Straßengüterverkehr 15.02.2008, 19:33 Uhr

London kontrolliert automatisch Lkw mit hohen Emissionen  

VDI nachrichten, London, 15. 2. 08, swe – Anfang Februar hat die Stadt London ein Emissionskontrollsystem für dieselmotorengetriebene Lastkraftwagen in Betrieb genommen, das die Stadtverwaltung als das mit Abstand größte der Welt bezeichnet. Die Low Emission Zone, kurz LEZ, wird mithilfe deutscher Technik vollautomatisch kontrolliert.

Rund um die Uhr werden 1580 km2 Fläche darauf kontrolliert, ob hier Dieselfahrzeuge unterwegs sind, die einschlägige EU-Standards nicht einhalten. Lkw über 12 t müssen seit dem 4. Februar 2008 mindestens die Abgasnorm Euro III erfüllen. Ist das nicht der Fall, so werden 200 £ (umgerechnet 275 €) Strafe je Tag fällig. Wer nicht gleich zahlt, wird mit einer weiteren Strafe von 1000 £ belegt.

Während derzeit nur Lastkraftwagen mit mehr als 12 t Gesamtgewicht überwacht werden, soll das System von Juli dieses Jahres an auch Fahrzeuge mit nur 3,5 t Gesamtgewicht kontrollieren. Von 2010 an werden schließlich sämtliche dieselmotorengetriebene Lieferwagen und Kleinbusse mit erfasst.

Mit einer Investition von knapp 50 Mio. £ oder umgerechnet fast 70 Mio. € hat London mit der Low Emission Zone (LEZ) ein vollautomatisch arbeitendes Kontrollsystem eingerichtet.

Eine Vielzahl von Kameras hält das Kennzeichen jedes Lastkraftwagens fest. Dessen Angaben werden mit den Daten der zentralen Zulassungsstelle verglichen. Ergibt sich dabei, dass das Fahrzeug nicht in London fahren darf, wird automatisch der Strafbefehl ausgefertigt und versandt.

David Brown, zuständig für den Straßenverkehr der städtischen Organisation Transport for London, betont, dass der Inbetriebnahme des System eine umfangreiche Informationsarbeit im Blick auf Lastkraftwagen-Betreiber vorausgegangen sei. Brown hofft mit dem neuen System die Schadstoffemissionen des Straßenverkehrs bis zum Jahre 2012 um 16 % senken zu können.

Den wirtschaftlichen Nutzen sieht Brown in kräftigen Einsparungen des Gesundheitsdienstes bei der Behandlung „von vielfältigen Leiden“, die auf Emissionen von Dieselmotoren zurückgehen. Diese Einsparungen könnten sich auf ein Vielfaches der Investitionssumme und Betriebskosten des Überwachungssystems belaufen.

Betroffen von dem Kontrollsystem sind nach Schätzungen der Nahverkehrsorganisation Transport for London rund 20 000 schwere Nutzfahrzeuge. Um die Auswirkungen für das Transportgewerbe nicht ins Uferlose steigen zu lassen, ist der Autobahnring um London, die M25, nicht mit in die Überwachung einbezogen worden.

Transport for London gibt kaum Angaben dazu, wie die LEZ technisch funktioniert, wer dazu was liefert. Die britische Praxis in solchen Fällen lässt den Schluss zu, dass das System nicht nur zur Kontrolle von Emissionssündern geeignet ist, sondern auch zur Überwachung des Straßenverkehrs im Blick auf terroristische Aktionen aller Art verwandt wird.

Schon bisher hat Großbritannien wohl das dichtmaschigste Netz von Überwachungskameras aller Art in Europa. Erklärtes Ziel der Behörden ist es, die Sicherheitsüberwachung des Straßenverkehrs gerade in London deutlich zu steigern. Dazu bietet sich das Emissionskontrollsystem besonders an.

Sicher ist, dass der Siemens-Konzern über seine Tochter Siemens Traffic Controls mit von der Partie ist. Sie wurde für die Low Emission Zone nach eigenen Angaben „mit der Installation digitaler Kameras zur automatischen Nummernschilderkennung an insgesamt 75 Stellen beauftragt“. Bis zu 4 Mio. Nummernschilder würden die Kameras täglich erfassen. Ein ähnliches System von Siemens setzt Transport for London schon für die Citymaut ein. PETER ODRICH

Britische Lkw über 12 t, die Euro III nicht erfüllen, werden in London zur Kasse gebeten.

  • Peter Odrich

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