Rohstoffe 26.10.2001, 17:31 Uhr

Auf Goldsuche

bärtige Manner in verschlammten Hosen, die in den Flussbetten des Wilden Westens mit großen, flachen Schalen nach Nuggets suchen.

Gold ist heute so begehrt wie eh und je. Bloß hat die moderne Gewinnung des Edelmetalls mit den alten Methoden nicht mehr viel gemein. Denn die Zeiten der großen Nuggets sind lange schon vorbei. Heute wird Gold meist aus Erzen gewonnen, in denen das Metall gebunden vorliegt oder aber als sehr feiner Anteil (Feingold < 20 µm). Es wird mit giftigen Cyaniden ausgelaugt – eine Methode, die Umweltschützer schon lange anprangern. Durch den Einsatz von Cyaniden kommt es wiederholt zu Unfällen – zuletzt 1999 in Baja Mare in Rumänien –, bei denen toxische Stoffe in die Umwelt gelangen.

Das müsste nicht so sein: Mit Hilfe von modernen Dichtesortier-Verfahren lässt sich der Einsatz von Cyanid oder anderen Laugenreagenzien bei der Goldgewinnung deutlich reduzieren. Das zeigen Untersuchungen im Technikum des Lehr- und Forschungsgebiets Aufbereitung mineralischer Rohstoffe (AMR) der Rheinisch-Westfälischen Hochschule Aachen.

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Interessanterweise besinnen sich dabei die Aachener auf die Methoden von anno dazumal. Denn das Dichtesortieren ist das älteste bekannte mechanische Aufbereitungsverfahren für primäre Golderze. Dabei macht man sich zu Nutze, dass Gold schwerer ist als andere Metalle und Mineralien. Bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hat eine ganze Reihe von industriellen Anlagen, in denen das Gold als Gold-Quecksilber-Verbindung abgeschieden wurde, das Dichtesortieren praktiziert. Vor allem bei Erzen mit „gröberem“ Feingold (Goldpartikel nicht kleiner als 50 µm) sind Ausbeuten von mehr als 90 % möglich. In modernen Großanlagen aber wurde die Technik mit der Einführung des Cyanid-Laugens zurückgedrängt.

Für die Sortierung nutzen die Aachener einen so genannten Spiralabscheider. Das mit Wasser vermischte Golderz fließt dabei durch eine gewendelte Rinne. Das Gold sammelt sich in der Innenkurve, die restlichen Anteile werden nach außen abgedrängt. Zwar sind die Versuche noch nicht abgeschlossenen, die bisherigen Ergebnisse zeigen aber, dass es möglich ist, moderne Sortierverfahren auch bei gebundenen Golderzen mit gutem Erfolg einzusetzen.

Allerdings reicht eine bloße Sortierung nicht aus. Das Metall muss stets zusätzlich ausgelaugt werden. Die Laugung kommt allerdings mit einer weit kleineren Menge von Cyanid aus: je nach Verfahren und Erztyp mit 85 % bis 95 % weniger. Außerdem lassen sich Kosten einsparen für Reagenzien und Hilfsreagenzien, für die Neutralisierung des Cyanids und für den Bau großer Schlamm-Auffangbecken. ug/cf

 

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