Bahn dementiert SWR-Bericht 27.06.2014, 13:46 Uhr

Bahn soll an Sicherheit sparen: Holzkeile unter gebrochenen Schienen

Defekte Signale und Holzkeile unter gebrochenen Schienen: Laut einem Bericht des Südwestrundfunks nimmt es die Deutsche Bahn mit der Sicherheit des Schienennetzes nicht so genau. Alles Panikmache, kontert jetzt der Staatskonzern. 

Die Bahn wehrt sich gegen die Unterstellungen im SWR-Bericht: Der Konzern gebe jedes Jahr 1,4 Milliarden für die Wartung des Schienennetzes aus, 400 Millionen Euro mehr als mit dem Bund vereinbart.

Die Bahn wehrt sich gegen die Unterstellungen im SWR-Bericht: Der Konzern gebe jedes Jahr 1,4 Milliarden für die Wartung des Schienennetzes aus, 400 Millionen Euro mehr als mit dem Bund vereinbart.

Foto: dpa/Jens Wolf

Das Eisenbahnbundesamt (EBA) hat der Deutschen Bahn in den vergangenen zwei Jahren viele gravierende Verstöße in puncto Sicherheit nachgewiesen. Das hat der Südwestfunk (SWR) in einem Fernsehbeitrag berichtet. Defekte Signale und marode Schienen sind demnach alles andere als Einzelfälle. In dem Bericht ist die Rede von rund 100 schwerwiegenden Verletzungen der Sicherheitsanforderungen zwischen 2012 und 2014.

In allen Fällen hätte das EBA eine besondere Eilbedürftigkeit festgestellt und sofort Maßnahmen angemahnt, da Gefahr für Leib und Leben bestand. Trotz des Risikos für Fahrgäste und Personal sei die Bahn den Anordnungen des Amtes aber nicht immer nachgekommen, hat der SWR recherchiert.

Bahn hat angeblich Holzkeile unter gebrochene Schiene gelegt

Besondere Gefahr herrschte dem Sender zufolge auf einer Strecke bei Karlsruhe. Dort hätten die EBA-Beamten sogar die potenzielle Gefahr einer Zugentgleisung festgestellt, weil eine Schiene gebrochen war. Auf dieser Strecke dürfen ICEs mit einem Tempo von bis zu 200 km/h fahren. Laut SWR hatte die Bahn den losen Gleisabschnitt dort neun Monate lang nur notdürftig gesichert: Zwei Holzkeile seien unter die gebrochene Schiene geschoben worden.

Die Deutsche Bahn wehrt sich gegen diese Vorwürfe. „Weder wird das Schienennetz vernachlässigt, noch an der Sicherheit gespart“, sagte der Vorstandschef der Bahntochter DB Netz, Frank Sennhenn. Der SWR betreibe unverantwortliche Panikmache. Darüberhinaus teilte der Konzern mit, es habe 111 Bescheide des EBAs mit Sofortvollzug gegeben. Die Bahn habe die Anordnungen des Amtes wie erwartet umgesetzt oder sei noch dabei. Außerdem habe die Bahn deutlich mehr Geld für die Instandhaltung und Wartung der Infrastruktur ausgegeben als mit dem Bund vereinbart. Es seien jedes Jahr durchschnittlich 1,4 Milliarden Euro statt der festgelegten Summe von einer Milliarde Euro.

Bahn: Keine Gefahr auf Strecke bei Karlsruhe

Auch auf den vom SWR geschilderten Fall bei Karlsruhe reagierte das Unternehmen. Eine Bahnsprecherin stellte den Sachverhalt dabei anders dar als der Sender: Es habe keinen Schienenbruch gegeben, sondern einen sogenannten Schienenstoß. Das bedeutet: Ein Verknüpfungspunkt von zwei Schienenenden war abgenutzt. Den Gleisschaden habe die Bahn selbst bei einer Regelinspektion entdeckt. Das sei im April 2013 gewesen. Beim nächsten Instandhaltungstermin im August 2013 sei die Reparatur fristgerecht durchgeführt worden. In den vier Monaten dazwischen sei die Stelle durch massive Holzklötze stabilisiert worden. Deshalb habe es kein Sicherheitsrisiko gegeben, betonte die Sprecherin. Auch das EBA habe keinen unmittelbare Gefahr für Menschenleben gesehen. Das EBA hat sich bisher noch nicht geäußert.

 

Von Lisa von Prondzinski

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