Bahn erhöht Investitionen 16.10.2014, 14:46 Uhr

Eine zusätzliche Milliarde für die Sanierung des Schienennetzes

Jeder fünfte Zug kommt nicht ganz pünktlich an – in Streikzeiten sind es auch mehr. Oft sind Gleisstörungen, Langsamfahrstrecken und marode Brücken schuld. Das soll sich mit zusätzlichen Investitionsmitteln jetzt ändern. Der Bund erhöht die Zuschüsse, knüpft die Mittel aber zugleich an konkrete Qualitätskriterien.

Gleissanierung der Deutschen Bahn: Ab 2015 will der Bund seine Zuschüsse zur Sanierung des Streckennetzes von drei auf vier Milliarden Euro pro Jahr erhöhen.

Gleissanierung der Deutschen Bahn: Ab 2015 will der Bund seine Zuschüsse zur Sanierung des Streckennetzes von drei auf vier Milliarden Euro pro Jahr erhöhen.

Foto: DB/Gustavo Alabiso

Vier statt bisher knapp drei Milliarden Euro pro Jahr erhält die Deutsche Bahn ab 2015 für die Sanierung des teilweise maroden Schienennetzes einschließlich Brücken. Damit will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt für pünktlichere Züge sorgen. Bei 3,28 Millionen Fahrten zwischen April 2012 und März 2013 gab es 667.535 Verspätungen, ermittelte die Süddeutsche Zeitung.

Zu den Ursachen gehören so genannte Langsamfahrstellen, die die Züge nicht in gewohntem Tempo passieren dürfen. Diese werden beispielsweise eingerichtet, wenn eins von zwei parallel laufenden Gleisen repariert wird, der die Tragfähigkeit einer Brücke eingeschränkt ist.

Fahrplan kaschiert Verspätungen

Jeder fünfte Zug hat demnach Verspätung, und seien es auch nur ein paar Minuten. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Zweimal im Jahr gibt es einen neuen Fahrplan. Verzögerungen durch Langsamfahrstellen, die abzusehen sind, etwa größere Baumaßnahmen, werden eingearbeitet, sodass die Züge langsamer sind, aber dennoch pünktlich ankommen – es sei denn, sie werden aus anderen Gründen aufgehalten.

ICE3 auf ICE-Brücke über den Main zwischen Aschaffenburg und Würzburg: Nicht nur viele Gleisstrecken, sondern auch Brücken sind sanierungsbedürftig, weshalb der Bund nun mehr Geld für die Sanierung ausgeben wird.

ICE3 auf ICE-Brücke über den Main zwischen Aschaffenburg und Würzburg: Nicht nur viele Gleisstrecken, sondern auch Brücken sind sanierungsbedürftig, weshalb der Bund nun mehr Geld für die Sanierung ausgeben wird.

Foto: DB/Uwe Miethe

2008 gab es 928 Langsamfahrstellen. In den Jahren danach nahm deren Zahl eher noch zu, denn die Instandhaltung hält mit Verschleiß und altersbedingtem Verfall nicht mit. So sind allein 1300 der 25.000 Eisenbahnbrücken sanierungsbedürftig. Dass zu wenig geschieht, um das 34.000 Kilometer lange Netz zu erhalten, liegt nicht allein an der Deutschen Bahn. Deren Chef Rüdiger Grube klagt seit Jahren, dass die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel nicht ausreichen. Das hat Dobrindt verstanden.

Bahn sperrt 2015 für 6 Wochen Strecke nach Paris 

Mag sein, dass es künftig wenigstens keine Extremfälle mehr gibt wie die Vollsperrung einer internationalen Strecke, die die Bahn bereits jetzt für 2015 angekündigt hat. Volle sechs Wochen, vom 26. Juni bis zum 10. August, werden die Bahnstrecken zwischen Stolberg und Düren sowie zwischen Aachen-Hauptbahnhof und Aachen-Rothe Erde komplett gesperrt.

Normalerweise fahren dort auch die Hochgeschwindigkeitszüge Thalys zwischen Köln und Paris sowie der ICE zwischen Frankfurt und Brüssel. Diese werden gewissermaßen über die Dörfer umgeleitet, rauschen also durch Orte wie Erkelenz, Geilenkirchen und Herzogenrath. Das dauert mehr als 30 Minuten länger.

Für Pendler zwischen Köln und Aachen kommt es noch schlimmer. Die verlieren, weil sie zweimal Busse benutzen müssen, fast eine ganze Stunde.

Die zusätzliche Milliarde knüpft der Minister allerdings an Bedingungen. So muss die Bahn eine bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeit aller Züge garantieren. Außerdem legt er Qualitätskriterien für Brücken fest. Hält die Bahn sie nicht ein, sind Millionenstrafen fällig. Die fehlen dann wieder bei der Netzsanierung.

Von Wolfgang Kempkens Tags:

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