Laptops auf See 05.09.2016, 14:27 Uhr

Weltpremieren auf der Schiffbaumesse SMM in Hamburg

Riesige Schiffe stehen nicht in den Hallen der Hamburger Schiffbaumesse SMM – aber alles, was man braucht, um Schiffe zu bauen, zu fahren und auszustatten. Hybridantriebe, verbesserte Schrauben, umweltfreundliche Stromversorgung im Hafen, Kläranlagen für Kreuzfahrtschiffe: Umwelt, Effizienz und Digitalisierung prägen die SMM.

2.150 Aussteller aus 67 Ländern stellen vom 6. bis 9. September auf der weltweit größten Schiffbaumesse, der SMM in Hamburg, ihre Neuheiten vor. 

2.150 Aussteller aus 67 Ländern stellen vom 6. bis 9. September auf der weltweit größten Schiffbaumesse, der SMM in Hamburg, ihre Neuheiten vor. 

Foto: SMM

Die wichtigste Schiffbaumesse der Welt erwartet in den nächsten Tagen rund 50.000 internationale Fachbesucher. Mehr als 2.150 Aussteller aus 67 Ländern stellen vom 6. bis 9. September ihre Neuheiten vor.

Leistungsstarke und trotzdem umweltschonendere Schiffsmotoren, verbesserte Navigationstechnik, autonome Steuerungstechnik für Schiffe, Innovationen im Bereich Landstromversorgung und intelligente Systeme zur Wasseraufbereitung werden auf der Messe vorgestellt, die am Dienstag beginnt.

Auch das gehört zur SMM: Signalhörner für Schiffe.

Auch das gehört zur SMM: Signalhörner für Schiffe.

Foto: SMM

Erstmals ist eine Halle dem Thema „Green Propulsion“ vorbehalten. Hier in Halle A5 werden neue Antriebstechnologien vor allem mit Flüssiggas (LNG) als Schiffsbrennstoff vorgestellt. So präsentiert MTU seinen ersten Gasmotor für Schiffe, Hybrid Port Energy präsentiert ein auf LNG basierendes Minikraftwerk, das zum Beispiel Kreuzfahrtschiffe mit Strom versorgt, um den Verbrauch von herkömmlichen Kraftstoffen wie Schweröl zu senken.

Klicken Sie sich durch die folgende Fotostrecke mit den Neuheiten.

 

Rolls-Royce präsentiert seinen ersten GasmotorRolls-Royce stellt seinen ersten MTU-Gasmotor für Schiffe vor. Er hat bereits 3.000 Stunden Laufzeit auf dem Prüfstand überstanden und soll 2018 auf den Markt kommen. „Seine Leistung und sein Beschleunigungsverhalten entsprechen den hervorragenden Eigenschaften eines Dieselmotors, er ist wirtschaftlich, zuverlässig und sauber“, sagte vor der Messe Dr. Ulrich Dohle, Vorstandsvorsitzender der Rolls-Royce Power Systems.Schon vor dem Serienstart werden die Gasmotoren Ende 2017 einen von Damen Shipyards gebauten Schlepper der Reederei Svitzer antreiben. Es wird weltweit der erste Schlepper mit schnelllaufenden Gasmotoren sein.

Foto: Rolls-Royce

Bundeswehr zeigt Aufklärungsdrohne AladinIhre Aufklärungsdrohne Aladin präsentiert die Bundeswehr auf der SMM. Die Drohne wird aus der Hand gestartet und kann in einem Radius von 5 km Luftaufklärung leisten. Sie kann eingesetzt werden bei Tag und Nacht und überträgt Bilder und Daten in Echtzeit. So kann ein Schiffsführer das Seegebiet erkunden und bei Gefährdungen weitere Informationen einholen. Die Drohne ist elektrisch angetrieben und ist ausgesprochen leise.

Foto: Jung/Bundeswehr

Verstellbarer Propeller mit Wasser-HydraulikEine neue Version seines Verstellpropellers präsentiert das Unternehmen Piening Propeller aus der Nähe von Glückstadt. Alle fünf Flügel des Propellers lassen sich verstellen und damit der Belastung anpassen. Das Besondere an der Entwicklung: Üblicherweise arbeitet die Hydraulik von Verstellpropellern mit Öl. Über längere Zeit können jedoch die Dichtungen unter den Belastungen im Seewasser undicht werden, das Öl tritt aus, Seewasser ein. Piening hat nun ein System entwickelt, dass mit Wasser als Flüssigkeit arbeitet.

Foto: Piening Propeller

Werkstatt-Container reduziert ReparaturzeitenMit einem Container, der als Schiffswerkstatt mit allen notwendigen Maschinen und Werkzeugen ausgestattet ist, will Siemens die Zeit für Wartungsarbeiten im Dock oder auch bei Schäden auf See um bis zu 15 % verkürzen. Siemens stattet einen Standard-Container individuell für Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten aus. Die mobile Werkstatt umfasst neben Standard- und Spezialwerkzeugen auch Klima- und Heizgeräte sowie spezielle Beleuchtungstechnik, damit Mitarbeiter für jede Aufgabe vor Ort gewappnet sind.

Foto: Siemens

Biologische Kläranlage für KreuzfahrtschiffeEine biologische Kläranlage für Kreuzfahrtschiffe zeigt der Bremer Spezialist für Wasseraufbereitung RWO. Die Anlage ist besonders platzsparend und soll sich einfach bedienen lassen. „Die Anlage zur Abwasseraufbereitung CleanSewage Bio spart im Vergleich mit anderen Systemen durch einen weltweit einmaligen einseitigen Zugang bis zu 25 Prozent Platz“, erklärt Dr. Christian Ausfelder, Managing Director von RWO. „Darüber hinaus benötigt sie eine deutlich geringere Wartung und erlaubt anschließend einen schnelleren Neustart.“ Zugleich zeigt RWO auf der SMM eine Meerwasserentsalzungsanlage mit neuartigen Membranen. Die Anlage arbeitet ohne Chemikalien und nur mit Filtertechnik. Für kleinere Schiffe gibt es auch eine kleinere Anlage mit eine Kapazität von bis zu 60 m3/Tag. 

Foto: RWO

Laptops für den Einsatz auf hoher SeeSie müssen mit salziger Luft, mit Stößen, hoher Luftfeuchtigkeit, grobem Umgang und auch mit einem Sturz umgehen können: Laptops und Tablets, die auf hoher See und im Hafen eingesetzt werden. Panasonic stellt auf der SMM verbesserte und stark geschützte mobile Computer vor, denen Feuchtigkeit, Regen, Schmutz, Stürze und Vibrationen nichts ausmachen. Sie haben besonders lange Akku-Laufzeiten, sonnenlicht-taugliche Outdoor-Displays und können teils sogar mit Handschuhen bedient werden. Zusätzlich sind die Geräte mit extrem präzisem GPS ausgestattet.Die Sicherheitsoffiziere eines Schiffes können zudem auf ein Tool zugreifen, das alle relevanten Informationen für die Absicherung des Schiffes aufzeigt. Dazu gehört die automatisierte Überwachung der Schiffsgrenzen von innen (Mann über Bord) und außen (Piraterie). Auf der SMM stellt Panasonic das Toughbook CF_20 mit 10,1" Touchscreen vor. Das Gerät verfügt über eine abnehmbare Tastatur. Dadurch lässt es sich sowohl als Laptop am Arbeitsplatz und als Tablet unterwegs an Deck nutzen. 

Foto: Panasonic

Fraunhofer: System entdeckt nervtötende SchwingungsursachenDen Ursachen Lärm erzeugender Vibrationen können Schiffbauer schon in der Konstruktionsphase auf die Spur kommen. Dazu hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit eine Software entwickelt, die schon beim Entwerfen und Konstruieren eines Schiffes die bestmögliche Lärmreduzierung ermöglicht. Das Vorhersagetool soll helfen, in jeder Phase des Entwicklungsprozesses effiziente und sichere Vorhersagen über die akustischen Eigenschaften eines Schiffsneubaus zu treffen. Und das ist gerade bei Schiffen wichtig, die meist Unikate sind. Meist fehlt Konstrukteuren und Schiffbauer die Möglichkeit, ihre Planungen anhand von Prototypen zu verfeinern. Darüber hinaus sind die Entwicklungszyklen vergleichsweise kurz.

Foto: Fraunhofer LBF

CAD-Daten für die Homepage und Reparaturen nutzenBeim Bau eines Schiffes entstehen zahlreiche digitale 3D-Modelle im Computer. Diese jedoch später nutzbar zu machen beispielsweise auf mobilen Endgeräten ist bislang kaum möglich. „Aus diesen vorhandenen Daten lässt sich für den gesamten Schiffslebenszyklus ein Mehrwert generieren", erklärt Professor Uwe von Lukas vom Fraunhofer IGD. Die 3D-Daten der Schiffe bieten zusammen mit den digitalen CAD-Plänen eine sehr gute Grundlage zur Unterstützung aller Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben. Auch für VR-Trainingsprogramme sind sie eine gute Basis. Bisher haben sie jedoch den Nachteil der enormen Größe, die sie nur auf sehr leistungsstarken Rechnern handhabbar macht. Zudem ist es schwer, die Pläne aktuell zum realen Schiff zu halten.Die Ingenieure des Fraunhofer IGD haben nun die instant3Dhub-Plattform entwickelt, die die 3D-Daten etwa auf einem Tablet und Smartphone nutzbar macht. Konstrukteure, Designer und Kooperationspartner können über einen gewöhnlichen Web-Browser auf die aktuellen 3D-Daten eines Schiffes zugreifen. „Hierdurch leisten wir einen Beitrag, den Ansatz der Industrie 4.0 für die maritime Industrie zu erschließen", so Prof. von Lukas.

Foto: Fraunhofer IGD

Erfolgreichster MTU-Motor wird 20 Jahre – und überarbeitetRolls-Royce zeigt die weiterentwickelten MTU-Dieselmotoren der Baureihe 4000 für die Emissionsrichtlinien IMO III und EPA Tier 4. Die Motoren haben bereits über 4.000 Stunden erfolgreich auf den MTU-Prüfständen in Friedrichshafen und Aiken in den USA absolviert. Seit die Motoren der MTU-Baureihe 4000 vor genau 20 Jahren auf den Markt kamen, wurden 37.000 Motoren weltweit verkauft. Damit sind sie die erfolgreichsten MTU-Motoren überhaupt. Sie dienen als Hauptantrieb für Schleppschiffe, Fähren, Versorgungsschiffe, Verdrängeryachten und Behördenschiffe. Nutzbar sind sie auch zur Energieversorgung auf Schiffen und Plattformen. 

Foto: Rolls-Royce

Von Axel Mörer-Funk Tags:

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