Automatische Notbremsungen 21.11.2013, 17:25 Uhr

Technik von Siemens soll US-Zugverkehr sicherer machen

Pendlerzüge im Großraum New York sollen sicherer werden. Die Stadt setzt dabei auf Bordsysteme und Signaltechnik von Siemens. Diese sollen im Notfall automatische Notbremsungen auslösen. 

Im Mai entgleiste bei New York ein Zug und stieß dann mit einem entgegenkommenden Zug zusammen. 70 Menschen wurden verletzt. Künftig soll das  Fahren mit dem Zug im Großraum New York sicherer werden. Dazu werden unter anderem über 1500 Züge mit einem neuen Bordsystem ausgestattet.

Im Mai entgleiste bei New York ein Zug und stieß dann mit einem entgegenkommenden Zug zusammen. 70 Menschen wurden verletzt. Künftig soll das  Fahren mit dem Zug im Großraum New York sicherer werden. Dazu werden unter anderem über 1500 Züge mit einem neuen Bordsystem ausgestattet.

Foto: dpa

Siemens soll gemeinsam mit der Schienenverkehrssparte von Bombardier die beiden meistbefahrenen Pendlerstrecken in den USA schrittweise sicherer machen. Zum Einsatz kommt das sogenannte Positive Train Control System (PTC), das Unfälle, die durch zu hohe Geschwindigkeiten oder Missachtung von Haltesignalen ausgelöst werden, mit einer Zwangsbremsung oder einem kompletten Zwangsstopp verhindern soll. Auftraggeber für den 428 Millionen Dollar Auftrag ist die Metropolitan Transportation Authority (MTA), die für den öffentlichen Nahverkehr im US-Bundesstaat New York zuständig ist. Bis 2019 will das Konsortium das PTC entwickeln, testen und einbauen.

1500 Züge erhalten neue Bordeinheiten

Auf den 1100 Streckenkilometern der North Railroad und der Long Island Rail Road werden jährlich rund 80 Millionen Passagiere befördert. Die beiden Strecken werden in den kommenden Jahren mit neuer Streckensignaltechnik ausgestattet, 1500 Züge erhalten ein neues Bordsystem. Die Entwicklung wird Aufgabe von Siemens sein, Bombardier ist für Projektmanagement und Implementierung des Systems zuständig.

Im Führerhaus wird eine Bordeinheit mit einem eigenen Geschwindigkeitssensor installiert, entlang der Strecke übermitteln Signale und Sensoren Geschwindigkeitsbegrenzungen und Vorfahrtsregeln. Über GPS-Signale erhält das System kontinuierlich seine Standortbestimmung. Daraus berechnet es den präzisen Bremsweg bis zum nächsten Signal oder zur nächsten Geschwindigkeitsbegrenzung. Im Notfall löst es eine Bremsung oder einen kompletten Halt des Zuges aus, um eine Entgleisung, einen Zusammenprall oder eine falsche Gleiswahl zu verhindern.

Der Großauftrag an Siemens und Bombardier ist als Teil der Bemühungen in den USA zu sehen, Zugstrecken sicherer zu machen. Im Rail Safety Improvement Act hatte der amerikanische Kongress 2008 beschlossen, automatische Kontrollsysteme für alle Zugstrecken einzuführen, auf denen besonders Pendler und Gefahrgüter transportiert werden. Bis Ende 2015 sollte die Umrüstung eigentlich abgeschlossen sein. 

Kosten für gesamtes Streckennetz betragen 10 Milliarden Dollar

Gleichzeitig hat der Rail Safety Imrovement Act auch Kritiker auf den Plan gerufen. Sie führen an, dass die allermeisten Zug-Unfälle keine schlimmen Folgen hätten und dass Unfälle, in denen Menschen ums Leben kommen, anders als mit automatischen Kontrollsystemen verhindert werden müssten. Unter den massiven Kosten, um die Strecken in den USA mit PTC-Systemen auszurüsten, würden sowohl der Service als auch notwendige Reparaturen auf den Strecken leiden, befürchten sie.

In einem Bericht, der den Kongressmitgliedern im letzten Jahr vorgelegt wurde, werden die Gesamtkosten für das PTC-Projekt mit zehn Milliarden US-Dollar angegeben – wenn alle 96.000 durch das Gesetz betroffenen Streckenkilometer ausgerüstet werden. Für den Streckenunterhalt würden 850 Millionen Dollar jährlich benötigt. Auch hier wird angezweifelt, ob die bisherigen offiziellen Annahmen der amerikanischen Eisenbahnbehörde FRA belastbar sind. Sie hatte ausgerechnet, dass es zwischen 1987 und 1997 im Durchschnitt jährlich zu sieben Todesfällen, 22 Verletzten, 20 Millionen Dollar Sachschäden und 150 Evakuierungen gekommen sei. Das PTC-System, so heißt es im Kongressbericht, könne zwar durchaus schwere Zwischenfälle wie Kollisionen und Entgleisungen verhindern, aber das treffe nur auf etwa zwei Prozent der rund 2000 Unfälle jährlich zu. Die große Mehrheit dieser 2000 Unfälle passiere in Betriebshöfen und verursache kaum Schäden.

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