Kunststoffe 10.09.2004, 18:33 Uhr

Technische Kunststoffe versprechen noch Wachstum

VDI nachrichten, Düsseldorf, 10. 9. 04 -Heute erzielt DuPont 29 % seines Umsatzes mit Produkten, die jünger als fünf Jahre auf dem Markt sind, bis 2005 sollen es bereits 33 % sein. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, investiert der Chemiekonzern mit Hauptsitz in Wilmington/USA jährlich 1,2 Mrd. Dollar in seine Forschung und Entwicklung – vor allem im Geschäftsbereich Engineering Polymers. Denn technische Kunststoffe gelten dabei als die entscheidenden Wachstumsträger.

Rund 1,2 Mrd. Dollar investiert DuPont laut Dr. Nandan Rao jedes Jahr in Forschung und Entwicklung. „85 % davon“, so erläuterte der Global Technology Director des Bereichs Engineering Polymers (EP) im Vorfeld der internationalen Düsseldorfer Kunststoffmesse „K 2004“ vom 20. bis 27. Oktober, „gehen in etablierte Projekte, die in einem Zeitraum von bis zu fünf Jahren marktreif werden sollen. Die verbleibenden 15 % würden für Projekte verwendet, die die Unternehmensplaner zwar für besonders anspruchsvoll, aber auch als besonders aussichtsreich einstufen.
Der innovative Geschäftsbereich verfolgt dabei vor allem ein Ziel: „Wunschpartner Nr. 1 für Wachstum mit technischen Kunststoffen zu sein“. Um diese Vision in die Realität umzusetzen, folgt EP, der nach den Worten von Terry Caloghiris, General Manager des Bereichs Engineering Polymers etwa die Hälfte seines Umsatzes alleine mit Produktanwendungen in der Automobilindustrie erzielt, vier Leitlinien: Anwendungen weltweit voranzutreiben neue Werkstoffe und innovative Technologien zu entwickeln, in Wissen, Anlagen sowie Fusionen und Akquisitionen zu investieren, und Produktivitätsverbesserungen durch Einsatz beispielsweise der Six-Sigma-Methode zu erreichen.
Als ein gelungenes Beispiel für den wachstumsträchtigen Einsatz technischer Kunststoffe in der Kfz-Industrie hob Caloghiris Anwendungsentwicklungen mit DaimlerChrysler hervor, die es dem Automobilbauer letztendlich ermöglicht hätten, seinen ersten in Großserie hergestellten Ventildeckel aus einem thermoplastischen Kunststoff in nur 22 Wochen vom Entwurf bis zum Serienteil zu entwickeln.
Als Beispiel für den Einsatz des glasfaserverstärkten Polyamids „Zytel“ nannte er den neuen 4-Takt-Außenbordmotor von Mercury Marine, bei dem Mitarbeiter von EP an der Entwicklung von 21 Bauteilen beteiligt waren. Ein Ergebnis war eine Motorabdeckung, „die 46 % weniger kostet und 30 % leichter ist als ein entsprechendes SMC-Duroplastteil“, so Caloghiris.
Das Thema Nachhaltigkeit stand bei zwei anderen Gemeinschaftsprojekten im Vordergrund. So konnte DuPont laut dem EP-Sprecher in Zusammen mit der japanischen Denso Corporation die technische Umsetzbarkeit seiner Composite Recycling Technology (CRT) nachweisen. Dazu waren Kühlerwasserkästen von Altautomobilen vermahlen und das dabei zurück gewonnene Polyamid 6 chemisch so behandelt worden, dass es als Rezyklat wieder in der gleichen Anwendung einsetzbar war. Und in einem Gemeinschaftsprojekt mit Toyota habe man ebenfalls zeigen können, dass CRT dazu eingesetzt werden kann, um Polyamid 6 aus Saugrohren zurück zu gewinnen und wieder für die gleiche Anwendung einzusetzen.
Weiter nannte Caloghiris das Polyethylenterephthalat „Shine-E Rynite“ als kürzlich erreichten EP-Entwicklungserfolg. Der thermoplastische Werkstoff widersteht den Temperaturen beim Galvanisieren, so dass die daraus hergestellten Teile inline beschichtet werden können. Derzeit in der Entwicklung befindliche Projekte schlössen Kfz-Stoßfänger, Tankabdeckungen, aber auch Griffe für Ofentüren ein.
Zu den jüngeren großen Investitionen von EP gehören laut Caloghiris die weltweit größte Produktionsstätte ihrer Art für Polybutylenterephthalat (PBT), die im Dezember 2003 in Uentrop in Betrieb genommen worden war. Darüber hinaus habe DuPont im März in Shenzhen eine Anlage zur Herstellung von Polyamid mit einer Kapazität von 10 000 Jahrestonnen eröffnet und im Sommer sei in der Volksrepublik China noch eine Anlage zur Herstellung von Polyacetal (POM) mit einer Kapazität von 20 000 Jahrestonnen in Betrieb genommen worden. In Richmond, Virginia/USA, werde eine neue Anlage mit einer Kapazität von 13 700 Jahrestonnen die weltweite Kapazität für die Herstellung des Basispolymers für das Hochleistungspolyamid „Zytel HTN“ mehr als verdoppeln. Hinzu komme die Akquisition des Geschäfts der Eastman Chemical Company mit kristallinen Hochleistungskunststoffen, darunter neue flüssigkristalline Kunststoffe (LCP) und „Thermx PCT“-Hochleistungspolyester.
Zur Bewertung der Ziele und Erfolge bei den F&E-Aktivitäten hat DuPont laut Nandan Rao den „Traction Index“ entwickelt. „Dieser Index ist ein Maß für die wirtschaftlichen Erfolgschancen derjenigen 75 Technologieprojekte, denen das Unternehmen höchste Priorität gibt“, erläuterte der Technologiechef des EP-Geschäftsbereichs. Der Index berücksichtige die Marktbedeutung eines jeden Entwicklungsprojekts, seine technologische Alleinstellung und den Ablauf seiner Kommerzialisierung.
Für das Jahr 2005 sei ein Umsatzzuwachs aus den Top-75-Projekten in Höhe von rund 2 Mrd. Dollar projektiert. Das Ziel sei, jährlich ein dreiprozentiges Umsatzwachstum aus F&E-Projekten zu generieren. „Derzeit“, so Rao, „erzielen wir 29 % unseres Umsatzes mit Produkten, die in den letzten fünf Jahren auf den Markt gekommen sind – bis 2005 werden wir diesen Anteil auf 33 % gesteigert haben.“JÜRGEN SIEBENLIST

 

  • Jürgen Siebenlist

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