Tropfen mit Membran 05.11.2015, 10:28 Uhr

So haben Sie Wasser noch nie getrunken

Wow! Was für eine geniale Idee, um Wasser zu verpacken: Eine gelatineartige Membran umhüllt Trinkwasser. Das ist alles. Dazu ist die Hülle auch noch essbar. Wenn die Designer aus London noch etwas weitertüfteln, gibt es bald vielleicht keine Plastikflaschen mehr.

Wassertropfen, umgeben von einer Membran: Drei britische Designer haben die Membran entwickelt, um die Wasserflasche aus Plastik abzulösen.

Wassertropfen, umgeben von einer Membran: Drei britische Designer haben die Membran entwickelt, um die Wasserflasche aus Plastik abzulösen.

Foto: Rocks Lab

„Ooho“ nennen Rodrigo Garcia Gonzalez und seine beiden Kollegen Guillaume Couche und Pierre Paslier von „Rocks Lab“ ihre unkonventionelle „Wasserflasche“. Hergestellt haben sie diese kugelige Membran aus Kalziumchlorid und einem Algennebenprodukt namens Natriumalginat. Durch die Oberflächenspannung wird aus den einzelnen Wassermolekülen ein einziger Tropfen. Die Membran wird über Eis gezogen. Schmilzt das Eis, hält man einen essbaren Wasserballon in der Hand.

Nicht neu, aber neu gedacht

Dieses Verfahren ist nicht neu, aber neu gedacht mit dem Einsatz als Trinkbehälter: Die sogenannte Sphärifikation ist aus der Molekularküche bekannt. So können zum Beispiel Bubble-Tea-Perlen oder falschen Kaviar hergestellt werden. Aber niemand hatte geglaubt, damit so große Mengen an Wasser umhüllen zu können.

Der Designer Rodrigo Garcia Gonzalez und seine beiden Kollegen Guillaume Couche und Pierre Paslier vom Rocks Lab in London haben die neuartige Membran zum Einpacken von Wasser entwickelt.

Der Designer Rodrigo Garcia Gonzalez und seine beiden Kollegen Guillaume Couche und Pierre Paslier vom Rocks Lab in London haben die neuartige Membran zum Einpacken von Wasser entwickelt.

Foto: Rocks Lab

Im vergangenen Sommer haben die Tüftler ein paar Versionen der Wasserkugeln auf den Straßen von Spanien getestet. Zugegeben, es braucht etwas Geschick, um das Wasser aus der weichen Kugel zu schlürfen. Die Menge darin reicht, um Durst zu löschen.

Außerdem bleibt kein Quäntchen Müll zurück. Denn die Membran kann einfach aufgegessen werden. Wer Gelatine nicht mag? Ist auch nicht schlimm: Das zu hundertprozentig biologische „Ooho“ ist restlos abbaubar.

Designer wollen Flut an Plastikflaschen eindämmen

Ganz anders als Plastik eben, das weltweit ein Riesenproblem ist. Megagroße Plastikinseln schwimmen auf Ozeanen und Meeren und bedrohen Fische und Vogel. Gerade erst haben deutsche Forscher sogar Plastikmüll nördlich des Polarkreises auf der Meeresoberfläche entdeckt.

Die Membran, die das Wasser umgibt, kann nach dem Austrinken gegessen werden. Wer die Gelantine nicht mag, kann sie zum Biomüll geben.

Die Membran, die das Wasser umgibt, kann nach dem Austrinken gegessen werden. Wer die Gelantine nicht mag, kann sie zum Biomüll geben.

Foto: Rocks Lab

Am Ende der Nahrungskette landet ein Teil der Plastikabfälle durch Fischverzehr wieder beim Menschen. Rodrigo Garcia Gonzalez hat kürzlich das Plastikflaschenproblem so auf den Punkt gebracht: „Eine einzige Flasche braucht 700 Jahre um zu verrotten. 20 Prozent der Flaschen werden durchschnittlich recycelt. Doch das kostet sehr viel Energie“, erklärte er beim Think Tank „Solve for X“. Dazu seien 7 l Wasser und 120 cl Öl notwendig für die Produktion einer einzigen Flasche Wasser.

Wie die Wasserkugeln transportieren?

Um die Wasserkugeln tatsächlich in Supermarktregale einzuräumen, müssen allerdings noch einige Probleme gelöst werden: Wie sorgt man dafür, dass die Membran nicht in der Hand platzt? Was ist mit dem Transport und Schmutz?

Auf jeden Fall begeistert diese Idee für eine Wasserkugel überall und jeden: Von der EU bekamen die Forscher für ihre Entwicklung einen hochdotierten Preis von 22.500 $ verliehen. Theoretisch kann man „Ooho“ sogar in der eigenen Küche herstellen – jedenfalls als Freizeitspaß. Die Zutaten für die essbaren Wasserkugeln liefern schon einige YouTube-Videos

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