Schlecht geschultes Personal 22.12.2014, 10:45 Uhr

Waffenschmuggler haben am Frankfurter Flughafen leichtes Spiel

Sonderlich geschickt scheinen sich Waffenschmuggler am Frankfurter Flughafen nicht anstellen zu müssen: Kontrolleure konnten bei jedem zweiten Versuch Waffen durch die Sicherheitskontrollen an Deutschlands größtem Flughafen schmuggeln. Hauptgrund dafür ist schlecht geschultes Personal.

So gut geschult wie das Personal im Tower scheinen die Sicherheitskräfte am Frankfurter Flughafen nicht zu sein: Bei einem Test der EU-Kommission sind Kontrolleure mit Waffen oder Sprengstoff bei jedem zweiten Versuch durch den Sicherheitscheck gekommen. 

So gut geschult wie das Personal im Tower scheinen die Sicherheitskräfte am Frankfurter Flughafen nicht zu sein: Bei einem Test der EU-Kommission sind Kontrolleure mit Waffen oder Sprengstoff bei jedem zweiten Versuch durch den Sicherheitscheck gekommen. 

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Dass Röntgenbilder nicht immer leicht zu interpretieren sind, weiß jeder, der sich eine solche Aufnahme schon einmal vom Arzt hat erklären lassen. Wenn man einen Mini-Föhn sicher von einer Pistole unterscheiden will, die zwischen hundert Kleinigkeiten im Kulturbeutel versteckt ist, erfordert das ein geschultes Auge. Und genau das haben viele Mitarbeiter der Sicherheitsdienste am Flughafen Frankfurt am Main offenbar nicht.

Die Bundespolizei hat jetzt bestätigt, dass dies der Hauptgrund für die Mängel ist, die bei einem Test aufgefallen sind. Bild am Sonntag hatte über einen geheimen EU-Report berichtet, nach dem bei jedem zweiten Versuch Waffen oder Sprengstoff problemlos durch die Kontrollen gingen. Nun werden mehr als 2000 Mitarbeiter des Airports und eines privaten Sicherheitsdienstes nachgeschult.

Fehler auch bei Körperscannern

Die aktuellen Sicherheitslücken fielen bei Tests auf, wie sie die EU-Kommission regelmäßig durchführen lässt. Die Ergebnisse bleiben üblicherweise geheim. Laut Bild am Sonntag müssen die Flughäfen bei schlechten Resultaten sofort nachbessern. In Frankfurt geschehe dies nun vor allem durch Nachschulungen. Ansonsten drohe dem Flughafen sogar die Einstufung als Non-Schengen-Airport. Das hätte zur Folge, dass Passagiere, die aus Frankfurt kommen, sich am Zielflughafen erneut kontrollieren lassen müssten – auch, wenn dieses Ziel innerhalb der Europäischen Union liegt.

Beladung einer A380 auf dem Frankfurter Flughafen. Da Passagiere anscheinend mit relativ wenig Aufwand Waffen an Bord schmuggeln können, lässt der Airport rund 2000 Sicherheitskräfte nachschulen. 

Beladung einer A380 auf dem Frankfurter Flughafen. Da Passagiere anscheinend mit relativ wenig Aufwand Waffen an Bord schmuggeln können, lässt der Airport rund 2000 Sicherheitskräfte nachschulen. 

Foto: Stefan Rebscher/Fraport AG

Nach dem Zeitungsbericht betreffen die Lücken nicht nur die herkömmlichen Röntgengeräte, sondern auch die Körperscanner, die in Frankfurt bislang noch zur Zweitkontrolle eingesetzt werden. Auch hier habe es erhebliche Probleme gegeben. Über die flächendeckende Einführung dieser als Nacktscanner bezeichneten Geräte in Deutschland wird seit vier Jahren diskutiert, allerdings haben sie immer wieder auch technische Mängel offenbart.

Abfertigung dauert deutlich länger

Ob auch andere deutsche Flughäfen von den Mängeln betroffen sind, wurde nicht bekannt. Nach Medienberichten sorgen die Probleme derzeit für erhebliche Verzögerungen bei den Kontrollen in Frankfurt. Die Ausbilder der Kontrolleure schauen den Sicherheitsleuten öfter mal über die Schulter. Die Betreibergesellschaft Fraport bittet die Passagiere jedenfalls derzeit um besonders viel Geduld bei der Abfertigung. Mindestens zweieinhalb Stunden vor Abflug solle man am Check-in-Schalter sein, heißt es auf der Internetseite. Als Grund dafür wird aber nur der verstärkte Reiseverkehr vor Weihnachten angegeben.

Von Werner Grosch
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