Verkehrssteuerung optimieren 13.03.2014, 14:15 Uhr

London testet intelligente Fußgängerampeln

Eine Phasen-Optimierung der Fußgängerampeln wird ab dem Sommer der Verkehrsverbund Transport for London (TfL) in der britischen Hauptstadt testen. An dem Versuch sind 550 Fußgängerüberwege in insgesamt 30 Londoner Stadtteilen beteiligt. Erfüllen sich die Erwartungen, sollen sämtliche ampelgesteuerten Überwege in London entsprechend umgerüstet werden.

London beginnt im Sommer mit Tests so genannter intelligenter Fußgängerampeln. Videokameras beobachten wieviele Fußgänger an einem Überweg auf die Grünphase der Ampel warten. Je mehr Menschen warten, desto länger wird dann die Grünphase ausfallen, um allen Wartenden eine sichere Überquerung der Straße zu ermöglichen

London beginnt im Sommer mit Tests so genannter intelligenter Fußgängerampeln. Videokameras beobachten wieviele Fußgänger an einem Überweg auf die Grünphase der Ampel warten. Je mehr Menschen warten, desto länger wird dann die Grünphase ausfallen, um allen Wartenden eine sichere Überquerung der Straße zu ermöglichen

Foto: Transport for London

Londons Bürgermeister Boris Johnson hat Transport for London das Ziel vorgegeben, bis zum Jahr 2020 die Zahl der Unfälle mit schweren Personenschäden um 40 Prozent zu reduzieren. Um das für den Straßenverkehr zu erreichen, ist zunächst ein System für die bessere Steuerung des Kraftfahrzeugverkehrs entwickelt und installiert worden. Dies geschieht über Detektoren, die in die Straßendecke eingelassen sind und die Zahl der Fahrzeuge in den einzelnen Fahrspuren messen. Auf der Basis dieser Zahlen werden die Ampeln gesteuert.

Nun wird das Projekt auf die Fußgängerampeln ausgedehnt. Statt Detektoren messen hier Videokameras die Zahl der Wartenden und steuern danach die Länge der Grünphase der Fußgängerampeln. Je mehr Fußgänger warten, desto länger wird die nächste Grünphase der Fußgängerampeln andauern. Auf diese Weise soll für alle Wartenden eine sichere Überquerung der Straße ermöglicht werden.

Automatisierte Abstimmung der Ampelsteuerung für Fußgänger und Fahrzeuge

Die anstehenden Tests haben zugleich aber auch noch andere Aufgaben. So sollen die gesteuerte Ampelzeit-Regelung für Fahrzeuge und die geschilderte Fußgängersteuerung miteinander in Einklnag gebracht werden. Es könnte ansonsten zu Konflikten kommen. Diese sollen frühzeitig durch eine Feinabstimmung ausgeglichen werden.

Es geht auch um das Fehlverhalten von Fußgängern

Bei der videokamera-gesteuerten Grünphasenregelung der Fußgängerampeln geht es zudem darum, ein Fehlverhalten von Fußgängern zu kompensieren. Zu Tages- und vor allem Nachtzeiten mit geringem Fußgängerverkehr kommt es nach den Beobachtungen von Transport for London immer wieder vor, dass Fußgänger den Bedienungsknopf der Fußgängerampel drücken und dann doch nicht auf die Grünphase warten sondern schon vorher loslaufen. Beobachten die Videokameras ein solches Verhalten, so wird umgehend die Grün-Anforderung, die der Fußgänger an der Ampel gedrückt hatte, storniert.

Londoner Ampelsteuerung für Autos wird auch schon in anderen Städten genutzt

Die so genannte Scoot-Ampelsteuerung (Scoot steht für Split Cycle Offset Optimisation Technique) aus London wird für den Kraftfahrzeugverkehr auch schon in Coventry in Großbritannien, Toronto in Canada, Sao Paulo in Brasilien und Beijing in China benutzt. Transport for London geht davon aus, dass auch die Optimierung der Schaltzeiten von Fußgängerampeln bald von anderen Städten übernommen wird.

Von Peter Odrich
Von Peter Odrich

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