Forschung 10.04.2009, 19:40 Uhr

Biotechnologie zieht es in den Mittleren Westen  

„Bio mag Ohio“ lautet der frei übersetzte Slogan der dortigen Wirtschaftsförderung. Doch weniger die markigen Sprüche als vielmehr knallharte Argumente haben den unscheinbaren Staat in Amerikas Mittleren Westen zum Mekka für Bio- und Medizintechnologien gemacht. VDI nachrichten, Cincinnati, 9. 4. 09, ber

Bei Biotechnologien in den USA denkt man zunächst an die bekannten Forschungsstätten in Kalifornien, Massachusetts und vielleicht noch Pennsylvania – nicht aber an Ohio. Dabei lohnt sich eine nähere Betrachtungsweise dieses unspektakulären Staates. Denn Ohio liegt in den USA auf Platz 4 beim Ranking der besten Biotech-Staaten, das alljährlich von der Fachzeitschrift Business Facilities durchgeführt wird.

„Ohio ist einer der weltweit besten Standorte für Unternehmen der Biowissenschaften, weil es hier ein Partnernetz von über 1000 solcher Unternehmen gibt, die bereits unsere enge Verzahnung von Forschung, Anwendung, Produktion und Förderung erfolgreich für sich umsetzen konnten“, schwärmt John Lewis, Vizepräsident der Bioscience-Fördergesellschaft BioOhio.

In der Tat ist die Bedeutung der Biotechnologie für Ohio erheblich. Mit einer Wertschöpfung von 148,2 Mrd. $ im Jahr 2007 hatte die Branche einen Anteil von 15,7 % am 950 Mrd. $ starken Bruttosozialprodukt des Staates. Dieser Anteil wurde von 1,3 Mio. Personen erwirtschaftet, was einer Pro-Kopf-Leistung von 114 000 $ entspricht.

Trotz dieser hohen Wirtschaftsleistung bei den Biotech-Unternehmen ist das Lohnniveau in Ohio relativ gering. Gemäß einer jüngst durchgeführten Untersuchung der Boyd Group kostet der Betrieb einer 6000 m2 großen Biotech-Produktionsanlage in Ohio nur 70 % dessen, was ein vergleichbarer Betrieb im Großraum New York kosten würde.

Das günstige Lohnniveau darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es in den beiden Biotech-Zentren Cincinnati und Cleveland viele hochbezahlte Forscher gibt. Von den 1,3 Mio. Mitarbeitern in Ohios Biotech-Szene sind beispielsweise 252 195 bei den medizinischen Colleges angestellt. Diese rekrutieren ihren wissenschaftlichen Nachwuchs überwiegend über die renommierte Cleveland-Klinik sowie die University of Cincinnati (UC). Folglich haben die dort ansässigen Unternehmen kein Problem mit dem Besetzen ihrer anspruchsvollen Arbeitsplätze.

Breiten Raum nimmt etwa beim Genome Research Institute (GRI) das Drug Discovery Center ein. Hier wurde unlängst eine der modernsten Anlagen weltweit installiert. Die aus Hamburg stammende Evotec-Anlage erlaubt das Bearbeiten von bis 100 000 Proben/Tag.

Die Anlage wird gemeinschaftlich mit dem Academic Health Center der UC betrieben und liefert zahlreiche Aufträge aus der Industrie. „Vergleichbare Systeme gibt es nur bei den großen Pharmakonzernen und einigen wenigen Universitäten. Damit sind wir eine wichtige Ressource gerade für mittelständische Betriebe oder für kleinere Institute“, sagt Prof. Sandra Nelson, die für den Betrieb der Anlage und für die Analyseergebnisse verantwortlich ist.

Die enge Zusammenarbeit von Industrie und Universität bietet der dortigen mittelständischen Biotech-Szene erhebliche Vorteile gegenüber der weltweiten Konkurrenz. Ein Beispiel hierfür ist die Firma Meridian Bioscience, die auf die Herstellung von einfach anwendbaren Testverfahren für eine Vielzahl ansteckender Krankheiten spezialisiert ist.

Das Unternehmen stellt etwa 150 verschieden Produkte her. Die dafür erforderlichen Substanzen werden häufig gemeinsam mit den örtlichen Forschungseinrichtungen hergestellt, die meist die Grundlagen erarbeiten. Meridian entwickelt dann die Anwendungstechnologie in Form von Teststreifen oder Analyseflüssigkeiten. Zudem wird bei Meridian die gesamte Massenfertigung der Testsets entwickelt und betrieben. Das Unternehmen vertreibt seine Produkte weltweit. HARALD WEISS

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