Kunststoffe 02.06.2000, 17:25 Uhr

Mit Hightech-Textilien aus dem Auftragsloch

Textilien mit immer größerem Funktionsspektrum liegen im Trend. Damit wächst auch die Herausforderung an die Maschinenbauer, ihre Textilverarbeitungs- und Bekleidungstechnologien für den rasanten Einzug der technischen Textilien maßzuschneidern und die logistische Verknüpfung der Prozesskette zu optimieren.

Die weltweiten Hersteller von Verarbeitungstechnik für Bekleidung und technische Textilien hatten 1999 ein äußerst schwieriges Jahr zu überstehen. Auch für die deutschen Firmen gab es in ihrem wichtigen Exportgeschäft gegenüber 1998 einen Rückgang um 14 % auf 690 Mio. Euro, wie Elgar Straub zur Eröffnung der IMB (30. Mai bis 3. Juni) in Köln bedauerte. Entsprechend groß sind nach den Worten des Geschäftsführers des VDMA-Fachverbands Bekleidungs- und Ledertechnik, München, nun die Hoffnungen an diese internationale Bekleidungsmaschinen- und Textilverarbeitungsmesse.
Straub: „Wir alle gehen davon aus, dass die IMB als international mit Abstand größte Messe für unseren Maschinenbaubereich einen Konjunkturschub auslösen wird.“ Die Stimmung in den Branchen sei optimistisch nach vorne gerichtet, wofür das weltweit günstige Konjunkturklima spreche.
Doch nur die Unternehmen, die sich flexibel auf neue Entwicklungen einstellen, bzw. diese rechtzeitig erkennen, werden nach Ansicht von Straub „in dem gnadenlosen internationalen Verdrängungswettbewerb die Nase vorne haben“. Als wahrscheinlich wichtigsten Trend kennzeichnete der Branchensprecher die Entstehung neuer Abnehmerbereiche. Bedingt sei diese Entwicklung insbesondere durch das Entstehen immer neuer Varianten von technischen Textilien und damit die Erschließung neuer Anwendungsmöglichkeiten.
Einen weiteren wichtigen Wachstumsimpuls liefert nach Ansicht von Straub aber auch der vehemente und rasante Einzug von technischen Textilien in der Bekleidungsbranche selbst – dem wichtigsten Abnehmerbereich seiner Maschinenbausparte. Aufgrund der VDMA-Schätzungen gingen bereits rund ein drittel der Maschinenproduktion für die Verarbeitung von Bekleidung und technischen Textilien in den Bereich der technischen Textilien. Damit ergebe sich für die Ausrüstungsindustrie im Näh- und Bekleidungsmaschinenbereich ein permanent steigendes Verlangen nach Flexibilität und immer größerer Genauigkeit in der Produktion sowie nach immer größerer Geschwindigkeit in den gesamten Produktionsabläufen.
Die Produktionsabläufe in der Bekleidungsindustrie sind durch die ständigen regionalen Verlagerungen zugleich eine enorme logistische Herausforderung für die Maschinenbauer, die die Vernetzung ihrer Maschinen mit einbezieht. Straub: „Die logistische Komponente mit allen Auswirkungen auf EDV und Maschinensteuerungen gewinnt deshalb in der gesamten Bekleidungsfertigung eine enorme Bedeutung.“
Die Kölner IMB trägt auf ihrer Jubiläumsveranstaltung – die internationalen Fachleute treffen sich zum zehnten Mal zu dieser Bekleidungs- und Textilverarbeitungsmesse – diesem Interessen-Schwerpunkt Rechnung: Gemeinsam mit der Bundesvereinigung Logistik (BVL), Bremen, veranstaltet die KölnMesse heute am 2. Juni die Fachtagung „Textillogistik“. Unter der Moderation von BVL-Geschäftsführer Dr. Thomas Wimmer soll den Gästen an Hand der Ergebnisse einer 1999 im Auftrag der BVL erstmals weltweit durchgeführten Befragung der erfolgreichsten Industrieunternehmen aufgezeigt werden, wo sich das Supply Chain Management bereits weitestgehend durchgesetzt hat und welche Strategien die Umsetzung dieses Konzepts in der textilen Kette vorantreiben.
In der Sonderschau „networking factory“ der Forschungsgemeinschaft Bekleidungsindustrie e.V. in Halle 10.2 wird über innovative multimediale Lösungen von der Beschaffung, über die Produktion bis hin zum Vertrieb informiert. Wissenschaft und Industrie treten dabei in einen Dialog, um den Transfer der präsentierten Innovationen sicher zu stellen und weitere Entwicklungen zu diskutieren. Die Themen der Sonderpräsentation zur IMB 2000 gliedern sich im Einzelnen in Wissensdatenbanken, Produktinnovationen, Produktentwicklung, Fertigung und Data Warehousing.
In Folge des rasant zunehmenden Einsatzes von technischen Textilien in traditionellen und neuen Anwendungsbereichen wachsen auch die Anforderungen an die Hersteller von Verarbeitungstechnologie und an die Konfektionäre selbst. Knowledge-Transfer ist gefragt. Unter der Moderation von Elgar Straub beleuchtete deshalb das 1. IMB-Forum am 30. Mai die „Konfektion technischer Textilien“ in der serienmäßigen Produktion. Si
Die Visionen von „Hightech-Outfits“ der „Networking Factory“-Sonderschau des Klaus-Steilmann-Instituts für Innovation und Umwelt: Ohne technische Textilien werden sie nicht Realität.
VDMA-Branchensprecher Straub: „Die Stimmung ist optimistisch nach vorne gerichtet.“
Nähen ist noch vor Kleben und Schweißen die wichtigste Fügetechnik, wie Pfaff auf der IMB demonstrierte.

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