Gießerei- und Metalltechnik 24.06.2011, 12:10 Uhr

Großanlagenbau steigert Umwelteffizienz

Energie- und ressourcenschonendere Herstellungs- und Verarbeitungsanlagen für die Metallgießer und Stahlverarbeiter sind die Highlights der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer für das am 28. Juni in Düsseldorf startende Technologiemessequartett Gifa, Metec, Thermprozess und Newcast. Denn steigende Rohstoffpreise und Umweltschutzauflagen forcieren ihr internationales Geschäft.

Großanlagen: Flexibilität, Prozesseffizienz, geringer Energieverbrauch.

Großanlagen: Flexibilität, Prozesseffizienz, geringer Energieverbrauch.

Foto: Siemens

Flexibilität und Prozesseffizienz sind in Kombination mit geringerem Energieverbrauch und Kohlendioxidausstoß die aktuellen Herausforderungen für den Großanlagenbau rund um die Herstellung und Verarbeitung von Metallen. Der verantwortungsvolle Umgang mit knapper werdenden Ressourcen steht deshalb besonders im Fokus des Technologiemessequartetts Gifa, Metec, Thermprozess und Newcast vom 28. Juni bis 2. Juli in Düsseldorf.

Passend zum Messemotto „Ecometals“ wollen die Branchenaussteller vor allem weiterentwickelte Prozesstechnologien präsentieren, mit denen die Metallgießer und Stahlverarbeiter künftig umwelt- und ressourcenschonender produzieren können. Dieter Rosenthal, der Vorsitzende des Metec-Ausstellerbeirats, sieht dafür gute Wachstumsperspektiven. „Seit dem zweiten Halbjahr 2010 verzeichnen wir wieder anziehende Bestellungen“, so das Vorstandsmitglied der SMS Siemag AG, Düsseldorf. Laut den Unternehmensangaben steht wegen der wachsenden gesetzgeberischen Umweltvorgaben und den steigenden Rohstoffpreisen die Investition in ressourceneffizientere Fertigungstechnik im Fokus der internationalen Kundschaft. Dazu zählen im Stahlwerksbereich z. B. Rückgewinnungstechniken, mit denen sich die Energiekosten oder der Rohstoffbedarf deutlich senken lassen.

SMS Siemag AG stellt effizienzsteigernde Maschinenkonzepte im Großanlagenbau vor

Mit dem „Technik-Boulevard“ auf seinem Messestand stellt der Großanlagenbauer mit zehn Multimedia-Präsentationen effizienzsteigernde Maschinenkonzepte für die Metallwelt vor. Ein herausragendes Thema wird dabei die neue CSP-Flex-Technologie (Compact Strip Production) für die Stahlbranche sein.

Mit der auf der Messe dargestellten Dünnbrammentechnologie, so Rosenthal, könne Warmbreitband vom Gießen der Bramme bis zum Endprodukt „alles in einer Hitze erzeugt werden“. Damit spare der Anlagenbetreiber zwei Drittel bis drei Viertel seines bisherigen Energiebedarfs.

Ende März startete laut den Unternehmensinformationen Essar Steel am Standort Hazira im indischen Bundesstaat Gujarat die weltweit erste CSP-Anlage mit künftig drei Gießsträngen. Der Stahlhersteller kann auf der Anlage, die in den nächsten Monaten noch um den zweiten und dritten Strang erweitert wird, Warmband in Breiten von 950 mm bis 1680 mm und Dicken von 1 mm bis 25,4 mm produzieren. Die Anlage wurde für eine Jahresproduktion von 3,5 Mio. t Warmband konzipiert.

Umweltfreundlicher Großanlagenbau: Die hydrothermale Säureregeneration von SMS

Als weiteres Highlight wird auf dem Technik-Boulevard die hydrothermale Säureregeneration von SMS vorgestellt. Eine Anlage mit dem neuartigen Verfahren wird laut Rosenthal gerade bei ThyssenKrupp Stainless USA in Betrieb genommen. Die hydrothermale Säureregeneration arbeite deutlich umweltfreundlicher als bisherige Aufbereitungsanlagen, weil dank der niedrigeren Prozesstemperatur von max. 170 oC (statt bis zu 900 oC) etwa 40 % weniger Energie benötigt würde.

Thermprozesstechnik ist eine Schlüsseltechnologie, die bei vielen Produktionsprozessen der Metallindustrie einerseits zur Herstellung des Ausgangswerkstoffs für die Produktionskette, andererseits zur gezielten Veredelung des Halbzeugs oder Fertigprodukts eine entscheidende Rolle spielt. Energieeffizienz ist dabei für die Ofenbauer ein Dauerthema, denn Thermprozessanlagen gehören verfahrenstechnisch bedingt zu den großen Energieabnehmern mit noch erheblichem Optimierungspotenzial. Selbst bei Neuanlagen schätzt der Fachverband Thermoprozess- und Abfalltechnik im VDMA, Frankfurt/Main, die mögliche Verbrauchssenkung auf bis zu 15 %, wenn etwa das Anlagenkonzept optimiert, die Anlage wärmetechnisch in die Fertigung integriert oder die Abwärme genutzt wird.

Für ABP Induction Systems steht deshalb das Leitthema „Sustainable Technology“ auf der Thermprocess 2011 im Mittelpunkt. Die Dortmunder Industrieofenspezialisten setzen auf die stetige Weiterentwicklung des Induktionsofens. „Die Zukunft liegt im elektrischen Schmelzofen, weil elektrischer Strom zunehmend ,grün’ erzeugt wird“, betonte Geschäftsführer Wolfgang Andree im Vorfeld der Messe. Seit der Inbetriebnahme des ersten Induktionsrinnenofens (1903) mit Asea-Energieversorgung habe man den spezifischen Energieverbrauch auf inzwischen etwa 500 kWh/t reduzieren können. Das nächste bereits anvisierte Optimierungsziel des Unternehmens sei 470 kWh/t.

Von Jürgen Siebenlist

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