Forschung 28.03.2008, 20:33 Uhr

Deutschland bleibt Innovationsmotor Europas  

VDI nachrichten, Brüssel, 28. 03. 08, moc – Deutschland bleibt unangefochten Europameister bei den Innovationen in der Europäischen Union. Dies geht aus dem Technologie- und Innovationsbericht 2008 der EU-Kommission hervor. Immerhin gelten weit über die Hälfte aller deutschen Unternehmen als innovativ. Kleine und mittlere Unternehmen holen nur langsam auf.

Forschung und Entwicklung (FuE) gelten als Voraussetzung für innovative Produkte und Dienstleistungen. Im weltweiten Wettbewerb um produktfähige Innovationen schlägt sich die Europäische Union beachtlich. Doch während die europäische Industrie ihre FuE-Aufwendungen erstmals seit Längerem im Jahr 2005 wieder verstärkt hat, hinken die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) weiter hinterher. Der Grund: Für KMU rechnen sich FuE-Angestellte eher selten.

„Eine gewisse Größe ist notwendig, damit sich kontinuierliche FuE-Arbeit im Unternehmen rechnet“, unterstreicht EU-Direktor Michel Glaude vom Europäischen Statistikamt (Eurostat) das Dilemma der KMU. Die vielen der kleinen, aber auch der mittleren Unternehmen könnten sich FuE-Vollzeitbeschäftigte kaum leisten, lautet der Befund des jüngsten Eurostat-Anzeigers „Wissenschaft, Technologie und Innovation in Europa 2008“.

Der gut 230-seitige Bericht beleuchtet den Stellenwert von Forschung und Entwicklung in der EU im Vergleich zu den Vereinigten Staaten, Japan, China sowie aufsteigenden Regionen in der Welt.

Der Innovationsanzeiger belegt den Trend, dass die Innovationsintensität mit der Größe der Unternehmen in der EU signifikant zunimmt. So weisen 71 % der europäischen Großunternehmen, 53 % der mittleren, aber nur 35 % der kleinen Unternehmen Innovationsindikatoren auf wie ständiges FuE-Personal, Forschungsaufträge oder Patentaktivitäten. Immerhin galt im Jahr 2005 – dem letzten Jahr mit komplett erhobenen Daten – in der gesamten EU nahezu jedes dritte Unternehmen (31 %) als innovativ.

Das Innovationsniveau in den 27 EU-Mitgliedstaaten stellt sich recht unterschiedlich dar. Nahezu zwei Drittel (65,1 %)der erfassten 65 897 deutschen Unternehmen gehören zu den innovativen Leistungsträgern in der EU. So steuern sie im Zeitraum zwischen 2002 und 2005 pro Jahr mindestens mit einem Produkt oder der Erfindung einer neuartigen Dienstleistung entscheidend zum Innovationspotenzial Europas bei. Und ihre Innovationsgeschwindigkeit steigt weiter.

Deutschland rangiert damit in Sachen Innovation unangefochten an der Spitze der 27er-Gemeinschaft. Darauf folgen von sieben EU-Staaten, in denen jedes zweite Unternehmen als innovativ eingestuft ist: Österreich mit 52,5 % der Unternehmen, dicht gefolgt von Luxemburg und Irland mit je 52,2 % sowie Island (52 %), Dänemark (52,0 %), Belgien (51,2 %) und Schweden mit 50 %.

Zu den Schlusslichtern bei den Innovationsleistungen zählen Neuzugänge zur EU wie Rumänien, Bulgarien und Litauen mit Innovationswerten von unter 20 %.

In einigen Mitgliedstaaten schließen sich Unternehmen vermehrt zu Forschungs- oder Innovationsgemeinschaften zusammen. Hier tun sich vor allem die Länder Schweden, Belgien, Dänemark und Finnland mit bis zu 60 % kooperierender Unternehmen hervor.

In derartigen Unternehmenskooperationen profitieren dann auch kleine und mittlere Unternehmen stark von der Innovationskraft und -geschwindigkeit der Großunternehmen, etwa bei der Markteinführung von neuen Produkten oder Dienstleistungen.

Diesen Forschungskooperationen kommt nach Ansicht von Eurostat-Direktor Michel Glaude Modellcharakter zu. „Unter den europäischen Unternehmen ist insgesamt eine steigende Tendenz in der Innovationsgeschwindigkeit seit Mitte des Jahrzehnts festzustellen“, unterstreicht er und weist auf die steigenden Bemühungen in der globalisierten Welt hin, durch eine Vernetzung der Forschungsanstrengungen im Wettbewerb zu bestehen.

Der Eurostat-Bericht verdeutlicht ebenso, dass forschungsintensive und innovationsfreudige Unternehmen in der EU sich über ihre lokalen und regionalen Märkte hinaus mit innovativen Produkten international besser behaupten können. Je höher der Innovationsgrad umso größer auch der Geschäftsradius des einzelnen Unternehmens auf den Weltmärkten. Das trifft sowohl für das produzierende Gewerbe zu wie für die immer wichtiger werdenden innovativen Dienstleistungen. THOMAS A. FRIEDRICH

Von Thomas A. Friedrich

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