Kunststoffe 02.11.2001, 17:31 Uhr

Beim Maschinenbau stimmt die K-Bilanz

Entspannung herrschte zum Ende der 15. Inter­nationalen Kunststoff­messe „K 2001“ am 1. November in Düsseldorf. Denn bei den Maschinenbauern beginnt sich den Prognosen zufolge die diesjährige Konjunkturdelle bereits wieder zu glätten.

Gute Stimmung herrschte auf der gestern zu Ende gegangenen 15. Internationalen Kunststoffmesse „K 2001“ in Düsseldorf nicht nur bei den Veranstaltern der Messe angesichts der geringer als befürchtet zurückgegangenen Besucherzahl, auch die stärker von dem konjunkturellen Rückschlag betroffenen deutschen Kunststoffmaschinenbauer blicken auf längere Sicht wieder optimistischer in Zukunft.

Zwar wird sich die für das erste Halbjahr 2002 erhoffte Erholungsphase „eher auf das zweite Halbjahr verschieben, wie Dipl.-Ing. Bernd Knörr auf einem VDMA-Messerundgang durch die Maschinenbauhallen erklärte, aber der Geschäftsführer des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA, Frankfurt am Main, hält trotz der tragischen Ereignisse vom 11. September eine nachhaltige Korrektur seiner Prognose nicht für erforderlich.

Danach hat die Branche für 2001 nur ein bereits frühzeitig vorhergesagtes Produktionsminus von 5 % im Vergleich zu 2000 – das mit einem Produktionswert von etwa 4 Mrd. Euro ein absolutes Spitzenjahr war – zu verkraften. Auch in 2002 rechnet Knörr noch mit einem um 5 % schrumpfenden Produktionswert. Danach allerdings, so zeigte sich der Branchensprecher auf der Kunststoffmesse optimistisch, werde sich der Investitionsstau auflösen und zusammen mit dem überdurchschnittlichen Wachstum der Nachfrage und des Verbrauchs von Kunststoffen und Kautschuk so positiv auswirken, dass es in 2003 „vermutlich zu einer ähnlich überhitzten Situation mit Lieferengpässen“ kommen könnte, wie dies die Branche in 2000 durchlebt habe. Insbesondere Osteuropa entwickele sich zu einem Markt mit „höchst erfreulichen Zuwachszahlen“.

„Maschinen zu kaufen heißt an die Zukunft zu glauben“, kommentierte K-Präsident Dr. Helmut Eschwey seinen Eindruck vom Messeverlauf. Der Sprecher der SMS Kunststofftechnik, Meinerzhagen, ist überzeugt, dass in 2002 die Konjunktur für seine Branche wieder anzieht, auch wenn derzeit noch nicht ganz klar sei, ob dies im ersten oder zweiten Quartal geschehe. Der Markt in Osteuropa wird in den nächsten Jahren ein Wachstum von über 100 % erreichen, bekräftigt Eschwey die Einschätzung von Bernd Knörr. Es gelte nur, den derzeit starken Zyklus unbeschadet zu umschiffen. Und da sieht der SMS-Kunststofftechnik-Chef sein Unternehmen gut vorbereitet. „Wir haben in 2000 trotz eines Umsatzwachstums von 50 % keine Mitarbeiter eingestellt. Dies hilft uns, die nächsten neun Monate ohne Änderung des Personalstands zu überstehen“, so Eschwey.

Der Unternehmenssprecher, der auf der Messe keinen Kommentar zu einem möglichen Übernahmeinteresse von SMS an der von Siemens zum Verkauf stehenden MPM-Gruppe abgeben wollte, setzt bei der Überwindung der Geschäftszyklizität in seiner Branche auf die Erfolgsformel Flexibilisierung der Produktionskapazität. Sie basiert auf drei Faktoren: der flexiblen Arbeitszeit der Mitarbeiter, die wöchentlich zwischen 28 h und 50 h variiert werden kann, der durch ein flexibel steuerbares Insourcing/Outsourcing-Verhältnis gewonnenen Atmungskapazität der Produktion und dem Einsatz von zusätzlichen Leiharbeitskräften. Eschwey: „In guten Zeiten beschäftigen wir Leiharbeitskräfte in der Größenordnung von 10 % bis 15 % unseres Personalstands.“

Auch Michael Grandt blickte auf der K 2001 mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft. „Wir schließen uns der allgemeinen negativen psychologischen Stimmung nicht an“, erklärte der für Vertrieb und Controlling zuständige Geschäftsführer auf dem Arburg-Messestand in Halle 13. Die Loßburger Kleinspritzgießmaschinenspezialisten peilen nach dem Rekordjahr 2000 mit rund 695 Mio. DM Umsatz nun einen Wert von 650 Mio. DM an. Die nicht zuletzt durch die konjunkturelle Talfahrt in den USA ausgelöste Konjunkturdelle „tangiert unsere mittelfristigen Projekte in keiner Weise“, hält Grandt an seiner „langfristig angelegten Expansionspolitik“ fest. Überdies rechnet man bei Arburg schon zum Jahresende wieder mit einer Erholung der Konjunktur. Das Familienunternehmen sieht seine Wachstumschancen künftig insbesondere im mittleren Spritzgießmaschinenbereich. Auf der Messe stand deshalb die neue „Allrounder 720 S“ im Mittelpunkt. Mit einer Aufspannfläche von 720 x 720 mm und einer Schließkraft von 3200 kN erschließt sie dem Maschinenbauer eine neue Dimension. Das Maschinenprogramm soll mittelfristig bis 4000 kN Zuhaltekraft ausgebaut werden.

„Wir gehen davon aus, dass das weltweite PET-Wachstum im Verpackungsbereich auch in den nächsten Jahren bei jährlich 10 % liegen wird“, ist Werner Fillmann von einer Expansion seines Blas- und Füllmaschinenbereichs für die Gebinde aus Polyethylenterephthalat in gleicher Größenordnung überzeugt. Der Präsident von SIG Plastics International, Essen, setzt dabei vor allem auf die wachsende Tendenz im Getränkemarkt hin zu kleinen 0,2- bis 0,3-l-PET-Flaschen. Fillmann: „In China explodiert derzeit geradezu das PET-Geschäft.“ Und während der SIG-Plastics-Chef für die ersten sechs Monate dieses Jahres noch einen schleppenden Auftragseingang erlebte, konnte er auf der K 2001 schon wieder von einer sehr starken Belebung des Geschäfts im zweiten Halbjahr berichten. Für das Gesamtjahr rechnet er deshalb damit, dass der Auftragseingang in diesem Bereich über dem des Vorjahres liegen wird. JÜRGEN SIEBENLIST

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