Automobilbau 20.07.2001, 17:30 Uhr

Neue Aufgaben, neue Chancen

Die Zulieferer der deutschen Automobilindustrie emanzipieren sich. Bereits in wenigen Jahren werden sie mehr als 50 % der Produktentwicklung für ein neues Automodell übernehmen. Entsprechend groß ist der Bedarf an hoch qualifizierten Ingenieuren.

Auf die Zulieferer der Automobilbauer kommen lebhafte Zeiten zu. Dies kündigen nicht zuletzt die Ergebnisse der aktuellen Zukunftsstudie „Auto 2010“ an, bei der die Münchener Unternehmensberatung Accenture führende Branchenexperten zu deren Erwartungen und Plänen befragte. So kann sich fast ein Viertel der Automobil-Manager für 2010 vorstellen, dass die gesamte Fahrzeugintegration bei Volumenmarken nicht mehr von den Herstellern, sondern von herstellerübergreifenden Spezialisten realisiert wird. Immerhin 38 % der Experten halten im Laufe einer solchen Entwicklung selbst die Verlagerung der gesamten Produktion an große Zulieferer für denkbar. „Für die Automobilindustrie bedeutet dieser Trend, dass die Branchen-Player entlang der gesamten Wertschöpfungskette grundlegend umdenken müssen“, prognostiziert Jürgen Gerlach, Accenture-Partner und weltweit verantwortlich für den Geschäftsbereich Automotive.

Zu den notwendigen Änderungsprozessen gehöre beispielsweise, dass sich die Zuliefererunternehmen künftig intensiver als bisher mit den Themen Marketing und Customer Relationship Management beschäftigen müssen. Denn 71 % der Studienteilnehmer halten es für 2010 für wahrscheinlich, dass Zulieferer eigene Markenstrategien entwickeln und ins Endkunden-Marketing einsteigen. „Langfristig werden OEMs wesentliche Teile der Fahrzeugentwicklung und -fertigung an große Zulieferer oder Spezialisten abgeben und sich dafür stärker auf ihre Marken konzentrieren“, erklärt Gerlach und ergänzt: „Das heißt: Es gibt eine Entwicklung zum Systemlieferanten und Innovationsführer mit eigener Markenstrategie und direktem Kundenkontakt“. Das große Problem sowohl von Herstellern wie auch Zulieferern sei aber, dass sie heute den Kunden kaum kennen und nur wenig Dienstleistungserfahrung mitbringen. Gerlach: „Die Hauptaufgabe ist, nun verstärkt die erforderlichen Service-Kompetenzen sowie den direkten Kontakt und das nötige Wissen über die Kunden aufzubauen“.

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Auch nach Ansicht von Prof. Bernd Gottschalk übernehmen die Zulieferer immer stärker Verantwortung für die Entwicklung von ganzen Systemen im Fahrzeug. Die Automobilbauer, so der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Frankfurt, brauchen diese innovativen und leistungsfähigen Partner, um selber im harten weltweiten Wettbewerb bestehen zu können. „Die Innovationskraft der Zulieferindustrie ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil der gemeinsamen Wettbewerbsfähigkeit geworden und kann auch nicht mehr über Re-Insourcing oder schlichten Austausch von Partnern gestaltet werden“, so der Verbandspräsident. Nach seiner Meinung werden die Zulieferunternehmen der Automobilindustrie bereits in wenigen Jahren mehr als 50 % der Produktentwicklung für ein neues Automobil übernehmen. Bislang liege dieser Anteil bei lediglich 30 %.

Den neuen Aufgaben der Zulieferbranche steht derzeit noch ein gravierender Mangel an qualifizierten Mitarbeitern entgegen. Gut ausgebildete Ingenieure werden gesucht wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Die Zahl der Studierenden in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern ist zurückgegangen, so die Bestätigung von VDA-Geschäftsführer Gunter Zimmermeyer, die Zahl der Studienanfänger in den für die Automobilindustrie relevanten Studiengängen sogar um bis zu 30 %. „Der Bedarf an qualifizierten Ingenieuren ist jedoch in der Automobilindustrie sowie in der Zulieferbranche unverändert hoch“, bekräftigt der Verbandsfunktionär. Allerdings ist nach den Berechnungen der Hannoveraner Hochschulinformations-System GmbH (HIS) im Jahr 2002 gerade einmal mit 31 000 Ingenieurabsolventen zu rechnen. Das sind rund zwei Fünftel weniger als 1996 (50 000). So hatte beispielsweise die Continental AG mit Sitz in Hannover alleine für das vergangene Jahr einen Bedarf von 300 zusätzlichen Akademikern angekündigt. Gesucht wurden insbesondere Physiker, Maschinenbauer und Informatiker.

Die Robert Bosch GmbH zählt bei angehenden Ingenieuren zu den begehrtesten Arbeitgebern. Im Jahr 2000 hat der Stuttgarter Zulieferer rund 2000 Hochschulabsolventen eingestellt – soviel wie im Jahr zuvor und fast doppelt soviel wie vor fünf Jahren. „Ohne aktive Personalakquisition wäre dies auch für einen noch so attraktiven Arbeitgeber nicht möglich gewesen. Denn das Angebot der besonders wichtigen Absolventen technischer Studiengänge hat sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu halbiert“, räumt Hermann Scholl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, ein. Grund genug für das Unternehmen, auch in der Mitarbeiterwerbung neue Wege zu gehen. Scholl: „Längst führen wir international besetzte Auswahlveranstaltungen durch: 1999 in Paris, 2000 in Barcelona, dieses Jahr in Mailand“. Zusätzlich werde das Internet als Kommunikationsplattform zur Rekrutierung genutzt. Darüber hinaus werde versucht, talentierte Nachwuchsingenieure frühzeitig an Bosch zu binden. „Dazu vergeben wir neuerdings jährlich 50 Stipendien mit einer Laufzeit von bis zu 36 Monaten. In der Kandidatenauswahl arbeiten wir mit wichtigen Lehrstühlen zusammen“, erläutert der Vorsitzende die Wege, mit denen sich die Bosch GmbH auf die geänderten Anforderungen der Zukunft vorbereitet. ROLF MÜLLER-WONDORF

 

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