Dash-Button 02.04.2015, 10:17 Uhr

Amazon testet aufklebbare Knöpfe für Nachbestellungen per Internet

Noch ist sich die Technikwelt nicht einig, ob Amazon gestern den besten Aprilscherz der Welt verbreitet hat, oder ob die Amerikaner demnächst wirklich ihre Wohnungen mit Bestellknöpfchen vollpflastern werden. Die aufklebbaren Scheußlichkeiten kann man auf alle Produkte kleben, die man regelmäßig kauft. Ein Druck aufs Knöpfchen – und schon werden Klopapier und Kaffee ins Haus geliefert.

Wenn man auf den Dash-Button von Amazon drückt, wird eine Bestellung des Artikels ausgelöst, die allerdings noch auf dem Smartphone bestätigt werden muss.

Wenn man auf den Dash-Button von Amazon drückt, wird eine Bestellung des Artikels ausgelöst, die allerdings noch auf dem Smartphone bestätigt werden muss.

Foto: Amazon/Youtube

Dash-Button heißt die neueste Erfindung von Amazon, mit denen der Handelsriese die Kunden aus dem Supermarkt herausholen und in seinen Online-Store einladen will. Einkaufsliste und Fahrt zum Supermarkt Ade – Amazon-Kunden können angeblich künftig  mit einem Knopfdruck über 250 gängige Produkte online nachbestellen.

Und das geht so: Zunächst werden die Aufkleber, die es für jedes Produkt in einer eigenen Version gibt, an Zuckertüten, Cornflakes und Marmeladengläsern befestigt. Der batterie-gestützte Button in der Größe einer Klingel kommuniziert per WiFi mit dem Smartphone. Stellt der Kunde fest, dass das Waschmittel fast aufgebraucht ist, drückt er den Knopf. Eine Bestellung wird zunächst ans Smartphone weitergeleitet. Jetzt kann die Bestellung noch verändert oder gestoppt werden. Erst, wenn sie auf dem Smartphone bestätigt wird, kommt die Bestellung zustande.

Dash-Button zunächst nur für Prime-Kunden

Der Dash-Button soll zunächst von bestimmten auserwählten Amazon-Prime Kunden in den USA getestet werden. Sie erhalten die Buttons gratis. Die Batterien sollen mehrer Jahre lang halten.

Mit einem aufklebbaren Button will Amazon in den USA Bestellungen vereinfachen.

Mit einem aufklebbaren Button will Amazon in den USA Bestellungen vereinfachen.

Foto: Amazon/Youtube

Doch bevor das Bestellen bei Amazon auf Knopdruck funktioniert, muss jeder Button über eine Amazon-App auf dem Smartphone eingerichtet werden. Dies bedeutet: eine Verbindung mit dem Kundenkonto einrichten und die entsprechenden Produkte auswählen, die bei Knopfdruck bestellt werden sollen. Genau darauf haben die Kunden gewartet.

Zurzeit sind die Buttons an etwa 250 bestimmte Produkte gebunden. Einige Partner Amazons sind Gilette, Huggies, Bounty, Olay, Glad, Clororx, Cottonelle, Gerber Formula, Lärabar, Kraft Mac & Cheese, Maxwell House Coffee Kaffee, Gatorade, Izze, Smartwater, L’Oréal Paris und WellPet. Aber auch andere Bereiche sollen künftig mit dem Dash-Button abgedeckt werden. Amazon denkt dabei an Heimelektronik und Handwerker-Dienstleistungen.

Dash-Button integriert in den Geräten

Im nächsten Schritt soll dieser Dash-Button schon in den Geräten integriert sein. Dann können bestimmte Geräte sogar selbständig Produkte nachbestellen, die für ihren Betrieb notwendig sind wie Salz, Klarspüler und Tabs für die Spülmaschine oder Tinte für den Drucker.

Auch hier will Amazon schon einige Unternehmen schon im Boot haben. Dazu gehört der Druckerhersteller Brother, dessen Geräte automatisch den Füllstand der Druckerpatronen erfassen und eine Nachbestellung tätigen können. Britta, ein Anbieter von Wasserfiltern, ist ebenso dabei, um künftig automatisch neue Filter zu ordern, wenn diese zur Neige gehen.

Dash-Button auf einem Kaffee-Automaten: Wollen wir das? Amazon stellt sich vor, dass künftig Bestellbuttons auf jedem Produkt kleben, über die man jedes einzelne Produkt nachbestellen kann.

Dash-Button auf einem Kaffee-Automaten: Wollen wir das? Amazon stellt sich vor, dass künftig Bestellbuttons auf jedem Produkt kleben, über die man jedes einzelne Produkt nachbestellen kann.

Foto: Amazon/Youtube

Die Folge solcher neuer Bestellvorgänge, sollten sie sich durchsetzen, ist offensichtlich: Der stationäre Handel hätte noch mehr zu kämpfen, der Weg zum nächsten Supermarkt würde noch länger. Die Innenstädte wären von Paketdiensten bevölkert, die Klopapier und Kaffee durch die Gegend fahren. Und: Die Kunden würden zunehmend nur noch bestimmte Marken konsumieren. Ein Preisvergleich ist dann kaum noch möglich.

Amazon hat gestern mehrfach betont, dass es sich um keinen April-Scherz handelt. Die Technik werde zunächst in den USA erprobt. Der Einsatz in Deutschland ist vorerst nicht geplant.

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