Ist das realistisch? 04.11.2015, 13:34 Uhr

Google will 2017 Paketlieferung per Drohne starten

In weniger als zwei Jahren soll es so weit sein: Google liefert in den USA Pakete per Drohne aus. Die Verhandlungen mit den Behörden über das notwendige Regelwerk scheinen voranzukommen.

Google-Drohne mit Paket bei einem Testflug in Australien: Google hofft auf kommerzielle Drohnen-Flüge ab 2017.

Google-Drohne mit Paket bei einem Testflug in Australien: Google hofft auf kommerzielle Drohnen-Flüge ab 2017.

Foto: Google/dpa

Sie wollen die Ersten sein. Natürlich. Was fürs selbstfahrende Auto gilt, soll bei der neuen Art von Luftpost nicht anders sein. Im Jahr 2017, so sagte Google-Manager David Vos jetzt bei einer Konferenz in Washington, werde das Unternehmen mit dem regulären Drohnenbetrieb für die Paketzustellung starten. Zumindest hoffe man darauf, bis dahin mit den US-Behörden ein Regelwerk aufgesetzt zu haben, das diesen Dienst ermöglicht.

Bislang hat die Luftaufsicht nur Tests genehmigt. Grundsätzlich sind Gesetzgeber und Behörden in den USA ähnlich strikt wie in Deutschland. Hier wie dort dürfen unbemannte Flugobjekte nur in geringen Höhen, in weitgehend unbewohnten Gebieten und unter ständigem Sichtkontakt des „Piloten“ fliegen.

Schwierige Sicherheitsfragen

Google aber will das Drohnen-System möglichst flächendeckend einführen, um so möglichst schnell und flexibel bei der Lieferung zu sein. Die dafür genutzten Geräte sind so genannte Quadrokopter, also Drohnen mit vier Antrieben, die praktisch senkrecht starten können. (LINK) Sie fliegen in etwa 50 m Höhe  und sollen automatisch ihr programmiertes Ziel ansteuern, also ohne ständige menschliche Kontrolle. Das allerdings bedeutet, dass umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind, um unkontrollierte Abstürze zu verhindern. Eine beladene Drohne kann etwa 5 kg schwer sein und wäre eine tödliche Gefahr für Passanten.

Die Google-Drohne seilt im Test ein Päckchen mit Hundefutter ab. In entlegenen Regionen kein Problem. Aber: Eine beladene Drohne kann etwa 5 kg schwer sein. Ein Absturz wäre eine tödliche Gefahr für Passanten.

Die Google-Drohne seilt im Test ein Päckchen mit Hundefutter ab. In entlegenen Regionen kein Problem. Aber: Eine beladene Drohne kann etwa 5 kg schwer sein. Ein Absturz wäre eine tödliche Gefahr für Passanten.

Quelle: Google

Laut Vos will die Alphabet-Tochter Google, bei der das Projekt läuft, die gesetzliche Freigabe für Höhen bis zu rund 2.500 Metern. Damit könnten die Drohnen einen Korridor erhalten, der von Flugzeugen ausreichend weit entfernt ist, andererseits aber auch den Flug über bewohnte Gebiete ermöglicht.

DHL testete Paketkopter

Bis zum regulären Start stellen sich allerdings nicht nur technische, sondern auch rechtliche Fragen. Was passiert, wenn eine Drohne abstürzt? Wenn sie ihr Paket verliert? Wer haftet in welchem Umfang? Über die Fragen diskutiert das Versandunternehmen Amazon, das 2013 als erstes Drohnen-Tests vorstellte, seither ohne Ergebnis mit den Behörden.

Experten in Deutschland rechnen wegen dieser großen Hürden nicht damit, dass es jemals ein flächendeckendes Drohnensystem geben wird. Die Deutsche Post verfolgt derzeit nur das Ziel, schwer zugängliche Gebiete wie Inseln oder Gebirgsregionen mit den Fluggeräten zu bedienen, und das auch nur mit besonders eiligen Lieferungen wie etwa Medikamenten.

Ein Test auf Juist ist schon gelaufen, die Ergebnisse werden noch ausgewertet. Der Paketkopter ist laut der Post-Tochter DHL aber durchaus für autonome Transporte geeignet: „Der Autopilot des Paketkopters ermöglicht einen vollständig automatischen Flug inklusive Start und Landung auch außerhalb der Sichtweite eines menschlichen Steuerers. Über einen Langstrecken-Datenlink steht das Fluggerät in ständigem Kontakt mit der DHL Paketkopter Bodenstation.“

 

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