Bahn 29.11.2002, 18:22 Uhr

Fahrtreppen der U-Bahn immer funktionsbereit

geringere Betriebskosten und höhere Benutzerfreundlichkeit.

Zum reibungslosen Betrieb des Personentransports auf Fahrtreppen und Aufzügen haben die Verantwortlichen der Münchner U-Bahn bereits erste Schritte in Richtung „U-Bahnhof der Zukunft“ unternommen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Internet-Technologie, die unabhängig von Zeit und Ort Zugriff auf aktuelle technische Daten und Betriebszustände der Personenförderanlagen ermöglicht. Die Landeshauptstadt München hat in den vergangenen Jahren deshalb hohe Summen in Fernwirk- und Automationstechnik zur Überwachung und Steuerung dieser Anlagen investiert.
In den 92 Stationen des Münchner U-Bahnnetzes sorgen rund 800 Fahrtreppen und 200 Aufzüge dafür, dass die Fahrgäste bequem und ohne Umwege von einem Geschoss zum anderen bzw. zum Bahnsteig gelangen. Die hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit dieser Anlagen ist mitentscheidend für die Akzeptanz der U-Bahn als bevorzugtes Nahverkehrsmittel. Das gilt insbesondere für Behinderte und Fahrgäste mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck, für die sich der Zugang zur U-Bahn ohne Aufzüge und Fahrtreppen sehr beschwerlich gestaltet.
Doch die eingesetzte proprietäre Technik sei teuer und verursache hohe Betriebskosten, weiß Günter Achatz, Bereichsleiter Elektrotechnik in der Hauptabteilung U-Bahnbau beim Baureferat München. Sie mache vom Hersteller abhängig und schaffe Kompatibilitätsprobleme, wenn unterschiedliche Fabrikate verwendet würden. Darüber hinaus böte die proprietäre Technik nur beschränkt Funktionalitäten. Beispielsweise sei keine Videoüberwachung möglich, bedauert Achatz. In den neuen Bahnhöfen der Münchner U-Bahn komme daher – erstmals in der Bundesrepublik – Web-Technologie zu Einsatz, und zwar zur Datenkommunikation zwischen den Fahrtreppen und Aufzügen und der zentralen Leitstelle. Diese auf Standardkomponenten basierende Technologie solle nach und nach die bisherige Technik ablösen. Ziel sei es, erläutert der U-Bahnbau-Bereichsleiter, die Beschaffungs- und Betriebskosten für die Kommunikationskomponenten drastisch zu senken und gleichzeitig durch Standardisierung der Informationsinhalte die betrieblichen Abläufe zur Instandhaltung und Kundeninformation zu optimieren.
Eine große Herausforderung bei der Entwicklung des Gesamtkonzeptes lag darin, die technischen Voraussetzungen für den parallelen Einsatz alter und neuer Technik über einen längeren Zeitraum hinweg zu schaffen. Darüber hinaus galt es, den unbefugten Zugriff über das Intranet und später auch über das Internet zu verhindern. Um die bestehenden Teilsysteme an die neue Technik anzupassen – und damit mehrere Lieferanten zu steuern – sei neben einem straffen Projekt- und Qualitätsmanagement ein erfahrener IT-Partner empfehlenswert, betont Achatz. Die Landeshauptstadt München setze hier auf ihren langjährigen Dienstleister Softlab. Der Münchner Business Integrator entwickelte im Auftrag des Münchner Baureferats das Gesamtkonzept für das webbasierte System und übernahm das Engineering- und Projektmanagement in der Implementierungs- und Einführungsphase.
In Zukunft könnten die Mitarbeiter der Stadtwerke über das Intranet direkt auf die relevanten Daten der einzelnen Aggregate zugreifen und sich ein Bild von deren Betriebszustand machen, erläutert Softlab-Projektleiter Anton Köhnlein. Dies könne auch für die Wartungstechniker der Lieferanten gelten. Indem man Soft- und Hardware „von der Stange“ verwende, lägen die Beschaffungskosten deutlich niedriger als in vergleichbaren Projekten, rechnet Achatz vor. Zudem sei man weniger von einzelnen Systemlieferanten abhängig. Auch der Betrieb des Systems gestalte sich deutlich günstiger, weil für den Umgang mit Standardkomponenten weniger Mitarbeiterschulungen und spezifische Anpassungen nötig seien. „Mit dem neuen Konzept werden wir eine einheitliche Schnittstelle für die Fernüberwachung und Fernsteuerung von Aufzügen und Fahrtreppen verschiedener Anbieter schaffen,“ ergänzt sein Kollege Florian Preißinger, Leiter Maschinentechnik in der Hauptabteilung U-Bahnbau. Last but not least könne die Web-Technologie grundsätzlich auch für die Überwachung und Fernsteuerung anderer technischer Anlagen in den U-Bahnhöfen eingesetzt werden.
Man wolle, resümiert Achatz, über das Internet den unterschiedlichen Informationsbedürfnissen von Fahrgästen, Betreibern und Wartungspersonal ohne Medienbrüche gerecht werden. Hierzu bedürfe es neuester Technologie – sowohl beim U-Bahn-Neubau als auch bei der Einbindung bestehender Anlagen in das neue Konzept. Die Ablösung der alten Technologie dürfte jedoch aufgrund langer Restlaufzeiten der aktuellen Ausrüstung noch einige Jahre dauern. VOLKER HERMANN

Ein Beitrag von:

  • Volker Hermann

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