Stahl 16.11.2001, 17:31 Uhr

Stahlanwendung in Deutschland bleibt 2001 auf hohem Niveau

Am 15. und 16. November ist die Tagung Stahl 2001 Treff der deutschen Stahlindustrie mit ihren Kunden und Lieferanten. Zur Produktion 2002 gibt es noch keine Prognose; aber 2001 werden es 44,7 Mio. t sein, 300 000 t mehr als 2000.

Überschattet von schlechten Konjunktureinschätzungen und von den wirtschaftlichen Folgen der tragischen Ereignisse in den USA sind die kurz- und mittelfristigen Prognosen der Stahlindustrie. Prof. Dieter Ameling, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl und Vorsitzender des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute (VDEh) geht für das gesamte Jahr 2001 von 2 % Zunahme bei der Stahlanwendung in Deutschland aus. In den ersten Monaten von 2002 werde die Lage noch kritisch bleiben. „Sollte die Schwächeperiode und die allgemeine Unsicherheit überwunden sein, ist wieder mit Zuwachsraten bei der Stahlverwendung zu rechnen“, sagte er am 15. November in Düsseldorf.

In Deutschland hat sich zudem der jüngste Ifo-Geschäftsklima-Index eingetrübt und ist auf den niedrigsten Stand seit November 1993 gesunken. Die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich – nach leichten Besserungen in den beiden Vormonaten – vor dem Hintergrund der Anschläge vom 11. September verschlimmert. „Dennoch sollte die aktuell schlechte Stimmungslage nicht überbewertet werden“, meint Ameling.

Denn das Umfeld für Stahlanwendungen ist aus Sicht der Stahlerzeuger gar nicht so schlecht: Die massiven Zinssenkungen in den USA und auch die Zinsschritte nach unten der Europäischen Zentralbank sowie weiterer Zentralbanken in Europa verschaffen Luft. Auch das Nachlassen der Inflation – in Deutschland von 3,5 % auf inzwischen fast 2 % – schwächt nicht weiter die Kaufkraft der Konsumenten. Die befürchtete Explosion der Preise für Erdöl ist ausgeblieben.

In den ersten acht Monaten des Jahres 2001 konnten die Kunden der deutsche Stahlindustrie daher ein Produktionsplus von 4 % verzeichnen. Positive Wachstumsbeiträge lieferten nach Untersuchungen der Wirtschaftsvereinigung Stahl insbesondere die Stahlumformung und die Röhrenwerke mit Zuwachsraten von jeweils 11 %. Im Rohrbereich wurde die Erzeugung von Großrohren mit 31 % und die von nahtlosen Rohren mit 19 % überdurchschnittlich ausgeweitet. Auch die Erzeugung im Straßenfahrzeugbau – einschließlich von Teilen und Zubehör – erreichte mit + 6 % ein gutes Ergebnis. Nach Stückzahlen gerechnet wurden in den ersten acht Monaten ebenfalls 6 % mehr erzeugt. Über den Vorjahreswerten lagen ferner die Erzeugungsziffern im Maschinenbau, im Schiffbau, bei den Ziehereien und Kaltwalzwerke sowie bei den Herstellern von Eisen-, Blech- und Metallwaren. Das Bauhauptgewerbe lag dagegen mit gut 12 % deutlich unter dem Vorjahr.

Die Konjunkturforscher von Wirtschaftsvereinigung und VDEh gehen davon aus, dass auch in den nächsten Quartalen die Einfuhren auf dem erreichten Niveau verharren. Große Sorgen bereitet der amerikanische Markt. Bereits im ersten Halbjahr 2001 waren die Ausfuhren nach Kanada und in die USA um jeweils rund 30 % t niedriger als in der entsprechenden Vorjahresperiode.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation haben einzelne Stahlunternehmen angekündigt, zum Jahreswechsel die Stahlproduktion den gesunkenen Auftragseingängen anzupassen: Die Angebotsverknappung werde sich positiv auf die Stahlpreise auswirken. Ihre Erhöhung sei erforderlich, weil Kostenerhöhungen aufgrund steigender Rohstoffpreise und des Euro-Verfalls gegenüber dem Dollar zu verkraften seien.

Dazu wird folgende Rechnung aufgemacht: Im zweiten Quartal 2001 lagen die Kosten für Warmband im Durchschnitt um rund 26 Euro/t über dem entsprechenden Vorjahresquartal. Gegenüber dem zweiten Quartal 1999 ergibt sich sogar ein Anstieg um etwas über 40 Euro/t. Die Stahlindustrie gehöre aber nicht zu den Branchen, die für ein Konjunkturprogramm nach japanischem Vorbild plädieren, denn trotz aller Schwierigkeiten, Zyklen ist die Branche gewohnt.

Positive Impulse gibt z.B. immer wieder die Anwendung von Stahl für eine umweltschonende Energieerzeugung. Den größten Anteil am Ausbau regenerativer Energien in der Stromerzeugung Deutsch­lands hat die Windenergie, die im Jahr 2000 mit 1,6 % zur Deckung des Strombedarfs beitrug. Deutschland ist mit einer installierten Leistung von mehr als 6000 MW aus rund 9400 Windenergieanlagen jetzt schon weltweit Nr. 1 bei der Windkraftnutzung.

Albrecht Kormann, Hauptgeschäftsführer der WV Stahl, hat hier einen großen Stahlabsatzmarkt ausgemacht, denn bis zum Jahr 2010 soll der Windenergieanteil auf 5 % steigen: Bei den jetzt zunehmend auf See (Offshore) geplanten neuen Windkraftanlagen wird Stahl für die Türme, für das Maschinenhaus sowie für das Getriebe eingesetzt.

Die Anlagen haben einen Rotordurchmesser von 120 m. Die Rotorblätter erreichen außen eine Geschwindigkeit von bis zu 270 km/h. Ihre Fundamente und die über dem Meer bis zu 100 m hohen Türme werden aus Rückbau- und Umweltschutzgründen aus Stahl gebaut. Für eine einzige neue Anlage auf See werden 3000 t Stahl benötigt. 4000 sollen bis 2010 gebaut werden. SIZ/KÄM

Stellenangebote im Bereich Kunststofftechnik

ALBIS PLASTIC GmbH-Firmenlogo
ALBIS PLASTIC GmbH Business Development Manager (m/w/d) für die Produktgruppen Copolyester und Polycarbonat Hamburg
Völkl Sports GmbH-Firmenlogo
Völkl Sports GmbH Entwicklungsingenieur Ski (m/w/d) Straubing
XENIOS AG-Firmenlogo
XENIOS AG Prozessingenieur / Produktionsingenieur (m/w/d) Medizintechnik Heilbronn
Xenios AG-Firmenlogo
Xenios AG Projektleiter (m/w/d) in der Medizintechnik Heilbronn
Xenios AG-Firmenlogo
Xenios AG Systemingenieur (m/w/d) im Bereich Medizintechnik Heilbronn
Sanner GmbH-Firmenlogo
Sanner GmbH Entwicklungs-/Konstruktionsingenieur (m/w/d) Bensheim bei Darmstadt
Ledlenser GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Ledlenser GmbH & Co. KG Konstrukteur / Mechanical Engineer (m/w/d) Solingen
B. Braun Melsungen AG-Firmenlogo
B. Braun Melsungen AG Entwicklungsingenieur (m/w/d) Melsungen
MAXIMATOR GmbH-Firmenlogo
MAXIMATOR GmbH Vertriebsingenieur / Sales Engineer (m/w/d) Schwerpunkt Einheiten und Komponenten Sinsheim
Hochschule Merseburg-Firmenlogo
Hochschule Merseburg Professur (W2) Konstruktionstechnik (W2) Merseburg

Alle Kunststofftechnik Jobs

Top 5 Werkstoffe

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.