DLR-Projekt UR:BAN 15.05.2014, 11:34 Uhr

Sprechende Ampeln sollen Autofahrer durch die Stadt manövrieren

Ampeln, die mit Autos sprechen können, sollen in Zukunft für mehr Sicherheit und Umweltschutz auf den Straßen sorgen. Hinter dieser Idee steckt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit seinem Projekt UR:BAN. Eine erste Zwischenbilanz.

Das Projekt UR:BAN: Verkehrsteilnehmer sollen über "sprechende" Ampeln stressfrei durch die Stadt manövriert werden.

Das Projekt UR:BAN: Verkehrsteilnehmer sollen über "sprechende" Ampeln stressfrei durch die Stadt manövriert werden.

Foto: UR:BAN

Kommt es zu einem Unfall oder einer anderen Verkehrsbeeinträchtigung in der Nähe einer Kreuzung, sendet eine Pylone diesen Hinweis an die Ampel. Diese Pylone ist ein mit der Ampel vernetzter intelligenter Leitkegel, der gezielt an unterschiedlichen Stellen aufgestellt werden kann.

Die Ampel wiederum leitet Informationen an die Autofahrer weiter, so dass diese entsprechend reagieren können und beispielsweise ihre Geschwindigkeit reduzieren oder das Gebiet direkt umfahren. Dadurch werden Staus vermieden und der Schadstoffausstoß reduziert. Ziel des DLR ist es, dass diese Ampeln in der Stadt der Zukunft unabhängig vom Hersteller mit allen Autos kommunizieren können. An dem Projekt UR:BAN sind insgesamt 31 Unternehmen aus der Automobil- und Zuliefererindustrie, Forschung, Elektronik und Software beteiligt.

Eine Zwischenpräsentation aller Beteiligten zum Stand der Entwicklungen fand am 14. Mai 2014 beim DLR in Braunschweig statt.

DLR arbeitet federführend an Car2X-Kommunikation

Das DLR hat die Arbeit an der Car2X-Kommunikation, der Kommunikation zwischen Auto und Straßeninfrastruktur, übernommen. Es hat die „Sprache“ entwickelt, die jetzt vom Institut für Automation und Kommunikation in Magdeburg (ifak) zur Erarbeitung des intelligenten Leitkegels verwendet wird.

Das kooperative Simulationslabor MoSAIC verbindet mehrere Fahrsimulatoren miteinander, so dass mehrere Probanden gemeinsam in einer Simulationsumgebung fahren. Damit kann das Verhalten der Fahrer und ihre Reaktionen aufeinander und auf die neuen Systeme untersucht werden.

Das kooperative Simulationslabor MoSAIC verbindet mehrere Fahrsimulatoren miteinander, so dass mehrere Probanden gemeinsam in einer Simulationsumgebung fahren. Damit kann das Verhalten der Fahrer und ihre Reaktionen aufeinander und auf die neuen Systeme untersucht werden.

Foto: DLR

Das System informiert den Autofahrer beispielsweise darüber, wie viel Zeit ihm in der Ampelphase zum Überqueren der Straße bleibt. „Mit Hilfe dieser Information kann das Auto dann seine Geschwindigkeit anpassen und unnötige, abrupte Halts vermeiden“, veranschaulicht Prof. Dr. Karsten Lemmer vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik die Nutzung von Car2X-Kommunikation. 

VW beteiligt sich an dem Projekt mit seiner Halte- und Anfahrassistenz

An dem Projekt UR:BAN beteiligt ist auch der Autobauer Volkswagen mit seiner Halte- und Anfahrassistenz. Dadurch kann eine größere Anzahl an Fahrzeugen die Grünphase zum Überqueren der Ampel nutzen. Das Auto hält bereits mehrere Meter vor der Haltelinie und hat die Möglichkeit, frühzeitig wieder anzufahren. 

DLR untersucht Auswirkungen im Simulationslabor MoSAIC

Wie sich die Kommunikation zwischen Ampeln und Fahrzeugen auf den Verkehr auswirkt, untersuchen DLR-Forscher im Simulationslabor MoSAIC. Berücksichtigt werden dabei auch Interaktionen zwischen Auto und Fahrrad.

Mehrere Fahrsimulatoren werden hierbei miteinander verbunden, so dass die Probanden in der simulierten Umgebung fahren können. Wie reagieren Autofahrer auf intelligente Fahrzeuge, die weit vor der roten Ampel stehenbleiben, um rechtzeitig bei Grün anzufahren? Passen Autofahrer ihr eigenes Fahrverhalten an die intelligenten Fahrzeuge an?

UR:BAN läuft noch bis zum Jahr 2016 und damit insgesamt vier Jahre. Dem Projekt steht ein Budget von 80 Millionen Euro zur Verfügung, wovon die Hälfte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beisteuert. 

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