Automobil 18.12.2009, 18:32 Uhr

Extremer Stop-and-go-Verkehr ist Gift für Dieselpartikelfilter  

Im Stadtverkehr fahren Dieselautos sparsam und Partikelfilter haben sie zur Umweltfreundlichkeit erzogen. Wer seinen Pkw aber ausschließlich im Stop-and-go in der City bewegt, kann böse überrascht werden – wenn der Filter nach rd. 200 km verstopft ist. Der Diesel muss auch längere freie Fahrten unternehmen, damit der Ruß im Filter verbrennt. Wer das nicht akzeptieren und sein Auto deshalb an den Händler zurückgeben will, zieht den Kürzeren: Der Bundesgerichtshof hat kürzlich entschieden, dass das „Freifahren“ nicht als Mangel zu werten ist. VDI nachrichten, Düsseldorf, 18. 12. 09, wop

Lüder: „Entscheidend sind in beiden Fällen die Betriebsbedingungen, also die individuelle Fahrweise und Verkehrssituation. Im extremen Stop-and-go-Verkehr erreichen Diesel noch nicht einmal 250 oC, sodass eine Filterregeneration nicht stattfinden kann.“

Das Problem einer ausbleibenden Filterregeneration könnte sich jetzt noch verschärfen. Mit Inkrafttreten der Abgasnorm EU5 bei der Typprüfung neuer Pkw mit Diesel seit September ist das Limit des Partikelausstoßes auf ein Fünftel des bisherigen Werts gesenkt worden: von 0,025 g/km auf 0,005 g/km.

HANS W. MAYER/WOP

 

Ein Beitrag von:

  • Hans W. Mayer

    Hans W. Mayer ist Fachjournalist für Automobilthemen. Er u.a. für die FAZ und verschiedene andere Tageszeitungen und Magazine über Fahrzeugbau und Verkehrsthemen.

  • Wolfgang Pester

    Ressortleiter Infrastruktur bei VDI nachrichten. Fachthemen: Automobile, Eisenbahn, Luft- und Raumfahrt.

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