Werkstoffe 15.09.2006, 19:23 Uhr

Aluminium und Kunststoff in effizientem Messe-Verbund  

VDI nachrichten, Essen, 15. 9. 06, Si – Gebündelte Materialvielfalt erwartet die Besucher der „Aluminium 2006“ und „Composites Europe“ in Essen. Denn Aluminium- und Kunststoffexperten zeigen hier vom 20. bis 22. September auf den beiden parallel stattfindenden Fachmessen ihre Stärken bei der Entwicklung von leichteren Produktlösungen für die Konsumentenwünsche von morgen.

Alle Leichtbauinteressierten werden vom 20. bis 22. September in Essen zugleich von zwei Messen angesprochen. Denn Verbundwerkstoff- und Leichtmetallspezialisten präsentieren den Fachbesuchern zeitgleich ihr Potenzial für ressourcenschonende Bauteilentwicklungen. Im Fokus der beiden von Reed Exhibitions Deutschland, Düsseldorf, veranstalteten Messen „Aluminium 2006“ und „Composites Europe“ stehen vor allem die Anwendungsbereiche Transport, Bau, Elektroindustrie und Maschinenbau. Während sich die bereits seit 1997 etablierte „Aluminium“ mit zuletzt 13 500 Fachbesuchern zur weltweit größten Fachveranstaltung der Branche entwickelt hat und in diesem Jahr über 670 Aussteller aus 39 Nationen zählen wird, startet die europäische Verbundwerkstoffmesse mit mehr als 180 Ausstellern in Essen.

Die Chance zu dem vergrößerten Branchentreff hat die AVK – Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe, Frankfurt/Main, genutzt und ihre ursprünglich in Baden-Baden vorgesehene 9. Internationale AVK-Jahrestagung ins Ruhrgebiet verlegt.

Jürgen Aurer ist zuversichtlich, durch die Anbindung an die beiden Veranstaltungen in Essen die Kräfte der europäischen Composites-Industrie stärken zu können. Der stellvertretende AVK-Vorstandsvorsitzende erwartet rund 500 Teilnehmer auf der zweitägigen Jahrestagung, die unter dem Motto „Wettbewerbsfähig durch Verbundwerkstoffe“ steht und den Auftakt der Composites Europe bilden wird. Themenschwerpunkte sind neben dem europäischen Marktüberblick die Bereiche Transport, Rohre und Behälter, Naturfasern, RTM-Verfahren (Resin Transfer Moulding) zur Herstellung von faserverstärkten Kunststoffbauteilen sowie Thermoplast-Composites.

Die Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie (ICT), Pfinztal, zeigen als Leichtbauteil eine Automobiltür, die gegenüber der Referenztür mit einer Gewichtsreduzierung von 18 % sowie einer Verringerung der Einzelteilanzahl um 22 % aufwarten kann.

In einem von der Europäischen Kommission geförderten Forschungsprojekt werden zudem unter der Leitung des ICT neue Aushärteverfahren für großflächige Kunststoffbauteile untersucht, die durch Einspritzung von Kunststoffharzen in eine Form hergestellt werden. Durch den Einsatz von Mikrowellen kann eine raschere sowie gleichmäßigere Aushärtung der Bauteile erzielt und der Injektionsprozess vom Aushärteprozess getrennt werden. Hinter dem Verfahren verbirgt sich nach Ansicht von Rudolf Emmerich „eine Revolution in der Verarbeitung von Polyesterharzen.“ Ein normales Erwärmen zum Aushärten, so erklärt der Projektleiter, sei bei großen Teilen wie z. B. Bootsrümpfen problematisch, weil man die Wärme nicht gleichmäßig und nicht tief genug in den Werkstoff hinein transportieren könne. „Wir nutzen die Absorption der Mikrowellen im Harz, um genau dies zu erreichen“, plädiert der Wissenschaftler für diese Erwärmung „quasi auf Bestellung“ genau dort, wo der Härteprozess die Wärme zum richtigen Zeitpunkt benötigt. Hauptanwendung der neuen Technologie sind großflächige Polyesterbauteile, wie sie beispielsweise für Boote, Windrotoren, Bahnwaggons oder Automobilkarosserien benötigt werden.

Mit dem „Forum Forschung“ wird auf der Messe „Aluminium 2006“ in Essen wieder eine Innovationsplattform für die Kommunikation zwischen Industrie und Wissenschaft geboten. Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (Ifam) in Bremen wird hier unter anderem Aluminiumdruckgussteile mit integrierter RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) und Piezokeramiken, offenporige und geschlossenporige Aluminiumschäume, gegossene Aluminium-Kunststoff-Hybridbauteile, Leichtbauentwicklungen aus einem Aluminium-Glashohlkugelverbund sowie Kleb- und Oberflächentechnik-Anwendungen für Aluminium vorstellen. Si

Wettbewerbsfähig durch Verbundwerkstoff

Von Jürgen Siebenlist
Von Jürgen Siebenlist

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