Kunststoffe 12.10.2007, 19:30 Uhr

Deutschland ist in Europa stärkster Kunststoffstandort  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 12. 10. 07, Si – In den Polymeren stecken noch viele ungenutzte Möglichkeiten zu Ressourcenschonung und Klimaschutz. Deshalb prognostizieren Kunststoffproduzenten, -verarbeiter und -maschinenhersteller zum Start der 17. Internationalen Kunststoffmesse „K 2007“, dass der weltweite Verbrauch an synthetischen Materialien bis 2015 wachsen wird.

Deutschland ist in Europa der stärkste Kunststoffstandort. Und seine polymere Zukunft ist rosig, wie Reinhard Proske, Präsident des Gesamtverbands Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV), Frankfurt/Main, bei der Pressekonferenz der Trägerverbände der „K 2007“ zur am 24. Oktober in Düsseldorf beginnenden 17. Internationalen Messe Kunststoff + Kautschuk hervorhob. Eine durchgängig positive Entwicklung für das erste Halbjahr in allen Bereichen meldeten die Vertreter des Kunststofferzeugerverbands Plastics Europe (plus 9,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum), des Wirtschaftsverbands der Deutschen Kautschukindustrie (4,4 %), des Kunststoffmaschinenfachverbands im VDMA (11 %) und des GKV (9,9 %).

„Kunststoffe werden als Querschnittsmaterialien praktisch überall wachsen“, zeigte sich Peter Orth, der Geschäftsführer der deutschen Sektion von Plastics Europe, im Vorfeld der Kunststoffmesse von der weiteren Expansion des Polymereinsatzes überzeugt. Überproportionales Wachstum sieht der Chemiker überall dort, „wo Kunststoffe unmittelbar zu einem effizienteren Umgang mit Energie beitragen“.

Ganz oben auf der politischen Agenda steht laut Proske derzeit der Klimaschutz, für den die Kunststoff- und Kautschukindustrie bereits beachtliches leiste. Etwa 3000 Teile eines Kraftfahrzeugs würden heute beispielsweise bereits aus Polymeren gefertigt. Dadurch werde der Kraftstoffverbrauch erheblich gesenkt. Und mit der Entwicklung von rollwiderstandsoptimierten Autoreifen aus der Kautschukindustrie, so der GKV-Sprecher, könne die CO2-Emission weltweit jährlich um 50 Mio. t reduziert werden.

Größter Anwendungsbereich der Kunststoffe ist der Verpackungssektor. Auch hier zeigt sich ihr Potenzial zur Ressourcenschonung. Proske: „Verpackungen sind z. B. heute im Durchschnitt 28 % leichter als vor zehn Jahren.“ Und mittlerweile mache das Gewicht einer Kunststoffverpackung nur noch zwischen 1 % und 3 % des Gesamtgewichts eines verpackten Produkts aus.

„Kein anderes Material verpackt soviel Ware mit so wenig Materialeinsatz“, zeigte sich John Feldmann, Vorstandsmitglied der BASF, Ludwigshafen, von der Effizienz der Kunststoffe hinsichtlich Material- und Energieeinsparung überzeugt.

Aber auch im Bau und in der Mobilität, wo Kunststoffe Autos, Flugzeuge und Bahnen leichter, komfortabler und sicherer machten, stecken laut Feldmann noch so viele ungenutzte Möglichkeiten, die attraktive Wachstumsaussichten böten. Der für die Kunststoffe verantwortliche BASF-Vorstand rechnet deshalb damit, dass sich der Wachstumstrend bei der globalen Polymernachfrage bis ins Jahr 2015 mit einer Expansionsrate von jährlich etwa 5 % fortsetzen wird.

In China , wo laut Ulrich Reifenhäuser, dem Vorsitzenden des Ausstellerbeirats der „K 2007“, die Verpackungs-, Automobil-, Elektronik- und IT- sowie die Bauindustrie die wichtigsten Kunststoffabnehmerbranchen sind, seien sogar Wachstumsraten von 10 % und mehr zu erwarten. Im Jahr 2015 soll nach den Informationen von Ulrich Reifenhäuser die Kunststoffnachfrage im Reich der Mitte bereits ein Viertel des Weltverbrauchs ausmachen. Die gesamte „Alte Welt“, so der Geschäftsführer der Reifenhäuser Maschinenfabrik, Troisdorf, sehe sich der wachsenden Konkurrenz aus Südostasien ausgesetzt. Das europäische Komitee der Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen (Euromap) erwartet deshalb eine weitere Verlagerung der Produktionsmengen hin zum asiatischen Raum. In drei Jahren würden voraussichtlich 43 % der Kunststoffe auf dem asiatischen Kontinent produziert, 27 % in Nord- und Südamerika, 25 % in Europa und 5 % an Standorten im Nahen Osten und in Afrika.

Während auf der „K 2007“ die Innovationen im Messebereich Roh- und Hilfsstoffe, technische Teile und verstärkte Kunststofferzeugnisse vor allem der Verbesserung der Energie- und Rohstoffeffizienz gelten, stehe bei den Maschinenherstellern die Steigerung der Flexibilität, die weitere Beschleunigung von Bewegungen zur Verkürzung von Zykluszeiten und die Kombination verschiedenster Sonderverfahren zur Steigerung der Produktivität im Mittelpunkt. JÜRGEN SIEBENLIST

  • Jürgen Siebenlist

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