Werkstoffe 13.04.2007, 19:27 Uhr

Ingenieurwerkstoffe schaffen Design-Freiraum  

VDI nachrichten, Hannover, 13. 4. 07, Si – Werkstofflösungen für die fortschrittliche Automobilproduktion sind vom 16. bis 20. April ein Ausstellungsschwerpunkt der Leitmesse Subcontracting. In den Hallen 3 bis 5 zeigen Kunststoff- und Metallspezialisten, was mit dem innovativen Einsatz der heutigen Materialvielfalt in puncto Leichtbau und Design für die Fahrzeugentwickler bereits möglich ist.

Die Zuliefererhallen 3 bis 5 der Hannover Messe werden für Ingenieure, Produktdesigner und -entwickler wieder zu einem faszinierenden Anziehungspunkt in Sachen optimierter Werkstoffeinsatz. Immer leichter, immer kostengünstiger und immer beständiger sollen die Materialien für neue Produkte sein. Denn rund 70 % des Bruttosozialprodukts in westlichen Technologieländern, so schätzen die Experten laut den Informationen der Deutschen Messe AG, Hannover, basieren auf Werkstoffen.

Im Innovationszentrum Ingenieurwerkstoffe in Halle 5 gilt dabei ein Schwerpunkt dem Automobilbau. Bayer Material Science, Leverkusen, präsentiert hier vorrangig zwei Studienfahrzeuge, die der Auto-Visionär Frank M. Rinderknecht, Gründer und Chef der Rinspeed AG, Zumikon (CH), gemeinsam mit den Kunststoffexperten des Chemiekonzerns entwickelt hat.

Beim „Senso“ hat die „Smart Surface Technology“ Premiere. Erstmals, so der Kunststoffhersteller, taucht dabei neuartige Leuchtfolientechnik das Cockpit des futuristisch anmutenden Konzeptfahrzeugs für die Insassen in eine blendfreie Lichtumgebung. Das emotionale Empfinden des Menschen stand dabei für Rinderknecht im Mittelpunkt der Entwicklung, das durch den innovativen Einsatz moderner Werkstoffe positiv beeinflusst werden soll. Das gilt auch für die Sportwagenstudie „ZaZen“, deren einteilige transparente Dachkonstruktion aus Polycarbonat besteht. Die Kuppel aus dem Bayer-Kunststoff „Makrolon“ reicht von der A-Säule bis zum Heckanschluss und verleiht der Dachfläche optisch eine besondere Leichtigkeit. Das Dach dient gleichzeitig als Projektionsfläche für die dritte Bremsleuchte. Deren Licht wird durch zwei Laser auf eine holografische Folie projiziert.

Auch die neueste automobile Rinspeed-Kreation spart nicht mit Leichtigkeit, Einblick und Ausblick auf Polycarbonatbasis. Für die Studie „eXasis“, die jüngst auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt worden war, hat das Schweizer Unternehmen Mecaflex eine Außenhülle aus dem transparenten Thermoplastmaterial geformt, die den freien Durchblick auf einen kompakten Zweizylinder-Motor (750 cm3 Hubraum rund 112 kW Leistung) und das tragende Fahrzeugchassis aus Aluminium bietet. Dank der Kunststoff-Leichtbauweise wiegt das mit Bioethanol betriebene Kraftfahrzeug (Verbrauch 6,3 l/100 km) nur etwa 750 kg und soll eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h erreichen.

Der „gläserne“ Zweisitzer, der laut dem „Autocreative“-Team von Bayer Material Science Denkanstöße für Kunststoffanwendungen in künftigen Kraftfahrzeugen geben soll, hat das Schweizer Bundesamt für Energie als Probanden für eine Studie zum Thema „Leichtbau und Ökologie“ ausgewählt. „Wir wollen mit dem neuen Concept Car verdeutlichen, dass Kunststoffe auch für aktuelle Trends im Automobilbau maßgeschneiderte Werkstoffe zur Fertigung von Serienbauteilen sind“, erklärte Hans-Peter Neuwald. Das, so der Sprecher des Kreativteams, gelte zum Beispiel für den Polycarbonateinsatz bei Automobilscheiben und transparenten Dachmodulen.

Wieder in direkter Nachbarschaft zum „Forum Automotive Materials“ in Halle 4 ist der Branchenstand der deutschen Schmiedespezialisten auf der Leitmesse Subcontracting zu finden. Am besucherstarken Messe-Dienstag wird der Industrieverband Massivumformung, Hagen, mit seinen Mitgliedsunternehmen dort das Vortragsprogramm gestalten. Verbandsgeschäftsführer Theodor L. Tutmann: „Wir wollen auf der Hannover Messe deutlich machen, wie stark die Forschungs- und Entwicklungskompetenz der Massivumformung in Deutschland ist.“ Als Beispiel für die enge Zusammenarbeit der Branche mit der Forschung zum Ausbau der Technologieführerschaft werden das Institut für Umformtechnik und Umformmaschinen Hannover (Ifum) und das Institut für Integrierte Produktion Hannover (IPH) erstmals auf dem Gemeinschaftsstand Einblicke in ihre Aktivitäten geben. Als besonderes Highlight komme ein mobiles VR Labor (Virtual Reality) zum Einsatz, mit dem eine interaktive Darstellung von ausgewählten Umform- und Teilprozessen in virtueller 3-D-Umgebung möglich ist.

Das Unternehmen Contitech, Hannover, zeigt seine Kompetenz in der Kautschuk- und Kunststofftechnologie insbesondere für die Automobilindustrie. „Unter anderem“, so Dieter Timm, „stellen wir Innovationen im Bereich der Klimatechnologie vor.“ Darüber hinaus, so der Leiter Werbung & Kommunikation, zeigen 14 Wertschöpfungspartner auf dem WeP-Gemeinschaftsstand in Halle 4, wie Wertschöpfungsketten der Zulieferer am Wirtschaftsstandort Deutschland erfolgreich funktionieren. J. SIEBENLIST

Ein Beitrag von:

  • Jürgen Siebenlist

    Redakteur VDI nachrichten. Fachthemen: Kunststofftechnik, Logistik, Verpackungstechnik, Textiltechnik.

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