Kunststoffe 18.08.2000, 17:26 Uhr

Werkstoff-Lieferant lädt DVD-Produzenten zur Fitness-Kur ein

Das Wachstum für Speicher-Discs aus Polycarbonat (PC) zwingt die Hersteller dazu, ihre Produktion ohne Qualitätseinbuße auf Schnelligkeit zu trimmen. Bayer hat 5 Mio. DM in sein DVD-Labor (Digital Versatile Disc) investiert, damit die Entwicklungsarbeit der Kunden schon beim Werkstofflieferanten „Freie Fahrt“ hat.

Täglich hält nach Ansicht von Hans-Dieter Reifenrath schon fast jeder Konsument „Makrolon“ in Form der metallisch schimmernden Compact Discs (CD) in seinen Händen. „Das soll jetzt auch mit Loks landauf, landab bekannt werden“, setzt der Polycarbonat-Marketing-Experte des Leverkusener Chemiekonzerns auf einen weiteren Erfolgsschub per Bahn: Seit Anfang August verbreiten vier IC-Lokomotiven für zunächst ein Jahr im regulären Personenfernverkehr die Botschaft von dem „High-Tech-Kunststoff für CD´s“ (www.makrolon.com) auch über das Schienennetz der Deutschen Bahn AG, Berlin.
Erst kürzlich war den Unternehmensangaben zufolge das 20-Milliardste Exemplar eines solchen Speichermediums aus dem Bayer-Kunststoff hergestellt worden. Denn längst feiern die Glitzerscheiben nicht nur auf dem Musikmarkt Absatzerfolge, sondern warten angekurbelt durch den Internet-Boom als CD-ROM (Read Only Memory), CD-R (Recordable) oder CD-DA (Digital Audio) mit einem so rasanten Wachstum auf, dass weltweit mit rund 300 000 t (1999) heute schon drei Mal so viel Polycarbonat in diese modernen elektronischen Anwendungsformen geliefert wird als noch vor drei Jahren.
Welche Bedeutung die Leverkusener dieser innovativen Marktnische zumessen, dokumentieren sie mit der jüngsten Erweiterung ihres Laboratorium für optische Datenspeicher um eine komplette Fertigungslinie für die DVD-Formate (Digital Versatile Disc) 5, 9 und 10 sowie um Prüfgeräte zur vollständigen Beurteilung der Plattenqualität. Damit steht den DVD-Produzenten in Leverkusen das gesamte Equipment zur Fertigung und Prüfung bereits beschriebener (prerecorded) optischer Discs zur Verfügung. Im amerikanischen Pittsburgh entsteht außerdem zur Zeit eine entsprechende Anlage für das Format DVD 18. Und auch für den asiatischen Raum läuft die Planung von Labors für die optische Datenspeicherung.
„Dank dieses weltweiten Servicenetzes werden unsere internationalen Kunden praxisnah unsere Trainingsmöglichkeiten zur Herstellung von Discs aus Makrolon nutzen können, ohne dabei Rücksicht auf die laufende Produktion in ihrem Hause nehmen zu müssen“, fasste Burkhard Reitze vor kurzem bei der Eröffnung des neuen „DVD-Lab“ im Leverkusener Werk die Vorteile des Serviceangebots zusammen. Ziel ist nach den Worten des Experten für die Herstellung optischer Datenspeicher im Technikum des Geschäftsbereichs Kunststoffe, die Qualitätsstandards zu erhöhen, Zykluszeiten bei der Produktion weiter zu verkürzen und das Verarbeitungsfenster sowohl vom Werkstoff als auch vom technischen Equipment her zu vergrößern.
Die neuen DVD-Fertigungslinien dienen neben der Schulung aber auch der Entwicklung. So können die Entwickler vor allem erproben, ob und wie sich Erkenntnisse aus dem Labor auf Kundenanlagen übertragen lassen. „Wir wollen“, so Reitze, „dass unsere Kunden dank einer optimalen Prozessführung ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit bei der Produktion erreichen.“
Allein in Leverkusen beliefen sich die Investitionen in die Erweiterung des 300 m2 großen Optical Disc Lab auf rund 5 Mio. DM. Neben der DVD-Anlage wurden die Linien zur Herstellung von CDs auf den letzten Stand der Technik gebracht. Spritzgießmaschinen verschiedener Hersteller erlauben die Optimierung der Produktion bei unterschiedlichen Bedingungen. Außerdem verfügt das Labor über die notwendigen Testspieler und über optische Scanner, die die Qualität der Discs innerhalb von Sekunden überprüfen. Ein Rasterkraftmikroskop, mit dem sich beliebige Oberflächenstrukturen optischer Datenträger auf den Nanometer genau (ein Millionstel Millimeter) vermessen lassen, komplettiert den Gerätepark.
Weil die Spezialisten aus den global vernetzten Optical Disc Labs eng zusammenarbeiten, sei sichergestellt, dass Technische Fragen aus dem Markt jeweils auf der am besten geeigneten Anlage bearbeitet werden. Bayer werde die Ausstattung der Labors auf dem neuesten technischen Stand halten und dabei mit Kunststoffmaschinen-, Werkzeug- und Anlagenherstellern eng kooperieren. MR/Si

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