Werkstoffe 25.10.2002, 18:22 Uhr

Konjunktur der Glasbranche spiegelt sich in der Glasstec

Zur wichtigsten Messe für Maschinen, Anwendungen und Produkte rund um“s Glas werden vom 28. Oktober bis 1. November immerhin 50 000 Besucher erwartet – trotz undurchsichtiger Wirtschaftslage.

Dieses Jahr sprengt die „glasstec“ alle Rekorde: Die Ausstellerzahl überschreitet die Schallmauer von 1000. Die belegte Fläche hat sich um 10 % auf netto 64 000 m² erhöht. Horst Klosterkemper, Geschäftsführer Messe Düsseldorf, gab sich am 24. Oktober in Düsseldorf vollauf zufrieden. Die Aussteller kämen aus 42 Ländern. Italien, nach Deutschland die größte Ausstellernation, belege über 1700 m² mehr als noch vor zwei Jahren.
Welche Produkte finden denn nun die zu erwartenden 50 000 Besucher auf der Glasstec: Methoden der Glasherstellung und Produktions-technik, sämtliche Formen der Glasbearbeitung und Veredelung, alle Fassetten an Glasprodukten und -anwendungen, die gesamte Palette der Werkzeuge, Ersatz- und Verschleißteile, Mess-, Steuer- und Regeltechnik sowie Branchendienstleistungen.
Ein fester Bestandteil der Messe ist „glass technology live“ als fachliches Rahmenprogramm, das aus einer großen Ausstellung und einem internationalen Symposium besteht. Seit 1994 wird es in Kooperation mit dem Institut für Baukonstruktion II der Universität Stuttgart organisiert.
Die wohl spannendsten Ausstellungstücke der Sonderausstellung sind die Forschungsprojekte der Hochschulen, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen der deutschen Glasindustrie entstehen. Das Institut für Baukonstruktion zeigt z.B. Glasröhren, die als Stütze oder als tragendes Element in einem Fachwerksystem eingesetzt werden können. Ein erstes Bauvorhaben, in dem die Verbundglasröhren gerade verwendet werden, ist das Tower-Place-Projekt in London, das vom Londoner Architekturbüro Foster und Partner realisiert wird.
In diesem Jahr wieder dabei ist der Bundesverband Solarmobile mit einer Sonderschau. Hier werden die aktuellen Solartechniken und Solarmodule, vom einfachen und flexiblen Folienmodul bis hin zum Glasmodul vorgestellt. Deutlich wird hier die wichtige Rolle von Glas für die Solartechnik. Das Rennsolarmobil Helix, ein Solarroller, ein Kabinenscooter oder ein Solarkatamaran können ausprobiert werden. Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist eine mobile Solartankstelle. Nicht zu vergessen die „Verleihung des Deutschen Solarpreises 2002“ am 1. November.
Dieser Preis wird seit 1994 jährlich an Kommunen, Unternehmen und Einzelpersonen sowie Organisationen für beispielhafte Initiativen zur Nutzung der Sonnenenergie vergeben. Und auch der Autoglaserwettbewerb verspricht europäische Klasse in den Düsseldorfer Messehallen .
Die deutsche Glasindustrie zeigt sich zwar auf der Messe in Düsseldorf von der besten Seite – technologisch. Doch ökonomisch sieht“s nicht so gut aus: Im bisherigen Verlauf des Jahres 2002 setzten sich nämlich die negativen Entwicklungstendenzen fort. In sämtlichen Branchensektoren war der Ordereingang aus dem Inland rückläufig, und auch die Auslandsbestellungen unterschritten das Vorjahresniveau deutlich.
Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes ging der Inlandsumsatz der Glasindustrie bis Ende Juli 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 % zurück, das Auslandsgeschäft blieb um 5,3 % unter dem allerdings außergewöhnlich hohen Vorjahresergebnis. Insgesamt sank der Umsatz der Glasindustrie bis einschließlich Juli 2002 um 3,8 %. Im Jahr 2001 hatte sich die deutsche Glasindustrie in einem gegenüber dem Vorjahr deutlich ungünstigeren wirtschaftlichen Umfeld noch behauptet.
Ähnliche Erfahrungen haben auch die deutschen Hersteller von Glasmaschinen und -anlagen gemacht: Siegfried Glaser, Vorsitzender dieser Fachabteilung des VDMA, am 24. Oktober in Düsseldorf im Vorfeld der Glasstec: „Verlauf und Erwartung für 2002 sind eingetrübt. Die Auftragseingänge entwickelten sich im zweiten Halbjahr 2001 schwach.“ Die erhöhte Exportquote von 73 % bei den Auftragseingängen ließe auf eine Steigerung des Auslandsumsatzes in 2002 schließen. Der Inlandsumsatz sei im 1.Hj. 2002 erneut um 17 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Es gibt aber Grund zur Freude: „Die hohen Auslandsumsätze ergeben für das erste Halbjahr 2002 eine außergewöhnlich hohe Exportquote von 81 %“, so Glaser.
Der Maschinen- und Anlagenbau ist mit Abstand die größte Ausstellergruppe auf der Glasstec. Rund die Hälfte der Ausstellungsfläche wird von Firmen aus den Bereichen Glasherstellung, Produktionstechnik, Glasbearbeitung und -veredlung sowie Mess-, Steuer- und Regeltechnik belegt.
Die größte Ausstellergruppe dieser Bereiche kommt aus Deutschland mit über 200 Firmen (+ 12 % im Vergleich zu 2000) und rund 15 000 m2 belegter Fläche (+ 13 %), gefolgt von Italien mit einer ähnlich großen Ausstellungsfläche (+ 14 % im Vergleich zu 2000).
Dass die Rolle des Inlandsumsatzes stetig abnimmt, ist für Glaser klar: „….vor dem Hintergrund einer stark konzentrierten Abnehmerbranche im Bereich Flachglas mit einigen wenigen nicht-deutschen Konzernen.“
Die Dominanz Westeuropas bei den Exporten im ersten Halbjahr 2002 sei in erster Linie durch die starken wirtschaftlichen Verflechtungen der Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Hohlglasindustrie bedingt. „Die Auftragseingänge dieser Teilbranche aus Westeuropa lagen im ersten jahr 2002 bei 54 % der gesamten AufHalbtragseingänge für diese Branche“, erläutert Siegfried Glaser. TEC/KÄM
www.glasstec-online.com

Von Tec/Käm

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