Reaktion auf Protest 30.09.2014, 12:54 Uhr

Uber will in Berlin und Hamburg auch Taxis vermitteln

Der umstrittene Fahrdienstvermittler Uber geht einen Schritt auf die erzürnten deutschen Taxifahrer zu: Sie sollen zukünftig Fahrten über die App UberTaxi anbieten dürfen. Starten will Uber diese Friedenspfeife in Berlin und Hamburg.

Besonders UberPop erzürnt die Taxibranche: Die App macht Privatpersonen zu Taxifahrern. In Berlin ist sie aus Sicherheitsgründen verboten. Jetzt hat Uber angeboten, auch offizielle Taxifahrten vermitteln zu wollen.

Besonders UberPop erzürnt die Taxibranche: Die App macht Privatpersonen zu Taxifahrern. In Berlin ist sie aus Sicherheitsgründen verboten. Jetzt hat Uber angeboten, auch offizielle Taxifahrten vermitteln zu wollen.

Foto: dpa/Britta Pedersen

In New York und London habe UberTaxi mit diesem Konzept schon Erfolg, argumentiert das kalifornische Start-up: Fahrer reduzierten mit der Onlineplattform ihre Standzeiten, Fahrgäste könnten Wagen bequem über das Smartphone rufen und bezahlen.

Uber spürt geballten Zorn der Taxibranche

„Uber hat es sich zum Ziel gesetzt, Nutzern und Fahrern mehr Wahlmöglichkeiten anzubieten, um die persönliche Mobilität effizienter zu gestalten“, sagt Fabien Nestmann, Uber-Sprecher in Deutschland. „Die Öffnung unserer Plattform für Taxen in Deutschland mit unserem On-Demand-Dienst UberTaxi ist ein weiterer Schritt dorthin“. Schritt für Schritt will Uber die App in weiteren Städten etablieren. 

Uber will auf sein Hauptstandbein aber nicht verzichten: Das ist die Vermittlung privater Fahrer mit der App UberPop gegen Provision. Diesen Service verteidigt das Unternehmen derzeit nicht nur vor dem geballten Zorn der Taxibranche, sondern auch vor deutschen Gerichten. Nicht immer mit Erfolg. Erst vergangene Woche hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden, dass UberPop in Berlin weiterhin verboten bleibt. Die Begründung: Die Fahrer unterlägen keiner staatlichen Kontrolle, die Fahrten seien für Fahrgäste schlicht unberechenbar und zu gefährlich.

Uber kämpft mit harten Bandagen

Am 29. September kündigte Uber an, gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin Beschwerde einzulegen. Das Gericht hat zudem UberBlack verboten: Bei diesem Service vermittelt Uber Limousinenservices, die laut Gericht die Unterscheidung von Taxen- und Mietwagenverkehr unzulässig verwischen.

Nach UberPop und UberBlack kommt nun auch UberTaxi: Fahrgäste können mit der App ein Taxi rufen und bezahlen, Taxifahrer angeblich ihre Standzeiten reduzieren.

Nach UberPop und UberBlack kommt nun auch UberTaxi: Fahrgäste können mit der App ein Taxi rufen und bezahlen, Taxifahrer angeblich ihre Standzeiten reduzieren.

Foto: dpa/Jens Büttner

Uber will diese App jetzt um die Entscheidung herum modifizieren. „Wir respektieren selbstverständlich das deutsche Rechtssystem und arbeiten daran, unseren Service so anzupassen, dass wir uns im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen bewegen“, sagt Nestmann.

Uber hält Geschäftsmodell für zukunftsweisend

Das Geschäftsmodell selbst ist für Nestmann zukunftsweisend: „Wir glauben: Einwohner und Besucher aller fortschrittlichen Städte weltweit, gerade aber auch in Deutschland, sollten von alternativen Angeboten profitieren können“, meint Nestmann. Wenn man Gelegenheitsfahrer an den Maßstäben des professionellen Taxigewerbes messe, verhindere man die Entstehung eines Marktes, von dem alle Beteiligten profitieren könnten.

Anfang September gab es für Uber übrigens einen herben Rückschlag: Das Landgericht Frankfurt verbot dem Unternehmen mit einer einstweiligen Verfügung, die App zu betreiben. Für jede illegale Vermittlung drohte das Gericht mit einer Strafe von 250.000 Euro – zur Freude der Taxifahrer. Doch zu früh gefreut: Mitte September hat das Landgericht die einstweilige Verfügung wieder aufgehoben und entschieden: Uber darf weitermachen – zum Unmut der Taxifahrer. Jetzt gilt abzuwarten, ob sie sich mit UberTaxi versöhnen lassen. 

Von Patrick Schroeder

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