Forschung 08.12.2006, 19:25 Uhr

China wird zur Forschungs-Großmacht  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 8. 12. 06, moc – China ist schon lange nicht mehr nur der billige Produktionsstandort westlicher Unternehmen. Wie kaum ein Land hat China in den letzten Jahren in seine Forschung investiert – der Westen muss sich vorsehen.

China wird in diesem Jahr zum ersten Mal mehr Geld für Forschung und Entwicklung (FuE) ausgeben als Japan und nach den USA zum zweitgrößten Investor in FuE aufsteigen. Dies legen die vorläufigen Schätzungen des jüngsten „OECD Science, Technology and Industry Outlook 2006“ nahe.

„Der schnelle Zuwachs sowohl bei den FuE-Ausgaben wie bei der Zahl der angestellten Forscher verblüfft“, so Dirk Pilat, Chef der Science and Technology Policy Division der OECD.

Nach OECD-Angaben wird China im Jahr 2006 insgesamt umgerechnet 136,3 Mrd. Dollar für FuE ausgeben, mehr als Japan (129 Mrd. Dollar), allerdings noch deutlich weniger als die USA (337,9 Mrd. Dollar) und die EU-15 (233,3 Mrd. Dollar).

Zum Vergleich: Deutschland – öffentliche Hand und Wirtschaft – wird 2006 umgerechnet gut 63,3 Mrd. Dollar für FuE ausgeben.

China hat damit in den letzten Jahren in Sachen Forschung und Entwicklung gegenüber den bislang führenden Forschungsregionen Japan, USA und Europa enorm aufgeholt. Vergleicht man aber den Anteil der FuE-Ausgaben des Landes am Bruttoinlandsprodukt, hängt China allerdings noch immer deutlich zurück: So lagen die FuE-Ausgaben am BIP 2004 gerade mal bei 1,2 %. In den USA und Japan sind sie doppelt so hoch, in der EU liegen sie bei 1,9 %.

Überraschend ist nur die Geschwindigkeit des FuE-Wachstums in China: Von 1995 bis 2004 nahmen die FuE-Ausgaben von umgerechnet 17 Mrd. Dollar auf 94 Mrd. Dollar zu und bis 2006 noch einmal auf 136,3 Mrd. Dollar. Damit wachsen die Forschungsausgaben in China mit knapp 20 % fast doppelt so schnell wie die Wirtschaft des Landes insgesamt.

Das Geld ist aber nicht alles. China hat für die Zeit bis 2020 einen detaillierte Plan zur Entwicklung von Wissenschaft und Technik aufgelegt. Wesentliches Element ist die Entwicklung von Basistechnologien für die Bereiche Energie, Umwelt, Landwirtschaft, Dienstleistungsgewerbe und öffentliche Sicherheit.

Daneben gibt es eine Reihe von Spitzentechnologien, von der Biotechnologie über die Materialtechnik bis zur Raumfahrt, die explizit gefördert werden sollen. Dazu kommt der gesamte Bereich der Grundlagenforschung.

Dann aber, und das macht die Brisanz der Strategie aus, folgt eine detaillierte Darstellung, wie das chinesische Innovationssystem zu errichten sei.

Dabei ist von der zu erwartenden Staatshörigkeit nicht viel zu spüren: Im Zentrum der chinesischen Bemühungen steht das Ziel, vor allem die Unternehmen zur Hauptstütze der technischen Innovation zu machen.

Flankiert werden diese Maßnahmen von massiven Steuerentlastungen für chinesische Unternehmen, verbunden mit einer gezielten Förderung durch den staatlichen Finanzsektor. Als Folge dieser Initiativen soll der Anteil der FuE-Ausgaben am chinesischen BIP bis 2020 auf auf 2,5 % ansteigen.

Die Voraussetzungen dafür schafft das Land derzeit, so der OECD-Bericht. So wuchs die Zahl der Forscher von 1995 bis 2004 um 77 % auf 926 000. Und diese sind immer häufiger im Ausland ausgebildet: Allein 18 % aller Hochschulabsolventen in den USA sind Chinesen.

Regionen wie Europa spüren diese massive Aufholjagd Chinas in Sachen Forschung bereits: Während die FuE-Investitionen der USA in Asien, insbesondere in China, steigen, gehen sie in Europa zurück. W. MOCK

Von W. Mock

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