Verkehrssicherheit 24.10.2008, 19:38 Uhr

Die intelligente Ampel

In Stoßzeiten sich von roter Ampel zu roter Ampel vorschieben, das kostet nicht nur Zeit, Benzin und Nerven, sondern belastet auch die Umwelt mit vermehrten Abgasen. Dass es auch anders geht, zeigte jetzt ein Forschungsprojekt in Ingolstadt. Unter dem Namen „Travolution“ wurde seit rund zwei Jahren an einem Konzept für eine grüne Welle geforscht.

Das ist ein sehr positives Ergebnis“, erklärt Alexander Wulffius von der Firma Gevas-Software und meint damit die Erkenntnisse aus dem Ingolstädter Projekt Travolution. Die Wartezeiten an den Ampeln haben sich im Tagesdurchschnitt um 21 % verringert, in Stoßzeiten gar um ein Drittel. Auf das Jahr umgerechnet wurden 700 000 l Benzin eingespart und die Umwelt um 1600 t CO2 entlastet.

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Gevas-Software ist einer von vier Partnern in dem Projekt, an dem das Amt für Verkehrsmanagement und Geoinformation der Stadt Ingolstadt, die Audi AG und der Lehrstuhl für Verkehrstechnik der TU München beteiligt sind. Das Projekt Travolution hatte zum Ziel, die Ampelschaltungen in der Donaustadt im gesamten Hauptstraßennetz zu optimieren und die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Fahrzeug und Ampel zu erforschen.

Dazu wurden im Stadtgebiet 46 Ampeln mit „Balance“ ausgestattet, einem Verfahren für „verkehrsadaptive Netzsteuerung“. Um die ideale Ampelsteuerung für jede Verkehrssituation zu berechnen, arbeitet das Programm mit sogenannten genetischen Algorithmen. Wie in der natürlichen Evolution entwickele sich die beste Steuerung im Verkehrsnetz durch Auslese und Mutation, erklärt der Softwarehersteller. So setzt sich der Name des Forschungsprojekts „Travolution“ aus dem englischen Traffic für Verkehr und Evolution zusammen. In Ingolstadt wird nun im Netz der Hauptverkehrsstraßen alle fünf Minuten von einem Zentralrechner aus eine Ampelschaltung errechnet, die bestmöglich an die Verkehrslage angepasst ist.

Bisher konnten Ampeln nur messen, wie die Verkehrslage im Moment ist, aber nicht vorhersehen, wie sie sein wird. Doch jetzt werden die Daten über das Verkehrsaufkommen – sie werden von in die Fahrbahn eingelassenen Induktionsschleifen geliefert – in Modellrechnungen eingespeist und die „intelligente“ Ampel verlängert oder verkürzt ihre Grünphasen, ohne dabei einer festen Formel zu folgen.

In einer zweiten Phase soll nun auch die Kommunikation zwischen Ampeln und Autos untersucht werden. Unter dem Titel „Der informierte Fahrer“ wurden drei Ampeln mit Kommunikationsmodulen ausgestattet, die den Zeitpunkt der nächsten Grünphase an den Bordcomputer des Automobils senden. Der Computer errechnet dann die passende Fahrgeschwindigkeit, um auf eine grüne Ampel zu treffen.

Derzeit rüstet der in Ingolstadt ansässige Autobauer Audi zwei seiner Fahrzeuge mit dieser Technik zu Erprobungszwecken aus. Die so gewonnenen Daten fließen in ein sogenanntes „Car2Car Communication Consortium“ ein, in dem sich europäische Autohersteller mit verschiedenen Partnern zusammengeschlossen haben.

Das Konsortium arbeitet an den Möglichkeiten einer einheitlichen Kommunikation von Auto zu Auto und von Auto zu Ampel. Fahrzeuge und Einrichtungen der Infrastruktur sollen so miteinander kommunizieren beziehungsweise Daten und Informationen austauschen können. Das Auto wird somit Bestandteil einer mehr und mehr vernetzten Welt.

Für Fritz Busch vom Lehrstuhl für Verkehrstechnik an der TU München erschließen die neuen Modellierungs- und Optimierungsansätze in der vernetzten Ampelschaltung sowie die Kommunikation von Ampelanlagen mit intelligenten Fahrzeugen ein bislang nicht genutztes Potenzial zur Verbesserung der Verkehrsabläufe. Das an der TU München entwickelte Verfahren habe die Fahrzeiten und ampelbedingten Stopps deutlich reduziert und zugleich die verkehrsbedingte Schadstoffbelastung verringert.

Auf der Basis von „Travolution“ sollen nun weitere Folgeprojekte ins Leben gerufen werden. So soll das Forschungsfeld in Ingolstadt auf weitere 20 Automobile und 50 Ampelanlagen ausgeweitet werden. Das Projekt mit Gesamtkosten von 1,2 Mio. € wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert.

RUDOLF STUMBERGER

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