungsausgaben steigen in Deutschland weiter.

Forschungsausgaben steigen in Deutschland weiter.

Foto: GM

In Deutschland haben Unternehmen im Jahr 2011 so viel für Forschung und Entwicklung (FuE) aufgewendet wie nie zuvor: Insgesamt gaben sie 50,3 Mrd € für FuE aus, ein Zuwachs von 7,25 % gegenüber dem Jahr 2010.

Dies geht aus Zahlen hervor, die der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft diese Woche veröffentlichte.

Nicht aufgeschlüsselt ist bisher, wie groß daran der Anteil ausländischer Unternehmen war, die in Deutschland forschten. Im Jahr 2009 beliefen sich deren FuE-Ausgaben auf 27,3 % der Gesamtausgaben.

Deutschland: Unternehmen geben 2011 50,3 Mrd. € für Forschung und Entwicklung (FuE) aus

Bei den 50,3 Mrd. €, die 2011 von Unternehmen in Deutschland für FuE ausgegeben wurden, handelt es sich nur um diejenige FuE, die diese Unternehmen im eigenen Haus durchführten. Dazu kamen noch Ausgaben von 12,3 Mrd. €, die als Forschungs- und Entwicklungsaufträge von den Unternehmen an Dritte vergeben wurden – sei es an andere Unternehmen oder öffentliche Forschungseinrichtungen. Diese Ausgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr um 13,5 %.

Gut 90 % der gesamten FuE-Ausgaben stammen von Industrieunternehmen, der Rest von Dienstleistern.

Zu den Ausgaben der Unternehmen kommt hinzu, dass auch die Bundesregierung im Jahr 2011 die Forschungsanstrengungen deutscher Unternehmen mit 2 Mrd. € an Fördermitteln unterstützte.

Automobilindustrie ist in Deutschland führend in Sachen Forschung und Entwicklung (FuE)

Ein Trend, der schon Jahre sichtbar ist, hat sich auch im Jahr 2011 fortgesetzt: Die bei Weitem FuE-intensivste Branche ist die Automobilindustrie. Auf sie entfällt nahezu ein Drittel aller FuE, wenn man die Teile der Elektronikindustrie hinzuzählt, die für die Autobranche arbeiten, dürfte sich der Prozentsatz noch erhöhen.

Ähnlich ist die Lage bei den in FuE Beschäftigten. Auch von diesen arbeitet fast ein Drittel in der Automobilbranche. So sind Volkswagen und Daimler die beiden forschungsstärksten Unternehmen in Deutschland, gefolgt von Siemens, Bosch, Bayer und BMW.

Ein weiterer Trend wird durch die aktuellen Zahlen des Stifterverbandes dokumentiert: „Zwar existiert eine beträchtliche und im Trend steigende Zahl von kleinen forschungsaktiven Unternehmen. Deren Anteil an den Gesamtausgaben für FuE ist jedoch nahezu marginal“, so der Stifterverband. Über 75 % aller FuE-Ausgaben der Wirtschaft in Deutschland stammen aus Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten.

Die Bundesregierung versucht, diesem Gefälle zwischen großen und kleinen Unternehmen etwas gegenzusteuern. Von den 2 Mrd. €, mit denen sie FuE-Projekte der deutschen Industrie unterstützt, geht gut die Hälfte an kleine und mittlere Unternehmen.

Neue Bundesländer spielen in Deutschland eine besondere Rolle bei FuE

Auch ein dritter, seit Jahren anhaltender Trend hat sich fortgeschrieben: Unternehmen aus den neuen Bundesländern spielen in den FuE-Leistungen der deutschen Industrie nach wie vor kaum eine Rolle: So stammen nur 5,5 % des FuE-Personals aus ostdeutschen Unternehmen.

Doch auch zwischen den alten Bundesländern ist das Gefälle groß: So konzentrierten sich 2009, dem letzte Jahr mit vergleichbaren Daten, 27 % des FuE-Personals und fast 29 % der FuE-Aufwendungen allein in Baden-Württemberg.

Mit seinen hohen Forschungsausgaben hat Deutschland sich in Europa an die Spitze setzen können. So ist Deutschland seit vielen Jahren in Europa das Land mit den meisten Beschäftigten in FuE – fast 25 % des europäischen Forschungspersonals arbeiten in Deutschland. Ähnlich verhält es sich mit den absoluten FuE-Aufwendungen der Wirtschaft.

Ein politisches Ziel aber wurde in Deutschland bisher nicht erreicht: der Anstieg der FuE-Ausgaben von Wirtschaft, Bund und Ländern auf 3 % des Bruttoinlandsprodukts. 2011 lag der Anteil bei 2,88 %, wovon 1,94 % auf die Wirtschaft entfielen, der Rest auf Bund und Länder.

Für die Zukunft herrscht bei den in Deutschland FuE-treibenden Unternehmen offenbar Zuversicht: 2012, so der Stifterverband, sollen die Forschungsausgaben um 1,9 % auf 51,3 Mrd. € steigen, von 2012 auf 2013 noch einmal um 3,6 % auf 53,1 Mrd. €. Zu den forschungsstärksten Branchen im Land dürften auch dann wieder der Automobilbau, die Elektrotechnik, die Pharmazie und die Chemie gehören.

www.stifterverband.de

Von Wolfgang Mock

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