Infrastruktur 04.02.2011, 19:51 Uhr

Verkehrsentlastung für die Straße über den Hoover-Damm

Eine neue Brücke überspannt den Colorado River direkt neben dem Hoover-Damm. Damit ist die Straße über der Staumauer keine Durchgangsstraße mehr, sondern dient nur noch als Sackgasse zur Versorgung des Kraftwerks – und natürlich den Touristen zum Fotografieren.

„Die Hoover-Damm-Brücke ist Amerikas neuestes Wunder“ titulierte das US-Boulevardblatt USA Today ihren Bericht über die Eröffnung der Mike-O’Callaghan/Pat-Tillman-Brücke, die den Colorado River südlich des Hoover-Damms in knapp 300 m Höhe überspannt.

Nach knapp zehn Jahren Planungs- und Bauzeit sowie einer Investition von 240 Mio. $ konnte die Entlastungsbrücke nach 2-jähriger Verspätung Ende letzten Jahres in Betrieb genommen werden.

Die Brücke gilt als Musterbeispiel des freitragenden Brückenbaus, denn von beiden Seiten des Black Canyons wurden die jeweiligen Betonbögen aus vorgefertigten Teilen freitragend vorgebaut, um sich am 8. August 2010 millimetergenau in der Mitte zu verbinden. Insgesamt waren an den Bauarbeiten 1500 Personen beteiligt, darunter rund 300 Ingenieure, die unter anderem für die millimetergenaue Vermessung verantwortlich zeichneten. Für den Bau wurden modernste Baustoffe, wie besonders schnell abbindender Beton sowie hochfester Baustahl verwendet.

Der Hoover-Damm gilt nach wie vor als das US-Vorzeigeprojekt in puncto Planung, Vermessung, Bau- und Elektrotechnik. „Alle beteiligten Ingenieure fühlten sich angespornt, als es darum ging, ein neues Bauwerk in unmittelbarer Nähe des Hoover-Damms zu errichten“, sagt Prof. Henry Petroski von der Duke-Universität, dessen Institut an Planung und Statik beteiligt war.

Und die Aufgabe gab genügend Spielraum für ingenieurmäßige Spitzenleistung. Da ist zunächst die Tiefe des zu überspannenden Black Canyons, die an dieser Stelle 271 m misst. Zweitens sind die Seiten des Canyons extrem steil und die dortigen Erosionen erlauben keine Unterstützung der Brücke – weder während der Bauarbeiten noch danach.

Auch ästhetische Vorgaben spielten eine wichtige Rolle. So bestand die Vorgabe, dass es eine Betonbrücke werden muss, da nur eine solche Brücke optisch zum Betonbollwerk des Hoover-Damms passt. Die Bogenform des Damms führte dann zur Betonbogenbrücke.

Damit noch nicht genug. Der amerikanische Südwesten ist noch immer geologisch aktiv. Erste geoseismische Untersuchungen zeigten eine Gefährdung durch seismische Spannungen zwischen den beiden Flussufern. Dieser Gefahr wurde durch einen zweigleisigen Bogen sowie einer weitgehend beweglichen Auflage der Brücke begegnet.

Die Idee für eine Verkehrsentlastung der Hoover-Damm-Mauer ist schon einige Jahrzehnte alt. Doch erst nach den Terrorangriffen auf das World Trade Center im September 2001 bekam diese Idee eine Realisierungschance. Damals wurde der Hoover-Damm als eine der gefährdetsten Einrichtungen der USA eingestuft und sofort für den gesamten Lkw-Verkehr gesperrt, was zu einem Umweg von 125 km führte.

Doch auch die normale Verkehrsbelastung galt als bedenklich. 14 000 Nutzfahrzeuge überquerten täglich die Staumauer und Bauexperten warnten bereits vor gefährlichen Schäden an der Betonmauer. Auch der weiterhin erlaubte Pkw-Verkehr nahm Jahr für Jahr beständig zu. Der Hoover-Damm war längst zum Nadelöhr zwischen Nevada und Arizona, beziehungsweise dem gesamten Ost-West-Verkehr im Südwesten der USA geworden.

Bereits bei den ersten Planungsarbeiten wurde klar, dass eine Überspannung des Colorado Rivers knapp 500 m südlich des Hoover-Damms ein Touristenmagnet sein wird. Vor allem das Touristenbüro in Nevada legte von Anfang an größten Wert auf eine zusätzliche touristische Nutzung der Brücke.

Das Ergebnis dieser Bemühungen ist ein Fußweg auf der Nordseite der Brücke, der mit einer 1,37 m hohen Betonmauer von der Fahrbahn abgetrennt ist. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick auf den Hoover-Damm, den Stausee Lake Mead und die zugehörigen elektrischen Anlagen.

Für Touristen ist der Hoover-Damm weiterhin zugängig. Allerdings ist die einstige Bundesstraße 93, die über den Damm führte, jetzt auf der Ostseite geschlossen. HARALD WEISS

Von Harald Weiss

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