Navi für Blinde 18.03.2016, 09:35 Uhr

So führt ein Schal von Toyota sicher durch Gebäude

Autohersteller Toyota hat eine Art Schal entwickelt, der es Blinden und Sehbehinderten erleichtern soll, sich innerhalb von Gebäuden zu orientieren. Das Hightech-Wearable wird um den Hals gelegt und verfügt über eine Kamera, die die Umgebung analysiert. Über Vibration oder auch Lautsprecher teilt das „Blaid“ genannte Kleidungsstück dem Träger mit, wo er langgehen muss.

Toyota möchte Blinden zu mehr Mobilität verhelfen. Dafür entwickelt der Autobauer ein Wearable für den Hals. Das Hightech-Gerät soll ihnen helfen, sich innerhalb von Gebäuden zu orientieren. 

Toyota möchte Blinden zu mehr Mobilität verhelfen. Dafür entwickelt der Autobauer ein Wearable für den Hals. Das Hightech-Gerät soll ihnen helfen, sich innerhalb von Gebäuden zu orientieren. 

Foto: Toyota

Genaugenommen erinnert „Blaid“ mehr an einen Kragen, als an einen Schal. Die Entwicklung aus dem Hause Toyota, deren Namen sich aus den englischen Wörtern „blind“ und „Aid“ zusammensetzt, ist weiß und – anders als ein Schal – eher steif. Ein Promotion-Video lässt gar Assoziationen mit Halsprotektoren aufkommen, wie sie beispielsweise Motorradfahrer tragen.  Toyota betont, dass das Material eher weich ist (wohl eine Art härterer Schaumstoff). Die genaue Zusammensetzung verrät der Hersteller aber nicht.

Mit dem Wearable Blaid will Toyota Blinden zu mehr Mobilität verhelfen. Blaid sammelt alle möglichen Informationen zur Umgebung, die es kriegen kann. Ein spezieller Algorithmus wertet die Video-Informationen aus und soll dem Träger später zielsicher sagen können, wo es zur Treppe geht oder wo sich der Aufzug befindet. 

Mit dem Wearable Blaid will Toyota Blinden zu mehr Mobilität verhelfen. Blaid sammelt alle möglichen Informationen zur Umgebung, die es kriegen kann. Ein spezieller Algorithmus wertet die Video-Informationen aus und soll dem Träger später zielsicher sagen können, wo es zur Treppe geht oder wo sich der Aufzug befindet. 

Foto: Toyota

Das clevere Wearable verfügt bildlich gesprochen über verschiedene „Organe“, die Sehbehinderte innerhalb von Gebäuden sicher an ihr Ziel geleiten sollen. Quasi das Herz des Ganzen ist die integrierte Kamera. Damit soll „Blaid“ alle möglichen Informationen zur räumlichen Lage sammeln, die es kriegen kann. Ein spezieller Algorithmus wertet die Video-Informationen aus und soll dem Träger später zielsicher sagen können, wo es zur Treppe geht oder wo sich der Aufzug befindet. Auch Schilder, die auf Toiletten oder Ausgänge hinweisen, kann „Blaid“ erkennen.

Gesichtserkennung und Kartenmaterial sollen folgen

Den optischen Input für ein bestimmtes Gebäude muss der Nutzer jedoch nicht unbedingt selbst liefern. Toyota hat seine Mitarbeiter weltweit dazu aufgerufen, Videos von öffentlichen Einrichtungen anzufertigen und dem Projekt zur Verfügung zu stellen. Ein nach und nach wachsendes und dazulernendes System also. 

Eine blinde Person testet einen Blaid-Prototypen. 

Eine blinde Person testet einen Blaid-Prototypen. 

Foto: Toyota

Neben der Kamera, die für den Träger das Sehen übernehmen soll, sind in „Blaid“ unter anderem Mikrofone und Vibrationsmotoren eingebaut. Letztere sollen anzeigen, in welche Richtung eine Person gehen muss: abhängig davon, ob es nun eher links oder eher rechts in dem U-förmigen Kleidungsstück vibriert. Alternativ kann „Blaid“ die nötige Navigationshilfe auch gesprochen weitergeben – über die integrierten Lautsprecher.

Vier Jahre haben die Entwickler von Toyota und seinem Partner „Robot Group“ an „Blaid“ getüftelt. Bald wird die Beta-Testphase beginnen. Zeitnah soll das clevere Kleidungsstück, von dem Toyota betont, dass es einen Blindenhund nicht ersetzen soll und kann, auch noch eine Gesichtserkennungsfunktion bekommen sowie Kartenmaterial. 

Indoor-Navi der TU Wien: Das System braucht kein GPS, Wlan oder Bluetooth. Kameras von Smartphones und Tablets reichen aus.

Indoor-Navi der TU Wien: Das System braucht kein GPS, Wlan oder Bluetooth. Kameras von Smartphones und Tablets reichen aus.

Foto: TU Wien

Toyota ist aber nicht der erste Anbieter, der eine Technik zur Indoor-Navigation anbietet. Forscher des Fraunhofer Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden haben einen Weg gefunden, das Smartphone auch im Gebäudeinneren für die Navigation zu nutzen. 

Und wenn Sie noch mehr wissen wollen: Hier stellt Ingenieur.de fünf der angesagtesten Gebäude-Navis und ihre Technik vor

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