Neubau zweitrangig 18.07.2014, 15:28 Uhr

DB-Netz-Vorstand Sandvoß: Auf Sanierung bestehender Strecken konzentrieren

Die Deutsche Bahn will sich künftig auf die Sanierung des bestehenden Schienennetzes konzentrieren und weniger in den Neubau von Strecken investieren.

Die Deutsche Bahn will künftig vor allem in die Sanierung bestehender Strecken investieren.

Die Deutsche Bahn will künftig vor allem in die Sanierung bestehender Strecken investieren.

Foto: dpa/Christoph Schmidt

„Wir müssen das Verhältnis zwischen Ausbau und Bestandserhalt erst einmal klar in Richtung Bestandserhalt schieben“, sagte Jörg Sandvoß, Vorstand der DB Netz AG, die für den Betrieb des Schienennetzes zuständig ist, im Interview mit der Wochenzeitung VDI nachrichten. „Sonst haben wir ein Problem mit der Substanz.“

Neubauten in begrenztem Maß notwendig

Dennoch brauche die Bahn in begrenztem Maß auch Neubauten, allerdings vor allem, um Engpässe zu beseitigen. „Wir brauchen insbesondere auf den Hauptstrecken genug und ausreichend lange Ausweichstellen, wo der Güterverkehr überholt werden kann“, betont Sandvoß. Zudem müssten die Knotenpunkte optimiert werden, um die Leistungsfähigkeit des Bahnnetzes zu erhöhen. „Wir haben einen Ausbaubedarf in den Knoten mit Schwerpunkt Nahverkehr, und auf den Hauptachsen, wo Güterverkehr und Fernverkehr sich treffen.“

Zudem macht sich der DB-Netz-Vorstand dafür stark, zur Entlastung der Neubaustrecke Hannover-Würzburg eine neue Güterverkehrsstrecke auf vorhandenen Nebenstrecken einzurichten. „Hier gibt uns der sogenannte Ostkorridor die Möglichkeit, von den Nord- und Ostseehäfen in Richtung Österreich, Brenner, Ungarn die Verkehre über heute zum Teil nicht elektrifizierte Strecken zu führen, um dann in Regensburg wieder auf die Hauptstrecke zu treffen.“ 

Investition von einer Mrd. Euro in den Ostkorridor würde „ein x-Faches“ sparen

Dazu müssten noch einmal erhebliche Mittel ins Netz investiert werden. „Man müsste in den Ostkorridor bis Regensburg rund eine Milliarde Euro investieren. Eine Neubaustrecke dieser Länge – etwa 500 km – würde ein x-Faches kosten. Und wegen der sehr geringen Neigungen ist die Strecke ideal für den Güterverkehr.“ Die Bahn bemühe sich nun darum, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt den Korridor in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufnimmt. Sie wolle sich dafür stark machen, das Projekt „in die vordringliche Bedarfsplanung zu bekommen“. 

Von Axel Mörer-Funk Tags:
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