Internationale Zusammenarbeit 02.03.2012, 12:00 Uhr

Australien und Deutschland kooperieren in puncto Forschung

In diesen Wochen feiern Australien und Deutschland den Beginn ihrer diplomatischen Beziehungen vor 60 Jahren. Der Kontinent bietet Reisenden atemberaubende Natur und Artenvielfalt. Doch auch als Forschungs- und Wirtschaftsstandort wird er für deutsche Unternehmen immer interessanter – und bietet sich als Sprungbrett nach China oder Südostasien geradezu an.

„Viele Deutsche nehmen Australien nur als Reiseziel wahr. Aber wir haben einiges mehr zu bieten als schöne Natur“, erklärte der australische Botschafter Peter Tesch kürzlich gegenüber den VDI nachrichten. Ein zweiter Blick auf sein Land lohne sich.

Seit 60 Jahren pflegen Australien und Deutschland diplomatische Beziehungen. Und es liegt wohl vor allem an der räumlichen Distanz, dass die beiden Länder darüber hinaus fast nur touristisch in Kontakt stehen. Denn es wäre mehr drin. „Unsere Wertesysteme sind einander sehr ähnlich“, sagte etwa Glyn Davis, Vizekanzler der Uni Melbourne. Und auch die Herausforderungen der Länder ähneln einander. Beide wollen sich mit Forschung und Entwicklung in der wachsenden globalen Konkurrenz behaupten.

Wissenschaftlerdelegation aus Australien nimmt deutsche Forschung unter die Lupe

Davis leitete in den letzten Wochen eine Wissenschaftlerdelegation, die deutsche Hochschulen und Forschungsstandorte bereiste. Ihr Ziel: engere wissenschaftliche und technologische Kooperation. Botschafter Tesch teilt es. „Wir sollten unsere Partnerschaft auf ein neues Level heben und eine strategische Forschungspartnerschaft entwickeln“, sagte er. Es gebe reichlich Anknüpfungspunkte – auf beiden Seiten.

Beispiel Klimaschutz. Australien habe, so Tesch, inzwischen eine CO2-Gesetzgebung und werde den Sektor der erneuerbaren Energien konsequent ausbauen. Die Wind- und Solarpotenziale sind enorm. Sie wollen gehoben werden – hierbei könne deutsches Know-how helfen. Auch, um ein zentrales Problem des Kontinents anzugehen, den Wassermangel – ob Meerwasserentsalzung mit regenerativ erzeugter Energie oder IT-gestütztes Wassermanagement mit Sensornetzwerken und automatisierten Bewässerungssystemen. Erste Erfahrungen zeigten, dass der Verbrauch des kostbaren Nasses mit solchen Systemen um 40 % bis 60 % sinke.

Eine anderes massives Problem, das der Klimawandel potenziell verschärfen wird, sind die verheerenden Buschbrände. Mit Geschwindigkeiten über 200 km/h walzen sie sich durch das Land und werden so heiß, dass von brennenden Häusern nichts übrig bleibt. „Nichts kann sie stoppen“, erklärte Davis. Stattdessen sei man auf der Suche nach sensorgestützten Vorhersagesystemen, um rechtzeitig Evakuierungsmaßnahmen einleiten zu können.

Australien sucht nach sensorgestützten Vorhersagesystemen bei Buschbränden

Australien sucht hier Anregungen und Know-how, bietet aber umgekehrt auch Spitzenforschung. Etwa im Bereich der Ultra- und Hyperschallforschung, der Raumfahrt oder der Entwicklung von Quantencomputern.

In allen Feldern arbeiten bereits bilaterale Forschergruppen. So haben der an der University of New South Wales forschende Physiker Martin Füchsle und sein Hamburger Kollege Bent Weber einen funktionsfähigen, in einen Siliziumkristall eingebetteten Transistor aus einem einzigen Atom samt Zuleitungsdrähten erzeugt. Aktive Komponente ist ein Phosphoratom, das zwischen Elektroden in atomarer Größe in einem elektrostatischen Steuerungsgitter sitzt.

Forschung in Deutschland und Australien zu Hyperschallraumfahrzeugen

Nicht minder futuristisch geht es im Projekt Scramspace zu, in dem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Göttingen, und vier australische Hochschulen und Forschungsinstitute sowie eine Handvoll Unternehmen die Vision hoch effizienter Hyperschallraumfahrzeuge verfolgen. Diese sogenannten Scramjets sollen ab 2013 mit Geschwindigkeiten bis Mach 15 ins All rasen, wobei neuartige Staustrahltriebwerke mit Überschallverbrennung für Schub sorgen. Ein Scramjet wird derzeit im Göttinger Hyperschallwindkanal erprobt.

Mit Verweis auf solche Projekte, an denen australische Forscher federführend beteiligt sind, wirbt Tesch für den Wissenschaftsstandort Australien. Auch deutschen Unternehmen habe sein Land einiges zu bieten: „Von Australien nach China und Südostasien ist es ein Katzensprung“, sagte der Botschafter. „Bei uns können sie unter verlässlichen Rahmenbedingungen in aller Ruhe ihre Expansion in die asiatischen Märkte vorbereiten und koordinieren.“

Von Peter Trechow

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