Für Entwicklungsländer 26.09.2016, 14:09 Uhr

Wie bei Ikea: Formel 1-Designer baut Offroader zum Zusammenstecken

In 60 Einzelteile zerlegen und im Paket verschicken: Das ist das Prinzip von Ox – ein kompakter Offroader für Entwicklungsländer. Designer ist Gordon Murray, der mit dem Supersportwagen McLaren F1 bekannt geworden ist. 

Nicht schick, aber praktisch: Die 1,6 t leichten Lkws sollen Wasser, Getreide und Düngemittel in schwer befahrbare Gebiete transportieren. 

Nicht schick, aber praktisch: Die 1,6 t leichten Lkws sollen Wasser, Getreide und Düngemittel in schwer befahrbare Gebiete transportieren. 

Foto: Global Vehicle Trust

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Nicht schick, aber praktisch: Die 1,6 t leichten Lkws sollen Wasser, Getreide und Düngemittel in schwer befahrbare Gebiete transportieren. 

Foto: Global Vehicle Trust

Was tun, um Lkws günstiger in Entwicklungsländer verschiffen zu können? Die Antwort des Herstellers Global Vehicle Trust (GVT) aus London: einen Truck namens Ox bauen, der sich nach dem Ikea-Prinzip aus 60 Einzelteilen zusammenstecken lässt. Das ermöglicht einen platzsparenden Transport. Sechs Bausätze verpackt in Kartons passen so in einen elf Meter langen Standard-Schiffscontainer. Kompakter geht es kaum.

Ox lässt sich in zwölf Stunden zusammenbauen

Vor Ort lassen sich die verschraubten Sperrholzplatten zum Truck zusammensetzen. Das manuelle Fünfgang-Getriebe ist bereits in das Fahrgestell integriert, ebenso der Motor – ein 2,2-L-Vierzylinder-Saugdiesel mit 100 PS und 310 Nm Drehmoment. Die 16-Zoll-Räder mit Scheibenbremsen sind an Einzelradaufhängungen geführt. Komplexe Bauarbeiten sind also nicht notwendig. Laut GVT brauchen drei Mann nur zwölf Stunden, um den in einem Paket gelieferten Bausatz in einen fahrbaren Lkw zu verwandeln.

Ox: Der kompakte Offroader lässt sich aus 60 Einzelteilen zusammenbauen. Laut Hersteller ist das in zwölf Stunden erledigt. 

Ox: Der kompakte Offroader lässt sich aus 60 Einzelteilen zusammenbauen. Laut Hersteller ist das in zwölf Stunden erledigt. 

Foto: Global Vehicle Trust

Überraschend ist, wer sich hinter dem Design des Ox verbirgt. Niemand Geringerer nämlich als Gordon Murray – ein südafrikanischer Ingenieur und ehemaliger Formel 1-Rennwagenkonstrukteur, der auch schon den McLaren F1 mitentwickelt hat. Diesem legendären Supersportwagen zollt Murray mit dem Ox sogar einen kleinen Tribut. Denn auch im faltbaren Lkw befindet sich das Lenkrad in der Mitte. Das hat aber auch einen pragmatischen Grund. Der Ingenieur umgeht damit spezielle Anforderungen für den Recht- und Linksverkehr, sodass sich Ox in die ganze Welt verschiffen lässt.

13 Personen finden im zusammensteckbaren Lkw Platz 

Der 4,23 m lange Ox sieht zwar nicht sonderlich schick aus, ist aber praktisch: Der 1,6 t leichte Truck hat 7000 l Stauraum, die für drei Europaletten oder 13 Personen ausreichen. Er soll mit fast jedem Terrain klarkommen. Das prädestiniert ihn für den Transport von Wasser, Getreide, Düngemittel und Baumaterial in schwer befahrbare Gebiete. Und falls sich Ox einmal im Sand festfährt, lassen sich Einzelteile der Rückbank als Sandbleche verwenden. „Ehrlich gesagt folgt die Form einfach der Funktion“, sagt Murray dem Onlinemagazin Cardesignnews. „Mir war immer klar, dass es am Ende ´hässlich´ sein würde. Aber bisher hat sich noch niemand beschwert.“ 

Der Designer des Ox Gordon Murray: Der südafrikanische Ingenieur und ehemalige Formel 1-Rennwagenkonstrukteur hat auch schon den McLaren F1 mitentwickelt. 

Der Designer des Ox Gordon Murray: Der südafrikanische Ingenieur und ehemalige Formel 1-Rennwagenkonstrukteur hat auch schon den McLaren F1 mitentwickelt. 

Foto: Global Vehicle Trust

Und wann kommt Ox zum Einsatz? Das steht noch in den Sternen. Bislang hat GVT mit einem Investment von vier Millionen Pfund drei Prototypen gebaut. Jetzt sucht das britische Unternehmen nach einem Investor, um in Massenproduktion gehen zu können. 

Von Patrick Schroeder

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