Verkehrssicherheit 18.09.2009, 19:43 Uhr

Reparatur ohne Ursachenbeseitigung senkt die Effizienz der Instandhaltung  

Missstände bei der Wartung sind offensichtlich Ursache für das S-Bahn-Fiasko in Berlin. Dennoch wird die Instandhaltung in vielen Unternehmen stiefmütterlich behandelt. Statt die Ursachen zu beseitigen, steht häufig die Reparatur im Vordergrund. VDI nachrichten, Düsseldorf, 18. 9. 09, ciu

Nach seiner Erfahrung sind Pannen aufgrund von Mängeln bei der Wartung längst kein Einzelfall. Kürzungen in der Instandhaltung seien laut Mexis bei etwa 90 % der Industrieunternehmen üblich und bei etwa 30 % sogar stark ausgeprägt. Das sei ein grundsätzliches Problem und nicht erst durch die Wirtschaftskrise entstanden. Die häufigsten Mängel gebe es bei Kraftwerken und Staatsbetrieben, während die Nahrungsmittelbranche sehr gut dastehe.

„Instandhaltung spielt in vielen Unternehmen nicht die Rolle, die sie spielen müsste“, erklärte auch Helmut Winkler, Instandhaltungsberater und Geschäftsführer von TMM in München. Effizienz in der Instandhaltung sei gerade in schwierigen wirtschaftliche Zeiten eine Chance für Unternehmen. Die Reparatur in den Fokus zu stellen, mache die Instandhaltung zur „Feuerwehr, die ständig Brände löschen muss“. Effektiver sei es dagegen an der Vermeidung zu arbeiten, was zumindest die richtige Feuerwehr inzwischen mit Präventionsprogrammen tue.

„Wenn es nicht funktioniert, gibt es meistens ein Führungsproblem“, machte Winkler deutlich. Es reiche nicht, den Mitarbeitern Listen zu erstellen, wo sie unter Zeit- und Kostendruck etwas quittieren müssen. Das Management müsse die Mitarbeiter in der Hinsicht mitnehmen und einbinden. „Instandhalter können ihr Wissen oft gar nicht einbringen, weil keine entsprechenden Strukturen da sind“, erklärte der Instandhaltungsberater. Erfolgreiche Unternehmen gingen dagegen inzwischen sogar dazu über, ihre Handwerker und Monteure entsprechend zu trainieren, um den Reparaturanteil in der Instandhaltung effektiv zu reduzieren. Winkler: „Wenn wir das erkennen und in der Breite umsetzen, hat das Hochtechnologieland Deutschland gute Wettbewerbsperspektiven.“

Ähnlich äußerte sich IAS-Geschäftsführer Mexis: „Solange die Techniker, Instandhalter und Ingenieure nicht Schwachstellen von Instandhaltungsstellen unterscheiden können, wird man weiter reparieren.“ An diesem Punkt mangle es einfach an entsprechenden Kenntnissen. Auf der anderen Seite würden vom Management durch unkontrollierte Kostenreduzierung größere Schäden verursacht, als es manchen Unternehmen bewusst sei. Dennoch stellte Mexis fest: „Die betriebswirtschaftliche Reduzierung von Instandhaltungskosten ist durchaus vernünftig und mit bereits bekannten Maßnahmen durchaus möglich.“

Winkler hält allerdings eher eine Zunahme der Instandhaltungsausgaben für notwendig: „Für einen der schon bis auf die Knochen abgemagert ist, ist eine weitere Diät schwer zu verkraften.“ Zudem müsse die Instandhaltung der Steigenden Komplexität der Produkte rechnung tragen. „Aus dem Berliner S-Bahn Desaster sollten Unternehmen lernen und endlich damit aufhören, die betriebliche Instandhaltung als Kostenfaktor anzusehen.“ MARTIN CIUPEK

Von Martin Ciupek
Von Martin Ciupek

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