Forschung 17.12.2004, 18:35 Uhr

Bremer Forscher haben Tomaten vor den Augen

VDI nachrichten, Bremerhaven, 17. 12. 04 – Auch scheinbar Altbekanntes besitzt noch Potenzial für Innovationen. Das bewiesen jetzt die Forscher des Technologie-Transfer-Zentrums (ttz) Bremerhaven. Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojektes entwickelten sie neue Produkte aus der Tomate.

Das ttz ist bei seinen Forschungen nach innovativen Anwendungen von Naturstoffen wieder fündig geworden: „In unserem Projekt Tom zur Nutzung von Tomaten-Inhaltsstoffen haben wir völlig neue Produkte entwickelt, die sich in der Kosmetik und in der Lebensmittelwirtschaft verwenden lassen“, freut sich Projektleiterin Caroline Mähr aus dem ttz- Projekthaus Bio-Nord in Bremerhaven.
„Beim jüngsten Treffen der beteiligten Projektpartner aus ganz Europa haben wir festgestellt, dass der neue Herstellungsprozess vor allem auch wirtschaftlich zu realisieren ist“, betont sie. Im Vordergrund steht eine aus Tomaten gewonnene Substanz mit besonders guten Eigenschaften etwa für Feuchtigkeitscremes. „Wir leisten einen Beitrag dazu, dass ein natürlicher Stoff, gewonnen durch ein schonendes, umweltfreundliches Verfahren, die Haut vor oxidativem Stress und somit vor Alterserscheinungen schützt.“
Doch mit der kosmetischen Anwendung ist es für die Forscher noch nicht getan: „Wir haben eine ganzheitliche Verwertung entwickelt, wir nutzen also die gesamten Komponenten der Tomaten“, erläutert Mähr. „Dies war eine besondere Herausforderung, denn diese Stoffe müssen natürlich durch ein wirtschaftliches Verfahren und gleichzeitig in hoher Qualität gewonnen werden.“
Zu den vorzeigbaren Ergebnissen gehören u. a. konkurrenzfähige Ballaststoffe (Fasern). Weiterhin wird ein Lycopin-haltiges Öl gewonnen, dem sich gesundheitsfördernde Eigenschaften zuschreiben lassen. „Nach wissenschaftlichen Studien schützt Lycopin das Herz-Kreislauf-System und kann dem Krebs vorbeugen“, so Mähr. Das Öl kann etwa in der Produktion von Teigwaren wie Brot oder Nudeln eingesetzt werden.
Anliegen des im Jahr 2003 gestarteten Forschungs- und Entwicklungsprojektes „Tom“ ist es, aus bislang von der Nahrungsmittelindustrie nicht genutzten Tomatenreststoffen wertvolle Substanzen zu gewinnen und geeignete Anwendungsmöglichkeiten zu bestimmen. Hintergrund ist die Tatsache, dass bei der Herstellung von herkömmlichen Tomatenprodukten – etwa Saucen, Ketchup und anderen – bis zu 40 % der ursprünglichen Früchte nicht verwendet werden. Dieser Anteil wird zumeist kompostiert oder als Tierfutter verwendet. Tomaten sind die in der europäischen Lebensmittelproduktion am häufigsten verwendeten Früchte.
Aufgrund des hohen Innovationspotenzials und der Anwendbarkeit für die Hersteller wird das Projekt Tom von der Europäischen Union mit Geldern aus dem Mittelstandsförderprogramm „Craft“ unterstützt. Beteiligt sind sechs Unternehmen sowie drei Forschungseinrichtungen aus insgesamt fünf europäischen Ländern.
„Dieses Projekt zeigt die enge Verzahnung zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucherschutz, die Eckpfeiler für die Tätigkeit des Technologie-Transfer-Zentrums Bremerhaven ist“, betont ttz- Geschäftsführer Werner Mlodzianowski. „Besonders interessant ist hier die Verknüpfung der gesellschaftlichen Gesundheits- und Wellness-Trends mit natürlichen Verfahren und Prozessen, die wir als innovatives Forschungsunternehmen erstmals in dieser Form für den Markt entwickelt haben.“
Dem ttz Bremerhaven sind sechs Forschungsinstitute zugehörig, die sich der Entwicklung moderner marktfähiger Produkte und Prozesse verschrieben haben. Dies sind jeweils das Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik (BILB) das Umweltinstitut das Institut für Energie- und Verfahrenstechnik (IEV) das Bremerhavener Institut für Gesundheitstechnologien (BIGT) das Bremerhavener Institut für Biologische Informationssysteme (BIBIS) sowie das Bremerhavener Institut für Organisation und Software (BIOS).
Den Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt der Blauen Biotechnologie hat das ttz Bremerhaven im Technologiezentrum Bio-Nord in Bremerhaven angesiedelt – diese Region ist von der EU als Schwerpunkt für Blaue Biotechnologie anerkannt.

 

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