Konkurrenz für Google 03.02.2015, 15:03 Uhr

Uber will offenbar selbstfahrende Autos entwickeln

Uber bietet der Taxibranche erneut Grund zu Besorgnis: Der umstrittene Fahrdienstvermittler scheint an selbstfahrenden Autos forschen zu wollen. Und könnte dabei in einen Konkurrenzkampf mit Investor Google treten. 

Uber-Chef Travis Kalanick lenkt die Zukunft des Unternehmens offenbar in Richtung selbstfahrender Autos. Da scheint Streit mit Hauptinvestor Google vorprogrammiert, der bereits ein autonomes Auto vorgestellt hat. 

Uber-Chef Travis Kalanick lenkt die Zukunft des Unternehmens offenbar in Richtung selbstfahrender Autos. Da scheint Streit mit Hauptinvestor Google vorprogrammiert, der bereits ein autonomes Auto vorgestellt hat. 

Foto: Will Oliver/dpa

Uber kündigt in einem Blogeintrag vom 2. Februar an künftig mit der US-Universität Carnegie Mellon in Pittsburgh kooperieren zu wollen. Der Fahrdienstvermittler will die Forschung des dortigen Robotikzentrums finanzieren und in der Nähe des Campus sogar eine eigene Forschungseinrichtung bauen ­– das Uber Advanced Technology Center.

Das Zentrum soll sich laut Blogeintrag mit Schlüsseltechnologien beschäftigen, die Ubers Mission unterstützen sollen, den Menschen sichere und verlässliche Transportmöglichkeiten zu bieten. Soweit sehr abstrakt. Hilfreichen Kontext bietet die Ankündigung von Uber-Chef Travis Kalanick im letzten Jahr, Uber wolle in Zukunft auch auf autonome Autos setzen.

Als Partner hatte die Branche damals allerdings Google erwartet – der Konzern hat schließlich schon ein selbstfahrendes Auto präsentiert und ist mit 260 Millionen US-Dollar Großinvestor bei Uber. 

Droht Konkurrenzkampf zwischen Uber und Google?

Doch es kündigt sich ein Konkurrenzkampf an: Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg wildert Google im Gebiet von Uber und entwickelt seinen eigenen Service zur Fahrdienstvermittlung. Uber-Manager hätten Screenshots einer App gesehen, die Google-Mitarbeiter bereits nutzen. Es werde beraten, ob man Googles Chefjustiziar David Drummond auffordern wolle, den Uber Verwaltungsrat zu verlassen.

In der weltweiten Taxibranche hat sich Uber schon Feinde gemacht. Das Start-up vermittelt Privatpersonen als Taxifahrer. 

In der weltweiten Taxibranche hat sich Uber schon Feinde gemacht. Das Start-up vermittelt Privatpersonen als Taxifahrer. 

Foto: Britta Pedersen/dpa

Google reagierte in einem Tweet ausweichend und schrieb, Uber und der Rivale Lyft funktionierten auch ganz gut. „Wir nutzen sie die ganze Zeit.“ Laut einem Bericht des Wall Street Journal steht die App auch nicht in Zusammenhang mit dem selbstfahrenden Google-Auto.

Situation erinnert an Konflikt zwischen Google und Apple

Trotzdem fühlt sich die Branche an den Konflikt zwischen Google und Apple erinnert: 2007 war der damalige Google-Chef Eric Schmidt Mitglied des Apple-Verwaltungsrats und bekam als einer der Ersten das iPhone zu Gesicht. Daraufhin entwickelte Google das Betriebssystem Android in eine ähnliche Richtung ­– für Apple Gründer Steve Jobs ein Hochverrat. Schmidt verließ deswegen den Apple-Aufsichtsrat. 

Uber ist derweil mit seiner privaten Fahrdienstvermittlung immer noch ein Dorn im Auge der weltweiten Taxi-Branche. „Uber arbeitet mit Milliarden-Kapital von Goldman-Sachs und Google, hüllt sich in einen Start-up-Look und verkauft sich als New-Economy-Heilsbringer“, wettert Dieter Schlenker, Vorsitzender der Genossenschaft Taxi Deutschland. „Fahrzeuge sind für die Beförderung weder zugelassen noch versichert, Fahrgäste verlieren alle wichtigen Schutzmaßnahmen.“ 

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